Griechenland Griechische Wirtschaft wächst schneller als gedacht

Positive Botschaft aus Athen: Das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands ist im vergangenen Quartal erneut deutlich gestiegen - und übertrifft damit die Erwartungen. Die Interimsregierung nimmt derweil ihre Arbeit auf.

Positive Botschaft aus Athen: Das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands ist im vergangenen Quartal erneut deutlich gestiegen Quelle: dpa

Die griechische Wirtschaft wächst noch schneller als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 0,9 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt am Freitag in Athen mitteilte. Damit wurde das Ergebnis einer ersten Schätzung von 0,8 Prozent nach oben revidiert. Zu Jahresbeginn hatte es ein Mini-Plus von 0,1 Prozent gegeben, nachdem bislang von Stagnation die Rede war.

Angekurbelt wurde die Wirtschaft im Frühjahr vom steigenden Konsum. Dieser zog um 1,1 Prozent an. Dagegen investierten die Unternehmen deutlich weniger: Hier gab es einen Einbruch von 10,6 Prozent. Die Exporte wuchsen minimal, während die Importe deutlich schrumpften.

Alexis Tsipras und die Schuldenkrise

Die internationalen Geldgeber und die Regierung in Athen erwarten trotz der guten ersten Jahreshälfte eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt soll demnach 2015 um gut zwei Prozent schrumpfen. Ein Grund dafür sind die seit Ende Juni geltenden Kapitalverkehrskontrollen. Derzeit können die Griechen maximal 420 Euro die Woche abheben. Zudem schlossen die Banken für drei Wochen. Nach sechsjähriger Talfahrt war das Bruttoinlandsprodukt 2014 erstmals wieder gewachsen.

Griechenland hat eine neue Regierung

Politisch gibt es in Athen währenddessen weiter Bewegung: Die geschäftsführende Ministerpräsidentin Vassiliki Thanou berief am Freitag ihre Minister ins Kabinett. Die Übergangsregierung wird amtieren, bis nach den Wahlen am 20. September eine neue Regierung gebildet ist. Es wird damit gerechnet, dass ihr zurückgetretener Vorgänger Alexis Tsipras und seine Syriza-Partei die Wahl gewinnen. Fraglich ist jedoch, ob er alleine regieren kann. Die neue Regierung sollte noch am Freitag vereidigt werden.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Thanou hatte bereits am Donnerstag ihren Amtseid geleistet. Als Finanzminister benannte die 65-Jährige Giorgos Houliarakis, einen Akademiker, der bereits im griechischen Unterhändlerteam an den Verhandlungen mit den internationalen Kreditgebern teilgenommen hatte. Thanou, die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, ist die erste Frau an der Spitze einer griechischen Regierung.

Tsipras war vergangene Woche nach kaum sieben Monaten im Amt zurückgetreten, weil Mitglieder seiner Syriza-Partei die Sparmaßnahmen für das Rettungspaket nicht hatten mitragen wollen. Er hatte mit seinem Rücktritt auf Neuwahlen spekuliert, um sich so ein stärkeres Mandat für seine Politik zu sichern. Die griechische Regierung muss die Sparmaßnahmen im Gegenzug für das bis zu 86 Milliarden schwere Rettungspaket umsetzen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%