WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Geldprüfer An Automaten droht Ärger mit Fünf-Euro-Schein

Viele Bezahlautomaten akzeptieren die neuen Banknoten immer noch nicht. Auf die Betreiber kommen zudem schon neue kostspielige Umstellungen zu.

Während viele Bezahlautomaten die neuen Banknoten immer noch nicht akzeptieren, bahnen sich schon neue Probleme für die Betreiber an. Quelle: dpa

Noch sind nicht alle Bezahlautomaten auf die neuen Fünf-Euro-Noten umgestellt, da kündigen sich schon neue Probleme an. "Wenn die Scheine in einem halben Jahr abgegriffen sind, müssen die Automaten noch mal angepasst werden", sagt Gerhard Trost-Heutmekers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Parken. Mehrere Automatenhersteller bestätigen, dass dann ein neues Update nötig werden dürfte. Denn die Fünfer sind etwas dicker und haben ein neuartiges Kunststoffmaterial, damit sie länger halten. Daher können die Hersteller noch nicht absehen, ob ihre Geräte auch die abgenutzten Scheine erkennen.

Das sind die neuen Euro-Banknoten
Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte die neue "Europa"-Serie der Euro-Scheine im Januar in Frankfurt vor. EZB-Präsident Mario Draghi unterzeichnete symbolisch eine Fünf-Euro-Note und erklärte, die neuen Scheine seien noch haltbarer und sicherer vor Fälschungen. Die neuen Fünf-Euro-Scheine kommen ab dem 2. Mai in Umlauf, die anderen Noten folgen nach und nach. Die neue Serie ähnelt stark der bisherigen, verfügt aber über zusätzliche Sicherheitsmerkmale. Alle alten Euro-Scheine behalten zunächst ihre Gültigkeit. Quelle: dapd
Mehr als zehn Jahre ist es bereits her, dass die ersten Euro-Banknoten ausgegeben wurden. Mit der Zeit sind jedoch auch immer mehr gefälschte Euro-Banknoten in Umlauf gebracht worden – und die Fälschungen wurden zudem immer besser. Dabei hatten die Geldscheine bei ihrer Einführung noch als fälschungssicher gegolten. Im Hologrammband sollen die neuen Scheine ein Porträt der Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie und Namensgeberin unseres Kontinents – tragen. So ist Europa unter anderem als Hologramm im Sicherheitsstreifen zu sehen. Dieser wurde neu gestaltet und verbessert. Die EZB bezeichnet die neue Europa-Serie als das Ergebnis von Fortschritten, die in den mehr als zehn Jahren seit der Einführung der ersten Euro-Serie im Bereich Banknoten-Technologie erzielt wurden. Quelle: © Europäische Zentralbank Quelle: Presse
Die Sicherheitsmerkmale konnten weiter verbessert werden; die neuen Euro-Geldscheine werden somit fälschungssicherer sein. Im November 2012 präsentierte die Zentralbank drei der neuen Sicherheitsmerkmale – etwa das Porträt-Wasserzeichen.
Der aufgedruckte Wert der Banknote soll seine Farbe von smaragdgrün in ein tiefes Blau ändern, wenn man den Geldschein etwas neigt. Einen ersten kompletten Geldschein mit den neuen Sicherheitsmerkmalen stellte die EZB im Januar 2013 der Öffentlichkeit vor. Quelle: © Europäische Zentralbank Quelle: Presse
Weitere Neuerungen: An beiden Rändern auf der Vorderseite des 5-Euro-Scheins ist eine Art Riffelung aufgebracht. Das Kürzel für die Europäische Zentralbank ist in neun Sprachen aufgedruckt, bisher waren es fünf. Zudem steht es auf der Vorderseite nicht mehr oben, sondern am linken Rand des Scheins. Und die Oberfläche des Scheins ist wegen einer Speziallackierung relativ glatt. Quelle: dpa
Anfangs werden die beiden Euro-Banknotenserien parallel zueinander im Umlauf sein, dann wird die erste Serie allmählich aus dem Verkehr gezogen und verliert letztlich den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Zeitpunkt, zudem dies erfolgt, wird weit im Voraus bekannt gegeben. Ihren Wert behalten die Banknoten der ersten Serie für immer und können daher jederzeit bei den nationalen Zentralbanken des Eurosystems – hierzulande bei der Bundesbank und ihren Zweigstellen - umgetauscht werden. Quelle: dpa

Dabei wird der neue Fünfer nicht einmal jetzt, einen Monat nach der Einführung, von allen Bezahlautomaten akzeptiert. Probleme hat beispielsweise Fraport: Am Frankfurter Flughafen sind erst drei von 35 Parkautomaten umgerüstet. "Wir können noch nicht absehen, wann die Maßnahme abgeschlossen sein wird", erklärt der Flughafenbetreiber.

Ein großer Teil der Automaten akzeptiert die Scheine zwar inzwischen, trotzdem gibt es lokal vielerorts noch Nachzügler. Insbesondere kleinere Parkhausbetreiber mussten warten. "Platzhirsche wie die Bahn sind zuerst dran", sagt Detlef Borchert, Chef der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft.

Neuer 5-Euro-Schein wird nicht überall akzeptiert

Zudem haben sich einige Firmen erst spät um das Problem gekümmert. "Viele Kunden wachen jetzt erst auf, täglich kommen neue Bestellungen hinzu", sagt Ulrich Fleps, Geschäftsführer der Klaus Gindl GmbH in Mönchengladbach, die für einen der größten deutschen Automatenhersteller für Parkhäuser und Freizeitanlagen mit der Umrüstung betreut ist. Die letztlich abzuarbeitende Menge und die Dauer sei daher noch nicht absehbar, für die Abarbeitung bestehender Aufträge kalkuliert Fleps anderthalb Monate.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%