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Griechenland-Krise Tsipras fordert EU-Sondergipfel

Griechenland erlebt offenbar wieder die Tage von 2015. Wie vergangenen Sommer soll auch heute wieder die Pleite vor der Tür stehen. Deshalb fordert Tsipras einen EU-Sondergipfel.

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Offenbar will Alexis Tsipras einen EU-Sondergipfel beantragen. Quelle: REUTERS

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat bei einem Telefonat mit EU-Ratspräsident Donald Tusk einen Sondergipfel der Euro-Staaten gefordert. Dies gelte jedoch nur, „sollte in den kommenden Stunden festgestellt werden, dass es keine Sitzung der Eurogruppe (zur griechischen Finanzkrise) geben kann“, hieß es in einer Erklärung von Tsipras' Büro weiter.

Der Regierungschef habe sein Missfallen geäußert, weil der Internationale Währungsfonds (IWF) auf mehr Sparmaßnahmen bestehe als Athen mit den Gläubigern vergangenen Sommer vereinbart hatte. Es solle vermieden werden, dass es zu einer neuen Verunsicherung der Eurozone komme, hieß es.

Tusk habe Tsipras versichert, er werde noch am Mittwoch Möglichkeiten ausloten, wie eine sofortige Sitzung der Eurogruppe einberufen werden könne.

So spotten Griechen über ihre Geldautomaten
Die Situation im Land sei nur mit Humor zu ertragen, meint der griechische Journalist Vagelis Theodorou, der diese Fotomontage ins Netz stellte. Quelle: Handelsblatt Online
"Herr, erbarme dich!" schreibt er zu einem Foto, dass ein überarbeitetes Bild einer Prozession zeigt. Statt einer Monstranz trägt eine Gruppe Männer im Anzug einen Geldautomaten spazieren. Einer der Träger: der ehemalige griechische Ministerpräsident Antonis Samaras, Amtsvorgänger von Alexis Tsipras. Das Originalbild der Prozession scheint aus dem Jahr 2011 zu stammen. Quelle: Handelsblatt Online
Vielfach geteilt wurde in Griechenland am Wochenende dieses gestellte Foto. Quelle: Handelsblatt Online
„Nur Abhebungen über 500 Euro. Wir haben keine 50, 20 und 10 Euro-Scheine. Gehen Sie für Wechselgeld zur deutschen Botschaft." Quelle: Handelsblatt Online
Ein beliebtes Spiel: Die Anzeige eines Geldautomaten mit einem anderen Motiv austauschen. Ein griechischer Experte für Gasgeräte teilte diese Bildmontage, die auf den Videospiel-Klassiker Pacman im Geldautomaten-Display zeigt. Quelle: Handelsblatt Online
Der griechische Comedian „Blink Mike“ wählte ein anderes Motiv. Er kombinierte Bilder von riesigen Rockkonzerten und einem Truppenaufmarsch aus dem Filmepos „Herr der Ringe“ und verglich sie mit dem Gedränge vor griechischen Geldautomaten. Quelle: Handelsblatt Online
Das Foto eines Geldautomaten auf der Insel Mykonos, geschmückt mit einem ironischen Zettel: „Kein Geld hier. Nur Liebe!“ Quelle: Handelsblatt Online

Die beiden Politiker hätten vereinbart, an diesem Donnerstag erneut miteinander zu sprechen, hieß es in der Erklärung weiter.
In Athen herrscht Empörung darüber, dass die Gläubiger auf Betreiben des Internationalen Währungsfonds (IWF) darauf beharren, Griechenland solle neben den im vergangenen Juli vereinbarten Reform- und Sparmaßnahmen im Umfang von 5,4 Milliarden Euro weitere Maßnahmen für rund 3,6 Milliarden Euro treffen. Dieses zweite Paket soll quasi auf Vorrat beschlossen werden und in Kraft treten, falls Athen bis 2018 das gesetzte Ziel nicht erreicht, einen Überschuss von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes vor Abzug der Kreditzinsen zu erzielen.

Ohne eine Einigung auf das Spar- und Reformpaket kann kein frisches Geld des Eurorettungsschirms ESM nach Athen fließen. Die Staatskasse ist bald wieder leer, allein im Juli muss das krisengeschüttelte Land 2,7 Milliarden Euro zurückzahlen, die es zur Zeit nicht hat.

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