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Griechenland Athen schreckt auch vor Lügen nicht mehr zurück

Griechenlands Premier Tsipras hofft beim Treffen in Brüssel auf dringend benötigtes Geld. Kanzlerin Merkel machte die Hoffnungen zunichte. Angesichts der prekären Lage versteigt sich Vizepremier Dragasakis in Lügen.

Diese Akteure entscheiden den Griechenland-Poker
Wolfgang Schäuble Quelle: dpa
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Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht nicht davon aus, dass das Sondertreffen zu Griechenland am Rande des EU-Gipfels am Donnerstagabend einen Durchbruch bringen wird. „Es ist natürlich völlig klar, dass eine Lösung für Griechenlands Probleme schon heute Abend in Brüssel niemand erwarten kann“, sagte sie am Donnerstagvormittag im Bundestag.

Auch bei ihrem Treffen mit Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras am Montag in Berlin rechnet sie nicht mit entscheidenden Fortschritten. Tsipras hat dagegen seit Tagen klar gemacht, dass er sich von den Gesprächen eine „politische Lösung“ erhoffte.

Griechenlands Zahlungsverpflichtungen 2015

Unterdessen wird die Lage in Athen immer prekärer. Am Freitag muss Griechenland dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 336 Millionen Euro zurückzahlen. Seit Tagen ist offensichtlich, dass die griechische Regierung an allen Ecken und Enden Geld zusammenkratzt. Rund 200 Millionen Euro an europäischen Baumwollsubventionen, für die die griechische Regierung in Vorleistung hätte gehen müssen, wurden nicht ausgezahlt. Medienberichten zufolge hat das Verteidigungsministerium den Lohn von Werftarbeitern nicht überwiesen.

Die Kapitalflucht nimmt zu

Außerdem soll die Regierung versuchen, sich Mittel von öffentlichen Versorgern wie dem Stromunternehmen Dei auszuleihen. Besonders bedenklich: Griechen ziehen ihre Guthaben wieder verstärkt ab. Alleine am Mittwoch sollen 350 bis 400 Millionen von Konten abgehoben worden sein. Seit November beläuft sich die Kapitalflucht auf 50 Milliarden Euro, wenn man die Target2-Salden als Berechnungsgrundlage nimmt. Das entspricht 30 Prozent der griechischen Wirtschaftsleistung.

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben das Ansehen der Regierung beeinträchtigt. Immer mehr Griechen fragen sich, ob die Taktik der neuen Regierung tastsächlich aufgehen wird. Die Zustimmungsrate für die neue Regierung, die Mitte Februar noch bei spektakulären 83,1 Prozent lag, ist auf 59,8 Prozent zurückgefallen, ergab eine Umfrage von Marc für den Fernsehsender Alpha.

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