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Geschäftsaussichten Nahender Brexit macht britische Firmen zunehmend skeptisch

Großbritanniens Premierminister am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel. Quelle: AP

Die Skepsis in Großbritanniens Führungsetagen steigt. Mehr und mehr britische Unternehmen befürchten, dass ihr Geschäftsumfeld durch den Brexit Schaden nehmen wird.

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Rund neun Monate vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens macht sich in den Führungsetagen der Firmen auf der Insel zusehends Skepsis breit. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte äußerten sich 75 Prozent der Finanzchefs mit Blick auf den Brexit pessimistisch. Sie befürchten, dass ihr Geschäftsumfeld Schaden nehmen wird.

In der im April veröffentlichten Umfrage vertraten nur 68 Prozent der Manager diese Einschätzung. Die Ergebnisse der vierteljährlichen Befragung, an der 103 Finanzchefs teilnahmen, passen zu einer Studie der Lloyds Bank von voriger Woche. Diese ergab, dass die Zuversicht mit Blick auf die Geschäftsaussichten auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr gesunken ist.

Die Wirtschaft auf der Insel lahmt nicht zuletzt wegen der vergleichsweise hohen Inflation. Grund dafür ist, dass die Landeswährung Pfund seit dem Brexit-Votum im Sommer 2016 schwächelt, wodurch sich Importe verteuern. Dies zehrt an der Kaufkraft der Briten. Zudem investieren viele Firmen weniger, auch wegen der Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen nach dem geplanten EU-Ausstieg Ende März 2019.

Zuletzt in der vergangenen Woche hatte die EU von der britischen Regierung noch einmal „realistische und praktikable Vorschläge“ für einen geordneten Austritt im kommenden März angemahnt. Zur Zeit gebe es keinen „substanziellen Fortschritt“ in den wichtigsten Brexit-Fragen, insbesondere dem Status der irisch-nordirischen Grenze, erklärten die 27 Staats- und Regierungschefs zum Abschluss ihres zweitägigen Gipfeltreffens am Freitag in Brüssel. EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte vor Journalisten, es liege noch viel Arbeit vor den Unterhändlern, „und schwierige Aufgaben sind noch ungelöst“. An London gerichtet fügte er hinzu: „Das ist der letzte Aufruf, die Karten auf den Tisch zu legen.“

Für das Aushandeln eines geregelten Brexits bleiben noch neun Monate. EU-Unterhändler klagen, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der britischen Regierung verhinderten Fortschritte bei den Verhandlungen. Die EU forderte „intensivierte Anstrengungen“, zu einer Lösung zu kommen. May versicherte, ihre Regierung sei bereit, die Verhandlungen zu beschleunigen und zu intensivieren.

May hatte davor gewarnt, dass ein Scheitern beim Ringen um eine für alle Seiten zufriedenstellende Einigung beim Brexit die Sicherheit in Europa gefährden könne. Bevor sie den Gipfel nach den nächtlichen Verhandlungen am Freitagmorgen gegen 5 Uhr verließ, mahnte sie an, dass Großbritannien nach dem EU-Austritt nicht aus den wichtigsten Strafverfolgungsbehörden ausgeschlossen werden dürfe.

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