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Griechenland-Austritt Die Planspiele der Bundesregierung sind richtig

Die Planspiele der Bundesregierung über den weiteren Verlauf der Griechenlandkrise sind nicht Beweis für einen bevorstehenden „Grexit“ oder Panikmache, sondern ganz normales Regierungshandeln.

Eine Statue von Sokrates. Quelle: dpa

Glück ist, so heißt es, wenn Chance auf Vorbereitung trifft. Das Gegenteil ist freilich nicht Pech, sondern Dummheit: Wenn man nämlich unvorbereitet in eine absehbare Situation gerät.

Insofern sind die Planspiele der Bundesregierung, welche Konsequenzen aus der Parlamentswahl in Griechenland erwachsen können, keine Sensation, sondern normales Regierungshandeln. Die größere Meldung wäre, wenn es diese Simulationen nicht gäbe – denn das wäre unverantwortliches Nichtstun. Dabei steht ein Ergebnis all der Überlegungen schon fest: Egal wie die Wahlen ausgehen – Griechenland und die übrigen Euroländer bleiben fest aneinander gekettet.

Griechenland ist am schlechtesten in die EU integriert
Mann mit griechischer Flagge Quelle: dapd
Blick auf Warschau Quelle: dpa
Blick auf Riga Quelle: dpa
Blick auf das ungarische Parlament Quelle: dpa
Platz in Vilnius, Litauen Quelle: AP
Ein Mädchen winkt mit der schwedischen Flagge Quelle: dpa
Urmas Paet und Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa

Die Drohgebärde aus Berlin Anfang der Woche (Motto: ein Euro-Austritt ist heute zu verkraften) war das Maximum, was man zur Beeinflussung des hellenischen Wahlkampfs riskieren konnte. Denn zu viel Einmischung könnte eher zu Trotzreaktionen beim Wähler führen. Nachdem nicht einmal mehr der Athener Linkenführer Tsipras ein Interesse am Grexit hat, gibt es niemanden mehr, dem ein Austritt gelegen käme. Denn auch Resteuropa möchte ja auf die Griechen nicht verzichten – weniger aus ökonomischen als aus politischen Gründen. Seit Jahren gilt das Primat der Politik: Europa muss zusammenbleiben.

Trotzdem ist es sinnvoll, mögliche Szenarien durchzuspielen: Was passiert, wenn griechische Sparer die Banken stürmen? Welche Ausfälle kämen bei welchem Krisenverlauf auf die deutschen Steuerzahler zu, und wann? Kann man vielleicht die Auszahlung der letzten Hilfs-Tranche stoppen, wenn die Griechen vertragsbrüchig werden und die Reformauflagen aufkündigen?

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Dennoch: Selbst wenn sich die Griechen für einen Austritt aus dem Euro entschieden (was unwahrscheinlich ist), so bedeutete das nicht, dass sie kein Geld mehr aus Europa bekämen. Schon als vor Jahren über einen Grexit gesprochen wurde, war allen klar, dass man Griechenland für seinen Kurs auf eine eigene nationale Währung eine ordentliche Wegzehrung mitgeben müsste, damit die öffentliche Versorgung nicht zusammen bräche. Denn auch mit einer abwertenden Drachme würde es ja eine Weile dauern, bis Griechenland wettbewerbsfähig genug wäre, um selbst wieder ausreichend Devisen und Wohlstand zu erwirtschaften, um den Staatshaushalt zu füllen.

Und Carepakete über der Peloponnes und den griechischen Inseln abwerfen, damit die Bevölkerung nicht verhungert – diesen Offenbarungseid wollen sich alle in der EU ersparen.

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