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Geldflut der EZB Die Eine-Billion-Euro-Frage

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Gefahr Konjunktur

Ben Bernanke Quelle: REUTERS

Erste Übersprungeffekte zwischen Anlage- und Gütermärkten gibt es durchaus: Starke Nachfrage nach Immobilien kann im Bausektor die Preise treiben; Rohstoffinvestments, etwa in Öl oder Industriemetalle, können Güterpreise und Lebenshaltungskosten steigen lassen. Die sicher nicht nur politisch durch die Irankrise und den Atomausstieg getriebenen Energiepreise und die aktuell hohen Lohnforderungen
senden Warnsignale.

Bis auf Weiteres werden die Banken den Großteil ihres Geldes bei der EZB lagern. Richtig gefährlich aber würde es, wenn die Konjunktur wieder anzieht. Die EZB müsste das Geld dann sofort einsammeln, doch: „Die Banken werden es ihr nicht so leicht wieder überlassen“, sagt National-Banker Lange. Sie müsste ihnen dann schon für Einlagen einen Zins deutlich über Marktzins bieten. Dann würde die EZB aber so das Zinsniveau generell erhöhen und den zarten Aufschwung gefährden. Hinzu kommt: Banken würden Staatsanleihen verschuldeter Staaten auf den Markt werfen und das Geld lieber sicher und hoch verzinst bei der EZB anlegen. Dies aber würde die Staatsschuldenkrise erneut anheizen – die nächste Runde der teuflischen Spirale aus Verschuldung und Gelddrucken.

Was tun?

Vorsichtige setzen auf Streuung ihrer Anlagen, auch in Gold. Wer Risiken aushält, sollten die Börsenwelle reiten. Die Umschichtung von Investorengeldern in Richtung Aktien ist noch nicht vorbei.

In Arbeit
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„Der erfolgreiche Verschuldungsabbau bleibt die Voraussetzung dafür, dass sich die Märkte nachhaltig beruhigen“, sagt Andreas Utermann, Investmentchef von Allianz Global Investors. Doch das klingt wie Wunschdenken. Die Staatsschulden wachsen weiter, also schöpfen die Notenbanken Geld: Die Bank of Japan und die Bank of England kaufen Staatsanleihen, Chinas Zentralbank hat die Mindestreserveanforderungen für Banken seit Dezember zwei Mal gesenkt. Allen voran marschiert Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, der gerade wieder versprach, die extrem lockere Geldpolitik fortzuführen.

Die Fed hat, so scheint es, gerade wieder den Staffelstab von der EZB übernommen.

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