Griechenland Brüssel hofft auf Einigung im Schuldendrama

In Brüssel jagt ein Krisentreffen das nächste. Am Mittwoch soll es dann auch mal zu einem Kompromiss kommen.

Griechen demonstrieren für den Verbleib in der Eurozone. Quelle: dpa

Im Ringen um die Rettung Griechenlands ist nach Einschätzung der EU-Kommission eine Vereinbarung kurzfristig machbar. Der jüngste Spar- und Reformplan der griechischen Regierung stimme in großen Zügen mit der Offerte der drei Geldgeber-Institutionen überein, sagte EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis. Zugleich geriet der griechische Regierungschef Alexis Tsipras wegen geplanter Milliarden-Einsparungen in seiner Heimat erheblich unter Druck.

Die Euro-Finanzminister wollen sich nach Brüsseler Angaben am Mittwoch auf einen Kompromiss einigen. Der EU-Ministerrat bestätigte den Termin für das Krisentreffen. Das Gremium der 19 nationalen Ressortchefs komme zusammen, um „Details des griechischen Reformplans abzuschließen“, teilte der Rat mit. Gelingt die angestrebte Vereinbarung, könnten nach früheren Angaben die Staats- und Regierungschefs die Pläne beim regulären EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag gutheißen.

Zwischen Streit und Einigung: Die Griechenland-Krise

„Mit diesem Vorschlag ist eine Vereinbarung möglich, wenn beide Seiten ernsthaft in den nächsten ein oder zwei Tagen arbeiten“, sagte Dombrovskis. Ähnlich zuversichtlich äußerte sich ein Regierungssprecher in Athen.

Das akut pleitebedrohte Griechenland hatte seinen internationalen Geldgebern in der Nacht zum Montag neue Reformvorschläge gemacht, um bisher blockierte Hilfsgelder zu erhalten. Das derzeitige Hilfsprogramm läuft am 30. Juni auf europäischer Seite aus und könnte nun erneut verlängert werden. Die internationalen Geldgeber hatten Griechenland zwei Hilfsprogramme mit zusammen rund 240 Milliarden Euro eingeräumt.

Je näher eine Einigung rückt, desto stärker wird der linke griechische Ministerpräsident Tsipras aus seinen eigenen Reihen angegriffen. Zwar demonstrierten erneut Tausende in Athen für den Verbleib in der Eurozone. Gleichzeitig rebelliert aber der linke Flügel seiner Syriza-Partei, und auch der rechtspopulistische Koalitionspartner droht bei der Abstimmung im Athener Parlament mit Gegenstimmen.

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