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Griechenland Geldgeber verärgert über Athens Hinhaltetaktik

Die griechische Regierung hatte den Eindruck erweckt, die Finanzminister der Eurozone würden schon an diesem Montag frisches Geld für Athen freigeben. Stattdessen wollen die von ihrem griechischen Kollegen Yanis Varoufakis endlich eine klare Ansage zum griechischen Kurs.

Jeroen Dijsselbloem Quelle: dpa

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem war der Ärger deutlich anzusehen. „Die Zeit rennt uns davon“, sagte er auf dem Weg zum Treffen der Finanzminister der Eurozone in Brüssel. Der Grund für seine schlechte Laune: Vor mehr als zwei Wochen haben sich Griechenland und die internationalen Geldgeber nach mühsamen Verhandlungen auf eine Verlängerung des Hilfsprogramms um vier Monate geeinigt.

Doch seitdem ist sehr wenig passiert. „Die Gespräche haben noch nicht einmal begonnen“, sagte Dijsselbloem und meinte damit die Verhandlungen zwischen den Institutionen der Troika und Griechenland.

Die internationalen Geldgeber rätseln weiterhin, wie sich die linksgerichtete Regierung von Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis die kommenden Monate eigentlich vorstellen. „Es ist sehr wichtig, dass Varoufakis heute sagt, in welche Richtung er geht“, mahnte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici.

Die schrägsten Varoufakis-Zitate

Varoufakis, der am Montag zur Abwechslung einmal vorzog zu schweigen, kann sich auf einen frostigen Empfang einstellen. Seine Äußerungen vom Wochenende hatten bei den Partnern für hochgradige Irritation gesorgt. Vor allem seine Drohung, im Zweifel ein Referendum abzuhalten, hat seine Kollegen verärgert.

Offiziell nicht auf der Tagesordnung

Das griechische Finanzministerium versuchte, die Äußerung einzufangen und stellte klar, dass es sich nicht um eine Volksabstimmung zum Verbleib im Euro handele. Doch ein Referendum zur Haushaltspolitik, wie es das Ministerium uminterpretierte, ergibt herzlich wenig Sinn.

Für viele Minister der Eurozone waren die Aussagen vom Wochenende ein weiterer Beleg, dass Yanis Varoufakis seinen Kommunikationsstil ändern sollte. „Wir sollten weniger reden und mehr handeln“, riet der luxemburgische Finanzminister Pierre Gremegna am Montag.

Eine Debatte über die prekäre Finanzlage Athens steht in Brüssel offiziell nicht auf der Tagesordnung. Aber über die leere griechische Finanzkasse werden die Minister unweigerlich reden müssen. „Wir haben Geld, um Renten und Gehälter der öffentlichen Bediensteten zu zahlen“, hatte Varoufakis übers Wochenende im Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ betont. Aber es ist nicht klar, wie Griechenland die im März fälligen Beträge an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen will.

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