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Griechenland Klaus Regling, der Herr der Euro-Rettungsschirme

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Der IWF könnte bis zu 16 Milliarden Euro für Athen bereitstellen

Regling gilt als Idealbesetzung für den Job. Der Volkswirt hatte Mitte der 70er Jahre seine Karriere beim IWF in Washington begonnen. In den Neunzigerjahren arbeitete er unter CSU-Mann Theo Waigel im Bundesfinanzministerium und verhandelte den Vertrag von Maastricht maßgeblich mit, in dem die Stabilitätskriterien für die Europäische Union festgelegt wurden. Von 2001 bis 2008 war Regling schließlich Generaldirektor für wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Nach einem kurzen Gastspiel in der Wissenschaft und bei einem Hedgefonds kehrte Regling schließlich 2010 auf die europäische Bühne zurück.

Der Sohn eines gelernten Tischlers und früheren SPD-Bundestagsabgeordneten ist ein überzeugter Europäer. Dem Portal „Politico“ sagte er kürzlich: „Die europäische Integration ist die richtige Antwort auf das, was über Jahrhunderte in Europa schief gelaufen ist.“ Daran sollten sich die europäischen Politiker erinnern, wenn sie um drei Uhr morgens aus einer Sitzung in Brüssel rauskommen. „Man sollte sich sagen, dass diese Meetings besser sind als auf einander zu schießen“, sagte der 1950 geborene Lübecker.

Geschossen wird auch in den nächsten Wochen nicht, gleichwohl hart verhandelt. Im Herbst steht eine Zwischenauswertung des dritten Hilfspaketes für Griechenland an. Davon hängt ab, ob Athen mit Schuldenerleichterungen rechnen kann. Regling glaubt an die neuen Hilfen für Griechenland. „Von diesem dritten Programm ist schon mehr umgesetzt worden als bei jeden früheren Programm“, sagte er.

Der Neuwahl in Griechenland blickt er gelassen entgegen. Die Lage werde danach wohl stabiler sein.

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Und der IWF? Der wird sich am Hilfspaket doch noch beteiligen, meint Regling. Bis zu 16 Milliarden könnten aus Washington kommen. Griechenland kann sich seiner Ansicht nach in den nächsten drei Jahren gar vom Sorgenkind zum Musterschüler werden. „Falls Griechenland die vereinbarten Reformen entschlossen umsetzt, halte ich es für wahrscheinlich, dass die Regierung in Athen vor dem Ende des Programms das Investorenvertrauen zurückgewinnt und wieder zu akzeptablen Kosten Anleihen begeben kann.“

Kaum einer glaubt derzeit in Brüssel oder Berlin, dass die Griechen in drei Jahren wieder auf eigenen Beinen stehen werden. Regling schon. Er ist eben ein Optimist.

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