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Gbureks Geld-Geklimper

Von der Inflation zur Repression

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Für die Anleger kommt es noch schlimmer

Wie viel der Euro wirklich wert ist
Euro oder Gold
Der Euro im Währungsmix...
...und gegenüber dem DollarGemessen an der US-Währung hatte der Euro einen schwachen Start – dann stieg er kräftig an und erreichte im April 2008 mit fast 1,60 Dollar seinen höchsten Wert. Doch mit Ausbruch der Finanzkrise sackte er ab.
Bislang kein Teuro
Schwellenländer holen aufDie Währungen der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) gewinnen an Bedeutung. Der Euro wertete seit Ausbruch der Krise gegenüber diesen Währungen ab (Index 2000 = 100; Quelle: Thomson Reuters).

Für die meisten Anleger kommt es noch schlimmer, denn sie werden zu Opfern der finanziellen Repression und damit zum Teil enteignet. Dieser Begriff geht zurück auf die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als die USA ihre Staatsschulden mithilfe niedrigst verzinslicher Anleihen abbauten, zu deren Kauf der Staat institutionelle Anleger wie Versicherer, Pensionskassen und Banken verpflichtete. Die Anleihen waren mit Zinsen unter der damaligen Inflationsrate ausgestattet. Obendrein blieb das 1933 eingeführte Verbot von privatem Goldbesitz bestehen.

Die Folterinstrumente der Politik

Alles Schnee von gestern? Ganz sicher nicht, denn die internationale Schuldenkrise ist schon so weit fortgeschritten, dass nach den Berechnungen der Analysten von Feri Finance eines der folgenden drei Szenarien - oder eine Kombination von zwei oder drei – unausweichlich erscheint: 1. Steuererhöhungen einschließlich Sparmaßnahmen mit Deflation als Folge, so dass sich dann Liquidität als beste Anlage anbietet. 2. Finanzielle Repression mit Zwangsmaßnahmen und gesetzlichen Eingriffen als Instrumenten, so dass Anlegern nichts anderes übrig bleibt, als flexibel zu reagieren, um sich vor dem Schlimmsten zu schützen. 3. Inflation, die entweder nur geduldet oder bewusst gewollt wird, so dass sich die Flucht in Sachwerte anbietet.

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„Höhere Inflationsraten sind ein Bestandteil der Lösung für die Staatsschuldenkrise“, meint Joachim Fels, Chefvolkswirt der Bank Morgan Stanley. Der Vermögensverwalter Kurt von Storch drückt sich noch drastischer aus: „Die Politik hat verschiedene Instrumente in ihrem Folterkasten, um die Anleger dazu zu bringen, Anleihen trotz negativer Realzinsen zu kaufen.“ Dann zählt er auf, was alles möglich wäre, von Kapitalverkehrskontrollen und Sondersteuern über Zwangsanleihen bis zum Verbot von Goldbesitz. Aber sagt er nicht „die Politik“ statt „die EZB“? Sicher besteht formell ein Unterschied zwischen beiden, aber in Wahrheit hat die EZB bei der Bekämpfung der Staatsschuldenkrise im Euroraum längst die Regie und damit auch ein politisches Mandat übernommen. Sie sorgt mit ihrer lockeren Geldpolitik dafür, dass die Nominalzinsen niedrig und die Realzinsen negativ bleiben, was für Anleger an sich schon Folter genug ist. Die eigentlichen Folterinstrumente überlässt sie der Politik, die sicher nicht mehr lange damit warten wird, sie einzusetzen.

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