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Griechenland-Krise Wie Europa aus Schaden vielleicht klüger wird

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Was zeigt uns die griechische Tragödie?

Was zeigt uns die griechische Tragödie? Nicht der Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion gefährdet das europäische Projekt. Die eigentliche Gefahr für Europa ist eine Politik, die die historisch gewachsene Wirklichkeit ihren geschichtsvergessenen Illusionen unterwerfen will. Was finanzpolitisch nicht zusammengehört, wächst nicht zusammen, auch wenn die Regierungschefs, die EZB, der Europäische Rat und die Europäische Kommission es beschließen.

Was uns jetzt bevorsteht, ist keine Katastrophe für Europa. Was nun bevorsteht ist die Korrektur eines grundlegenden Fehlers, begangen im Machbarkeitswahn einer Politikergeneration, die über ökonomische und kulturelle Wirklichkeiten hinwegregieren zu können glaubte.

"Grexit macht Griechen wieder wettbewerbsfähig"
Der Präsident des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn Quelle: dpa
Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir Quelle: dpa
Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) Quelle: dpa
Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras Quelle: AP
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Quelle: dpa
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Quelle: REUTERS
Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping Quelle: dpa

Wenn wir, die Völker Europas und vor allem ihre politischen Eliten, die richtigen Lehren aus dem Scheitern der Währungsunion ziehen, wird Europa weder schwächer noch stärker, aber hoffentlich klüger sein als bisher. Dann werden wir nicht in der blinden Maßlosigkeit der Schöpfer der Währungsunion als halsstarrige Prinzipienreiter  auf dem einmal eingeschlagenen Weg weitergehen.

Denn jetzt muss über Grundsätzliches diskutiert und entschieden werden. Die an das Fortschrittspathos des real existierenden Sozialismus erinnernde Forderung des EU-Vertrages nach einem „Prozess der immer engeren Union der Völker Europas“ muss angesichts des griechischen Scheiterns relativiert werden.

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Nicht Integration um der Integration Willen sollte das Ziel sein, sondern Integration in den Bereichen und zwischen den Ländern, die dazu gewillt und in der Lage sind. Es muss daher endlich Notbremsen und auch Notausgänge geben, deren Nutzung nicht als totale Katastrophe erscheint, sondern als Korrektur aus Erfahrung hingenommen wird.

Wir tragen als Europäer in uns ein Erbe an Gleichheiten und Ungleichheiten. Das europäische Einigungswerk kann nur soweit gelingen und Bestand haben, wie es sich auf unsere Gleichheiten beschränkt. Und Verschiedenheiten, die seit 2500 Jahren den Reichtum und die Stärke dieses Kontinents ausmachen, unangetastet bestehen lässt.

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