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Grexit Juncker: Griechen müssen im Euro bleiben

Exklusiv

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnt die EU-Mitgliedsstaaten vor einem Austritt der Griechen aus dem Euro.

Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

„Es geht nicht nur um währungspolitische und wirtschaftliche Gründe, sondern auch um die Würde der Griechen“, sagte Juncker der WirtschaftsWoche. „Man kann sie nicht einfach aus der Währungsunion hinauswerfen. Die Griechen haben natürlich lernen müssen, dass der Solidarität des einen die Solidität des anderen gegenüberstehen muss.“

Gleichzeitig verteidigt der Kommissionspräsident die Währung gegenüber Skeptikern, die den Euro als Spaltpilz der EU sehen. „Der Euro ist nicht ursächlich schuld daran, dass sich die Europäische Union auseinanderbewegt“, sagte Juncker der WirtschaftsWoche. „Wir würden uns ohne Euro in einem Währungskrieg befinden.“

Die Reformliste der Griechen

Das europäische Währungssystem hätte den Irakkrieg, die Attentate vom 11. September, die Finanzkrise und die Ukrainekrise nicht überlebt, so Juncker. „Es wäre von diesen Ereignissen gesprengt worden, und jede Zentralbank würde ihre eigene Geldpolitik ohne disziplinierende Wirkung des Euro machen.“

Zudem forderte Juncker die Mitgliedsstaaten zu mehr Bescheidenheit auf. „In 20 Jahren wird kein einziges EU-Land mehr am G7-Tisch sitzen. Unsere Bevölkerungen schrumpfen so sehr, dass unser Anteil an der Weltbevölkerung Ende des 21. Jahrhunderts nur noch vier Prozent betragen wird“, so Juncker gegenüber der WirtschaftsWoche. Anfang des 20. Jahrhunderts habe der Anteil bei 20 Prozent gelegen. „Das müsste zu Bescheidenheit einladen. Wir denken immer, wir sind die Herren der Welt, aber wir sind es offensichtlich nicht. Europa ist der kleinste Kontinent.“

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