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Grexit Schäuble hält griechische Pleite für unwahrscheinlich

"I think that there will be no Staatsbanktrott in Greece". Diese Worte von Finanzminister Wolfgang Schäuble haben bei einem Kurzaufenthalt in Singapur für Wirbel gesorgt.

Können die Griechen ihre Schulden zurückzahlen?

Es war eine 08/15-Rede, die der Bundesfinanzminister vor Wirtschaftsvertretern in Singapur hielt. Doch ein Satz sorgte für Aufregung. "I think that there will be no Staatsbanktrott in Greece." Schließt Schäuble eine Staatspleite Griechenlands aus - oder glaubt er nur nicht daran. Wie auch immer, der Satz schien dem Minister, der auf Englisch sprach, herausgerutscht sein. Denn eigentlich möchte er den Druck auf die Griechen noch möglichst lange aufrecht erhalten, damit diese ernsthaft sparen, sanieren und umstrukturieren.

Zukunftsszenarien für Griechenland

Doch der Satz scheint auch aus Schäubles Innersten gekommen sein. Schäuble ist überzeugter Europäer und würde einen Austritt der Griechen mit allen Schäden für Europa nicht ernsthaft
In Erwägung ziehen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hatte kurz zuvor in Tokio bereits angedeutet, dass Griechenland zwei weitere Jahre Aufschub benötige. Schäuble grummelte ein wenig über den Vorstoß seiner Bekannten, widersprach aber nicht.

Damit können die Griechen ein wenig aufatmen. Einen Austritt des hoch verschuldeten Landes aus der europäischen Währungsgemeinschaft wird es nicht geben, lautet das Signal, selbst wenn die Griechen die Auflagen für eine weitere Hilfstranche nicht erfüllen werden. Und dass sie es wieder einmal nicht schaffen, ist ein offenes Geheimnis.

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Allerdings wollen einige Parlamente, auch der Bundestag, über die nächste Tranche abstimmen. Das könnte ein echtes Risiko werden. Blockieren sie die weiteren Hilfen, wäre Griechenland doch pleite und müsste Staatsbankrott anmelden. Was könnte Schäuble dagegen tun? Nichts. Vielleicht könnte die EZB dann wieder schrottige Griechen-Anleihen aufkaufen. Das aber möchte EZB-Präsident Mario Draghi nicht noch einmal machen.

Für die Griechen heißt es, dass sie sich nicht zu sehr auf Schäubles Wort verlassen sollten. Ohne zusätzliche und echte Anstrengungen ist für sie kein Platz mehr in der Euro-Zone.

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