Geldpolitik Bernanke will Niedrigzins-Politik fortsetzen

Die US-Notenbank will ihre Geldpolitik erst wieder straffen, wenn sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter verbessert. Einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses sind anderer Meinung als Fed-Chef Ben Bernanke.

Fed-Chef Ben Bernanke: Das Tempo der Notenbank bleibt offenbar weiter hoch. Quelle: ap

US-Notenbank-Chef Ben Bernanke will auch in naher Zukunft an der Niedrigzinspolitik festhalten. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der niedrigen Inflation sei die amerikanische Wirtschaft weiter auf günstiges Geld angewiesen, sagte Bernanke am Mittwoch. Zudem werde die Wirtschaft von höheren Steuern und den Kürzungen der öffentlichen Ausgaben gebremst. Derzeit liegt der US-Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent.

„Sehr expansive Geldpolitik für absehbare Zeit ist, was die US-Wirtschaft braucht“, sagte er am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Cambrigde (US-Staat Massachusetts), wie die Fachagentur Bloomberg berichtete. Er erwarte, dass die Inflation sich wieder der Rate von zwei Prozent annähere, die von der Fed als Ziel ausgegeben wurde.

Bernanke betonte zudem, die Fed werde die Zinsen nicht automatisch anheben, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken sei. Eine Anhebung könne auch erst einige Zeit danach kommen, erklärte er.

Die US-Zentralbank ist allerdings uneins, wann die Politik des billigen Geldes zurückgefahren werden soll. Mehrere Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stehen hinter ihrem Chef und wollen erst weitere Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt sehen, bevor sie die milliardenschweren Anleihekäufe reduzieren. Dagegen zielen andere Mitglieder des Ausschusses auf einen baldigen Kurswechsel. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (minutes) der Fed-Sitzung vom 18./19. Juni hervor.

Wie Eigentümer aus Altkrediten wieder aussteigen können

Die Frage, wann die Anleihekäufen von derzeit monatlich 85 Milliarden Dollar gedrosselt werden sollen, versetzt die Finanzmärkte seit Wochen in Aufregung.

Erst Ende Juni hatte Fed-Chef Ben Bernanke vage Andeutungen gemacht - und die Börsen hatten mit einer spontanen Talfahrt reagiert. Erst kürzlich gab es Andeutungen, dass ein Herunterfahren beginnen könne, sobald die Arbeitslosenrate in den USA auf sieben Prozent sinke. Das könnte bereits im September soweit sein. Die meisten Fachleute rechnen damit erst 2015.

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