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Griechenland "Grexit"-Gefahr trotz Einigung im Schuldenstreit groß

Ökonomen halten den Schuldenstreit mit Griechenland trotz der Verständigung auf ein neues Hilfsprogramm für noch lange nicht gelöst und Griechenlands Ministerpräsident bekommt starken Gegenwind aus der eigenen Partei.

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"Drittes Programm ist mehr als großzügig"
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Quelle: dpa
Donald Tusk Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa
Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel Quelle: dpa
Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras Quelle: dpa
Frankreichs Präsident François Hollande Quelle: REUTERS
Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Quelle: dpa
  • Nach einem 17-stündigen Verhandlungsmarathon haben sich die Staats- und Regierungschefs der 19 Euro-Staaten am frühen Montagmorgen darauf verständigt, über ein neues Hilfspaket zu verhandeln.
  • Der Bundestag muss noch grünes Licht für die Aufnahme der Verhandlungen geben. Dafür wird es am Freitag eine eine Sondersitzung des Bundestags geben.
  • Die EZB lässt die Ela-Kredite unverändert.
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) steht bereit für weitere Griechenland-Hilfen.

+++19.53 Uhr+++

Auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise beraten die EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel über die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion. Dabei geht es um einen Bericht der EU-Institutionen, der unter Federführung von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker verfasst wurde. Das Papier fordert unter anderem auf lange Sicht die Einrichtung eines Finanzministeriums für das gemeinsame Währungsgebiet.

+++19.41 Uhr+++

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras plant Medienberichten zufolge eine umfangreiche Kabinettsumbildung. Damit reagiere der Syriza-Chef auf die Ankündigung zahlreicher Abgeordneter des linken Flügels, gegen weitere Sparmaßnahmen zu stimmen. Zu den Ressortchefs, die gehen sollten, zählten Energieminister Panagiotis Lafazanis und der Minister für Soziales, Dimitris Stratoulis, berichteten mehrere griechische Medien am Montagabend übereinstimmend. Sie gelten als die Anführer des Linksflügels des Syriza-Bündnisses und sollen eine große Gruppe von bis zu 40 Abgeordneten kontrollieren. Syriza hat insgesamt 149 Sitze im Parlament in Athen.

+++19.29 Uhr+++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ist nach Ansicht seines rechtspopulistischen Koalitionspartners von den Euro-Partnern erpresst worden. „Es war ein Putsch seitens Deutschlands, Finnlands, der Niederlanden und Staaten des Baltikums“, sagt der Chef der Partei der Unabhängigen Griechen (Anel), Panos Kammenos, der zugleich Verteidigungsminister ist, im griechischen Fernsehen. Kammenos ließ offen, wie seine Partei bei den anstehenden Abstimmungen über die neuen Sparmaßnahmen stimmen wird. Die Rechtspopulisten werden seinen Worten nach mit der Regierung Tsipras „weitermachen“, aber sie lehnen die Sparpolitik grundsätzlich ab. Die Rechtspopulisten sind der Junior-Koalitionspartner der linken Regierungspartei Syriza und haben 13 Abgeordnete.

+++19.05 Uhr+++

Die Euro-Finanzminister haben noch keine Entscheidung über eine mögliche Brückenfinanzierung für das vom Finanzkollaps bedrohte Griechenland getroffen. Das Thema sei sehr komplex, sagt Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach den Beratungen der Minister. Es gebe eine Reihe von Varianten, die von einer Expertengruppe näher beleuchtet werden solle. Zudem soll es weitere Telefonkonferenzen im Laufe dieser Woche geben, nachdem das griechische Parlament über erste Reformmaßnahmen entschieden hat.

Wie die Euroländer über das dritte Hilfsprogramm entscheiden

+++18.42 Uhr+++

Ministerpräsident Alexis Tsipras sieht sich innenpolitisch starkem Widerstand ausgesetzt. Eine Gruppe von Syriza-Abgeordneten am äußersten linken Flügel der Partei erwägt nach Angaben eines Parteivertreters eine Ablehnung der Einigung mit den Geldgebern. Auch der rechte Juniorpartner der Regierungskoalition spricht sich gegen das Abkommen aus.

+++18.28 Uhr+++

Die Finanzminister der Euro-Zone lassen nach Angaben ihres Vorsitzenden Jeroen Dijsselbloem die Möglichkeit einer Brückenfinanzierung von Experten prüfen. Das Thema sei sehr komplex. Dijsselbloem fügt hinzu, er gehe davon aus, dass die Gespräche über ein drittes Hilfspaket für Griechenland eher vier als zwei Wochen dauern dürften.

+++18.20 Uhr+++

Griechenland wird am Montag eine fällige Kreditrückzahlung an den IWF in Höhe von 450 Millionen Euro nicht leisten. Dies verlautet aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen

+++17.56 Uhr+++

Die europäischen Anleger haben erleichtert auf die Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland reagiert. Der Dax verabschiedete sich mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 11.484 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 stieg um 1,8 Prozent auf 3591 Zähler. Auch an der Wall Street ging es mit den Kursen bergauf. Der Euro profitierte allerdings nur kurz von dem Hellas-Deal.

+++17.23 Uhr+++

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will dem pleitebedrohte Griechenland auch weiterhin beistehen. „Der IWF steht bereit, um mit den griechischen Behörden und europäischen Partnern zusammenzuarbeiten, um diese wichtigen Bemühungen voranzutreiben“, teilt Sprecher Gerry Rice in Washington mit. IWF-Chefin Christine Lagarde habe den Exekutivrat über das Ergebnis der Brüsseler Gespräche unterrichtet.

+++16.38 Uhr+++

Die Ratingagentur S&P könnte die Bonität Griechenlands "recht rasch" heraufstufen, falls sich das dritte Hilfsprogramm als tragfähig erweist. Dies sagt der Chefanalyst bei S&P für europäische Ratings, Moritz Kraemer. Im Basismodell gehe S&P weiter davon aus, das Griechenland den Euro verlassen werde.

+++16.01 Uhr+++

Der Bundestag wird an diesem Freitag in einer Sondersitzung über die Aufnahme von Verhandlungen entscheiden - wenn Athen bis dahin alle Bedingungen erfüllt hat. Aus Kreisen der Unionsfraktion hieß es am Montag, der Beginn der Sitzung sei für 10 Uhr geplant. Nach Abschluss der Verhandlungen müssen die Abgeordneten auch noch über das ESM-Hilfspaket abstimmen, bevor es in Kraft treten kann. Trotz Unmuts in der Union wird mit einer breiten Zustimmung des Bundestags zur Aufnahme der Gespräche gerechnet, da auch weite Teile der Opposition dafür sind.

"Ein deutliches Signal"

+++15.11 Uhr+++

Die griechischen Banken bleiben zwei weitere Tage geschlossen, wie aus Finanzkreisen verlautet. Nach dieser erneuten Verlängerung soll die Lage am Mittwoch geprüft werden, hieß es von Insidern. Die Banken sind bereits seit rund zwei Wochen dicht.

+++14.45 Uhr+++

Der CDU-Wirtschaftsrat hegt große Zweifel an der Reformfähigkeit Griechenlands. "Ernsthafte Reformen und Griechenland - dieses Begriffspaar passt seit mehr als fünf Jahren nicht zusammen", sagt Generalsekretär Wolfgang Steiger. "Es ist daher vollkommen richtig, von Griechenland vor der Aufnahme von Verhandlungen für ein neues Hilfspaket weitreichende Vorleistungen einzufordern." Kurzfristige Hilfsgelder müssten "ausschließlich auf die humanitäre Hilfe begrenzt sein". Der Rat gilt als Sprachrohr des Wirtschaftsflügels der Union.

+++14.30 Uhr+++

Die EZB hält den Druck aufrecht: Die Höchstgrenze für Ela-Notkredite sei nicht verändert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf eine mit der Sache vertraute Person. Damit liegen die Hilfen, die von der griechischen Zentralbank gewährt werden und vom EZB-Rat genehmigt werden müssen, weiter bei knapp 90 Milliarden Euro. Seit dem griechischen Referendum über zusätzliche Sparmaßnahmen wurden sie nicht mehr angehoben.

Das sagen Analysten zur Lage Griechenlands

+++13.45 Uhr+++

Der Bundesverband der Deutschen Industrie spricht von einem sehr großen Vertrauensvorschuss an die Griechen. Die Geduld der europäischen Nationen sei aufs Äußerte strapaziert. Nun erwarte Europa "ein deutliches Signal für den überfälligen Aufbruch der griechischen Politik", erklärt Hauptgeschäftsführer Markus Kerber.

+++ 13.40 Uhr +++

Der Bundestag wird womöglich am Freitagvormittag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um grünes Licht für die Verhandlungen mit Griechenland zu geben. Dies sei vorstellbar, erklärt Parlamentspräsident Norbert Lammert. Tags zuvor könnten die Fraktionen tagen. In Parlamentskreisen heißt es, der Termin werde zwischen den Fraktionen noch abgestimmt.

+++13.25 Uhr+++

Schäubles Vorstoß für einen Grexit auf Zeit war nicht mit dem Wirtschaftsministerium abgestimmt. Dies erklärt eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Gabriel. Nach Angaben von Regierungssprecher Seibert kannte und teilte Bundeskanzlerin Merkel jedoch Schäubles Vorstoß.

+++13.01 Uhr+++

Sigmar Gabriel wertet die Vereinbarung der Euro-Zone zu Griechenland als "gutes Ergebnis" und rechnet mit einer Zustimmung des Bundestages. Er gehe davon aus, dass die griechische Regierung und da, wo es nötig sei, auch die Parlamente anderer Euro-Länder dem Verhandlungsergebnis zustimmen werden.

+++12.45 Uhr+++

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat diesen Freitag als Termin für eine Sondersitzung des Parlaments über ein neues Rettungspaket für Griechenland ins Spiel gebracht. Er könne sich vorstellen, dass nach Zustimmung des griechischen Parlaments der Bundestag am Freitagmorgen zu einer Sitzung zusammenkomme.

Schäuble als Totengräber der EU
Le Monde über Schäuble Quelle: Screenshot
Schäuble-Vergleich mit dem IS Quelle: Screenshot
Schäuble-Karikatur Quelle: Screenshot
Kritik an Deutschland karikatur Quelle: Screenshot
Heftige Häme im Netz Quelle: Screenshot
Google wird Schäuble Quelle: Screenshot
Durch den Fleischwolf gedreht Quelle: Screenshot


+++12.20 Uhr+++

Europa hat mit der Griechenland-Einigung nach Ansicht von Außenminister Frank-Walter Steinmeier seine historisch gewachsene Kompromissfähigkeit bewiesen: „Die Fähigkeit zum friedlichen Interessenausgleich und politischen Kompromiss, auch wenn dafür ganze Nächte hindurch miteinander gerungen werden muss, und das im engen deutsch-französischen Schulterschluss.“


+++12.10 Uhr+++

Die Einigung im griechischen Schuldendrama sorgt für eine gelöste Stimmung am deutschen Aktienmarkt: Die Euphorie am Markt halte sich jedoch in Grenzen, kommentierte Marktstratege Andreas Paciorek von CMC Markets. Er verwies auf weitere Hürden.


+++11.54 Uhr+++

Bundestag wird voraussichtlich noch diese Woche zu einer Sondersitzung über ein neues Rettungspaket für Griechenland zusammenkommen: Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Termin in den kommenden Tagen sei sehr hoch, hieß es am Montag in Unionskreisen in Berlin. Die Sitzung werde wohl am Donnerstag stattfinden.

Griechenland bleibt in der Euro-Zone

+++11.41 Uhr+++

CSU-Bundestagsabgeordneten haben ihre für Dienstag und Mittwoch geplante Klausur im bayerischen Kloster Banz abgesagt. Die Landesgruppe begründete dies mit der aktuellen Entwicklung und der voraussichtlichen Sondersitzung des Bundestags in den nächsten Tagen.


+++11.20 Uhr+++

"Es wäre verfrüht, die Einigung als einen Erfolg anzusehen", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. "Es ist lediglich ein erster Schritt, die wirtschaftliche Abwärtsspirale Griechenlands aufzuhalten." Ökonomen von Banken sehen das ähnlich. "Die Kuh ist nicht vom Eis, aber das Eis ist dicker geworden", sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. "Es wird nicht leicht sein, diese Einigung umzusetzen - insbesondere für die griechische Seite."

+++11.05 Uhr+++

Trotz des Durchbruchs beim Euro-Sondergipfel will sich Finnland nicht auf ein Ja zu neuen Verhandlungen über weitere Griechenland-Hilfen festlegen. „Die Vorschläge des Gipfels für das griechische Parlament sind ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Ministerpräsident Juha Sipilä dem finnischen Rundfunk am Montag. „Die finnische Regierung wird sie sehr genau verfolgen und entscheiden, ob sie eine ausreichende Grundlage bilden, Verhandlungen mit Griechenland einzuleiten.“

Spanien

+++10.21 Uhr+++

Der finnische Ministerpräsident Alexander Stubb kündigt eine sorgfältige Prüfung an, ob die griechischen Vorschläge für Verhandlungen über Hilfen aus dem ESM-Rettungsfonds ausreichen.

+++10.11 Uhr+++

Tsipras hat nach eigenen Worten auf dem Gipfel der Eurogruppe das Beste erreicht, was für sein Land möglich gewesen sei. „Wir haben einen gerechten Kampf geführt“, sagte der Regierungschef nach dem Treffen in Brüssel.

+++10.00 Uhr+++

Die griechischen Schulden sollen nach den Worten des französischen Präsidenten Francois Hollande umstrukturiert werden, indem die Fälligkeiten verlängert werden.

+++09.55 Uhr+++

In den Verhandlungen sei es nach den Worten des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras gelungen, eine mittelfristige Finanzierung sicherzustellen und eine Umstrukturierung der Schulden zu erreichen. Die Entscheidungen ermöglichten auch Investitionen, die Rezessionstrends entgegenwirken könnten.

+++09.52 Uhr+++

Frankreichs Präsident François Hollande geht davon aus, dass Griechenland nach der Einigung auf ein weiteres Rettungspaket in der Eurozone bleiben kann. Das griechische Parlament solle binnen Stunden zusammenkommen, um neue Reformen zu verabschieden, sagte er. Wenn die Eurozone Griechenland als Mitglied verloren hätte, hätte sie „das Herz unserer Zivilisation“ verloren.

Wie stehen Griechenland, Spanien und Co. da?
Bruttoinlandsprodukt, BIP, Griechenland, niedrigsten Stand, Spanien, Irland, Portugal, Wirtschaftskraft, Level
Die Lohnstückkosten sind in Griechenland, Irland und Spanien vergleichbar hoch. Für Griechenland senkt das die Wettbewerbsfähigkeit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung deutlich herab.
Griechenland, Spanien Arbeitslosigkeit, jeder vierte Erwerbsfähige ohne Arbeit, Portugal, Irland Krise, Anstieg, Eindämmung
Alle vier Länder haben den Abbau der Staatsausgaben verbessert. Besonders Griechenland war hier auf einem guten Weg, bis im Januar Syriza an die Macht kam.
Mit dem Abbau der Staatsverschuldung haben alle vier Länder noch ein Problem und sind noch weit entfernt von einem akzeptablen Stand. Am besten schlagen sich hier Spanien und Irland.
Krisenfolgen, Auflagen, Wende, Irland, Spanien, Portugal, Konjunktur, Reformen, Griechenland, Krise

+++09.43 Uhr+++

"Es gab schwierige Entscheidungen zu treffen: Wir haben die Verantwortung auf uns genommen, um zu vermeiden, dass die extremsten Folgen wahr werden. Wir haben vermeiden können, dass die öffentlichen Vermögenswerte ins Ausland übertragen werden. Wir haben einen Plan vermeiden können, in dem Griechenland finanziell abgeschlagen wird", sagte Alexis Tsipras. "Wir hinterlassen ein Erbe für den Wandel in ganz Europa und Griechenland findet wieder zu Wachstum zurück. Und wir bekommen unsere verlorene nationale Souveränität zurück." Man wissen, dass es eine Einigung ist, die in der Umsetzung schwierig sein wird. Mit Maßnahmen, die auch zur Rezession führen werden, aber wir haben die Hoffnung, dass die Maßnahmen das Gefühl verleihen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

+++09.41 Uhr+++

Nach dem Krisengipfel zu Griechenland sieht EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker weder Gewinner noch Verlierer. „Es ist ein Kompromiss“, sagte Juncker. „Da es ein Kompromiss ist, gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Ich denke nicht, dass das griechische Volk gedemütigt wurde, und ich denke nicht, dass die anderen Europäer ihr Gesicht verloren haben.“

+++09.35 Uhr+++

Kanzlerin Angela Merkel hat betont, dass ein Schuldenschnitt - ein sogenannter „Haircut“ - für Griechenland nicht in Frage kommt. Mit Blick auf die Schuldentragfähigkeit des Landes sagte sie: Die Eurogruppe sei bereit, wenn nötig über längere Laufzeiten der Schulden Athens zu reden. Dafür gelte aber als Bedingung, dass es zunächst eine erste erfolgreiche Bewertung des neuen griechischen Reformprogramms geben müsse.

Einigung werde schwer umzusetzen

+++09.30 Uhr+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel will im Zusammenhang mit der Abstimmung im Bundestag über das Griechenland-Paket nicht die Vertrauensfrage stellen. Das erwäge sie nicht.

+++09.28 Uhr+++

"Griechenland hat Chancen auf den Wachstumspfad zurückzukehren, der durchaus mühsam werden kann", sagt Merkel. Der geplante Privatisierungsfonds über 50 Milliarden Euro soll Bundeskanzlerin Angela Merkel zufolge auch für die Rückzahlung von Schulden verwendet werden. 12,5 Milliarden Euro sollten in Investitionen fließen, sagt sie in Brüssel. "Ein nominaler Schuldenschnitt kommt für uns nicht infrage."


+++09.25 Uhr+++

Nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel sind die Voraussetzungen geschaffen, dass "wir den Bundestag um ein Votum für die Verhandlungen bitten können".

+++09.23 Uhr+++

"Ich kann der Aufnahme der Verhandlungen aus voller Überzeugung zustimmen. Wir haben Wege gefunden, in denen die Vorteile überwiegen - und die auf der Solidiarität der Mitgliedstaaten und Eigenverantwortung im Griechenland beruhen. Es wird jetzt Schritt für Schritt darauf ankommen, dass was wir vereinbart haben, auch umzusetzen. Die griechischen Verantwortlichen müssen Verantwortung übernehmen, um das alles umzusetzen", sagte Merkel in einer ersten Pressekonferenz.

+++09.22 Uhr+++

Die Eurostaaten haben sich nach den Worten von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem auf einen Privatisierungsfonds für Griechenland geeinigt. In diesem Fonds sollten Vermögenswerte überführt werden. Die Treuhandfonds ist mit 50 Milliarden Euro angesetzt, sagte er.

+++09.20 Uhr+++

Nun müsse das griechische Parlament den neuen Entscheidungen zustimmen, danach folgen weitere nationale Parlamente.

+++09.17 Uhr+++

Es solle ein Fonds eingerichtet werden, in den Vermögenswerte eingetragen werden. Diese Gelder sollen für die Reduzierung der Schulden eingesetzt werden, aber auch für die Rekapitalisierung der Banken, sagte Dijsselbloem. Die Euro-Gruppe trifft sich schon heute Nachmittag.

+++09.15 Uhr+++

"Bevor wir diese 17 Stunden verhandelt haben, haben wir schon 14 Stunden in der Euro-Gruppe verhandelt," sagte Jeroen Dijsselbloem. "Im Laufe des Abends und in den frühen Morgenstunden ist uns eine Einigung gelungen. Das griechische Parlament wird dazu beitragen, dass wieder Vertrauen entstehen kann."

+++09.13 Uhr+++

"Es war eine mühsame Einigung, zeitintensiv, aber wir haben es geschafft. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass wir eine Form des Grexit nicht akzeptieren können - und es wird auch keines geben. Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein," sagte Jean-Claude Juncker bei einer Pressekonferenz nach den 15-stündigen Verhandlungen.

+++09.12 Uhr +++

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagt, es gibt die grundsätzliche Einigung, ein Hilfsprogramm zu beginnen. "Es wird strenge Bedingungen geben", sagt Tusk in Brüssel. Die Finanzminister der Euro-Zone würden mit Hochdruck eine Brückenfinanzierung besprechen.

+++09.11 Uhr+++

Die Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland hat den deutschen Aktienmarkt am Montag in die Höhe schnellen lassen. Der Dax baute seine jüngsten Gewinne aus und stieg im frühen Handel um 1,21 Prozent auf 11 452,28 Punkte.


+++09.09 Uhr+++

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann sagt, es werde sehr schwer sein, die Einigung auch umzusetzen. Das Resultat der Beratungen sei positiv für den sozialen Zusammenhalt, aber kompliziert umzusetzen, sagte er nach der Einigung der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone auf ein Reformpaket für das hoch verschuldete Griechenland am Montag in Brüssel. In der Abschlusserklärung werde keine Frist für die Privatisierung griechischer Staatsbetriebe gesetzt. Der Vorschlag eines zeitweisen Ausscheidens Griechenlands aus der Euro-Zone sei gestrichen worden.

+++09.00 Uhr+++

Beim Euro-Gipfel ist in kleiner Runde ein Kompromiss zum letzten strittigen Thema des Privatisierungsfonds gelungen. Das berichteten Diplomaten nach einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande, EU-Gipfelchef Donald Tusk und Griechenlands Premier Alexis Tsipras am Montag. Der Gipfel sei aber noch nicht zu Ende.


+++08.57 Uhr+++

Der Euro-Zonen-Gipfel hat sich nach Angaben von EU-Ratspräsident Donald Tusk einstimmig auf die Eröffnung von Verhandlungen über ein weiteres Rettungspaket geeinigt. Das Reformprogramm für Griechenland beinhalte „beträchtliche Reformen“ und „finanzielle Hilfe“.

+++08.51 Uhr+++

Der französische Ministerpräsident Manuel Valls äußert sich noch zurückhaltend. Letzte Hinweise deuten auf eine Einigung, sagt Valls. Man sollte aber noch vorsichtig sein, fügt er hinzu.


+++08.40 Uhr+++

Diese Reformvorschläge bietet Griechenland an

Die 19 Euro-Länder haben am frühen Montagmorgen nach einer Marathonsitzung eine Einigung im griechischen Schuldendrama erreicht. Das teilte der belgische Ministerpräsident Charles Michel via Kurznachrichtendienst Twitter mit.

+++08.23 Uhr+++

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sieht einen gemeinsamen Willen aller für den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion. "Es gibt eindeutig den gemeinsamen Wunsch, sicherzustellen, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt", sagt Moscovici dem Radiosender RTL. "Ich bin mir sicher, dass es diesen Wunsch gibt."

+++08.08 Uhr+++

Die liberale dänische Tageszeitung „Politiken“ (Kopenhagen) schreibt am Montag über die Verhandlungen in der griechischen Schuldenkrise: „Es kann schwierig sein zu verstehen, wie es in nur 15 Jahren gelingen kann, die Euro-Währungsunion in einen wirtschaftlichen Morast zu lenken, der die zukünftige Existenz der Union ernsthaft gefährdet. Aber so ist es. Ob es den europäischen Staats- und Regierungschefs gelingt, ein Abkommen in der griechischen Schuldenkrise auszuhandeln oder nicht, hat sich das Bewusstsein über die Verletzlichkeit der Union voll offenbart. Die Bedrohung ist messerscharf: Ein unkontrollierter Grexit von der Euro-Union, gefolgt von einem Staatsbankrott und der Einführung einer neuen Währung, die im Verhältnis zum Euro beträchtlich abgeschrieben werden wird, wird nicht nur die Euro-Länder, sondern die ganze EU kräftig erschüttern. Die Griechen werden dem Rest der EU deutliche Verluste bescheren.“

+++07.45 Uhr+++

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warnt vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Die Verhandlungen beim Sondergipfel in Brüssel stünden "Spitz auf Knopf", sagt der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. "Da kann die Euro-Zone auseinanderfliegen." Er gehe aber nach wie vor davon aus, dass die Hürden auf dem Weg zu einer Einigung noch überwunden werde können.

Kurzfristige Brückenfinanzierung für Griechenland

+++07.24 Uhr+++

Die Einigung verzögert sich nach Angaben aus Teilnehmerkreisen weiter. Immer wieder müsse sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras telefonisch mit Athen besprechen. Stein des Anstoßes seien für ihn die von Deutschland geforderte weitere Einbeziehung des Internationalen Währungsfonds (IWF), heißt es. Außerdem wird die angestrebte Höhe der Privatisierungseinnahmen mit 50 Milliarden Euro als viel zu hoch eingestuft

+++07.13 Uhr+++

Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman kritisiert am Montag in einem Kommentar in der „New York Times“ die harte Haltung der EU gegenüber Griechenland in der Schuldenkrise. Die Liste der Forderungen der Eurogruppe nennt er „verrückt“. „Das europäische Projekt - ein Projekt, das ich immer gelobt und unterstützt habe - hat gerade einen furchtbaren, vielleicht sogar tödlichen Schlag erlitten. Und was immer man von (der griechischen Regierungspartei) Syriza oder Griechenland hält - die Griechen haben es nicht verbockt.“
Laut Krugman liegt der Hashtag „#thisisacoup“, der am Montagfrüh im Internetkurznachrichtendienst Twitter hunderttausendfach verbereitet wurde, genau richtig: Das Vorgehen der Eurogruppe gehe über Strenge hinaus „in schiere Rachsucht, in kompletter Zerstörung nationaler Souveränität, ohne Hoffnung auf Abhilfe“. „Es ist vermutlich als Angebot gedacht, das Griechenland nicht annehmen kann - nichtsdestotrotz ist es ein grotesker Verrat an allem, wofür das europäische Projekt eigentlich stehen sollte“.

+++06.50 Uhr+++

+++06.31 Uhr+++

„Tsipras verhandelt hart, um die Würde des griechischen Volkes zu bewahren, aber er weiß, dass jetzt entschieden werden muss“, resümierte ein Diplomat. Das Krisentreffen der 19 „Chefs“ dreht sich darum, ob Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket aufgenommen werden. Der Plan soll über drei Jahre laufen.

+++06.10 Uhr+++

Ministerpräsident Alexis Tsipras muss sich in Brüssel nach Angaben eines griechischen Diplomaten noch in zwei Kernfragen mit der restlichen Eurozone einigen, bevor eine Einigung stehen kann. Zum einen geht es um die künftige Beteiligung des Internationalen Währungsfonds am griechischen Rettungsprogramm, zum anderen um einen Privatisierungsfonds im Umfang von voraussichtlich 50 Milliarden Euro.


+++05.57 Uhr+++

Der Euro-Sondergipfel ist nach rund 14 Stunden erneut unterbrochen. Laut einem Tweet des maltesischen Regierungschefs Joseph Muscat sollen danach die abschließenden Beratungen folgen.


+++04.51 Uhr+++

Laut Vertretern der griechischen Regierung gibt es beim Euro-Sondergipfel in einem möglichen Griechenland-Paket noch immer Differenzen über die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Aufbau eines Privatisierungs-Fonds.


Das sagen Analysten zur Lage Griechenlands

+++04.10 Uhr+++

Die Staats- und Regierungschefs treffen sich erneut in großer Runde, um einen Kompromissvorschlag zu Griechenland zu beraten. Das teilt der Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Zuvor hat es laut mit der Sache vertrauter Personen ein Fünfertreffen von Tusk mit den Regierungschefs Deutschlands, Griechenlands, den Niederlanden sowie dem französischen Präsidenten Francois Hollande gegeben.

+++02.12 Uhr+++

Mittel aus dem Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) könnten einem EU-Vertreter zufolge als kurzfristige Brückenfinanzierung für Griechenland dienen. In dem 2010 aufgelegten Fonds seien noch 13 Milliarden Euro vorhanden. Notwendig für die Aktivierung sei eine qualifizierte Mehrheit der EU-Finanzminister. Als weitere Möglichkeit nennt der EU-Vertreter die Überweisung von Gewinnen aus EZB-Geschäften mit griechischen Anleihen (SMP-Programm).

+++01.53 Uhr+++

Die von der Bundesregierung ins Spiel gebrachte Option eines "Grexit auf Zeit" soll laut mehreren EU-Vertretern beim Euro-Gipfel fallen gelassen werden, wenn die griechische Regierung der Idee eines Treuhandfonds zustimmt.

+++01.09 Uhr+++

Die Hellas-Hängepartie drückt auf den Euro. Im frühen fernöstlichen Handel kostet die Gemeinschaftswährung 1,1090 Dollar nach 1,1162 Dollar am Freitag.

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+++01.01 Uhr+++

Französische Regierungsvertreter dementieren Angaben eines EU-Vertreters, wonach Frankreich Griechenland zur Bewältigung kurzfristiger Finanzprobleme bilaterale Kredite zur Verfügung stellen könnte. Der EU-Vertreter nennt als weitere Möglichkeit, Fonds der EU-Kommission zu nutzen.

+++00.23 Uhr+++

Nach der erneuten Unterbrechung im Kreis der 19 Euro-Regierungschefs beraten jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande, EU-Ratspräsident Donald Tusk zum zweiten Mal in dieser Nacht mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

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