Griechenland-Krise Tsipras und Lagarde feilschen um die Rettung

Spitzentreffen in Brüssel: Vor dem Treffen der Eurofinanzminister am Abend spricht Griechenlands Premier Alexis Tsipras mit den Geldgebern - inklusive der größten Griechen-Kritikerin: IWF-Chefin Christine Lagarde.

Diese Akteure entscheiden den Griechenland-Poker
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Alexis Tsipras hat derzeit alle Hände voll zu tun. Die Griechenland-Rettung, konkret: das Verhindern des Grexit, ist zur Chefsache geworden. Der griechische Premier muss den Euro-Partnern versichern, dass er es ernst meint mit seinen Reformplänen; er muss seine eigenen Parteifreunde in Griechenland zur Zustimmung des Kompromissvorschlags überreden, die weitere Kürzungen eigentlich ablehnen. Und vor allem: Er muss die Institutionen, also EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds, überzeugen, dass eine weitere Unterstützung Griechenlands Sinn macht.

Insbesondere die IWF-Chefin Christine Lagarde zeigte sich ob der Griechenland-Vorschläge zuletzt wiederholt kritisch. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, ist der IWF auch mit Blick auf die neue Reformliste unzufrieden: Es sei nicht hinnehmbar, wenn man von den ursprünglichen Forderungen an Athen abweiche und den Griechen zu sehr entgegenkomme. Die EU-Kommission sei zu nachgiebig, so der IWF.

Die von Athen vorgeschlagenen Sparmaßnahmen

Tsipras reiste deswegen überraschend am Mittwoch nach Brüssel. In einem persönlichen Gespräch will er EU-Kommission, EZB-Chef Mario Draghi und eben IWF-Frau Christine Lagarde zur Zustimmung zum Kompromiss bewegen.

Am Mittwochabend sollen dann die Euro-Finanzminister einen Deal zwischen Griechenland und den Geldgebern vorbereiten. Die 19 Ressortchefs der Euro-Staaten treffen sich in Brüssel, um „die Details des griechischen Reformplans zu finalisieren“, hieß es in der Ankündigung.

Die Euro-Finanzminister waren bereits am vergangenen Donnerstag und am Montag zusammengekommen - ohne Ergebnisse. Griechenlands bisheriges, zweites Hilfsprogramm liefe damit nach aktuellem Stand am 30. Juni auf europäischer Seite aus. Zum selben Stichtag müssen die Griechen rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Viele zweifeln daran, dass das Land das aus eigener Kraft schafft.

Von den Geldgebern, inklusive IWF, stehen zwar noch 7,2 Milliarden Euro weitere Hilfen bereit. Diese werden aber nur freigegeben, wenn Griechenlands Reformzusagen die Gläubiger überzeugen.

Zu Wochenbeginn hatte die griechische Regierung daher ein neues Angebot eingereicht. Nach Worten von EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis stimmt das in großen Zügen mit den Vorstellungen der Institutionen überein. „Mit diesem Vorschlag ist eine Vereinbarung möglich, wenn beide Seiten ernsthaft in den nächsten ein oder zwei Tagen arbeiten“, sagte der Lette der Deutschen Presse-Agentur.

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