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Griechenland Verzweiflung in Griechenland

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Nach nur einem Jahr ist Schluss mit der Sozialhilfe

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

“Deshalb ist sie fest entschlossen zu emigrieren: „Am liebsten würden wir nach Deutschland, deswegen lerne ich auch die Sprache“, sagt Psani. Eine Einladung des Frankfurter Flughafens zum Bewerbungsgespräch musste Psani ablehnen. Sie konnte das Geld für die Anreise nicht aufbringen.

Der griechische Staat kümmert sich bei Arbeitslosigkeit nur ein Jahr um die betroffenen Personen. Sollte danach kein neuer Job gefunden sein, zahlt die hellenische Regierung keine weitere Unterstützung. Für Sozialprogramme fehlt das Geld. Trotz aller Sparprogramme betrug das Haushaltsdefizit 2012 sage und schreibe 10,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Eine Sozialhilfe oder „Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten und Hilfe in anderen Lebenslagen“, wie es im deutschen Sozialgesetzbuch heißt, gibt es in Griechenland nicht. Was verschärfend hinzukommt: Ohne ein Einkommen, auch durch Transferleistungen, erlischt der Versicherungsschutz der Krankenkasse.

Um jedoch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben müssen Arbeitnehmer mindestens zwei Jahre in die Sozialkassen des Landes eingezahlt haben. Anwälte, Ärzte, Ingenieure, die meist als Selbstständige ihr Geld verdient haben, gehen im Falle einer Arbeitslosigkeit damit leer aus. Somit stehen viele Griechen nach einem Jahr erfolgloser Arbeitssuche vor der Situation, keinerlei Einkommen oder Transferleistungen zu erhalten.

Athanasios Kaltabanis ist eine imposante Gestalt. Muskulöser Oberkörper, dunkler Teint. Auf den ersten Blick ungewöhnlich: In seiner Hand hält er einen Rosenkranz, dessen Perlen er unablässig durch die Finger gleiten lässt, während er von seinem Leben in der Krise erzählt. Nach seinen beruflichen Perspektiven gefragt, verschwindet das freundliche, offene Lächeln vom Gesicht des 43-Jährigen. Kaltabanis ist eigentlich Grafikdesigner bei der griechischen Boulevardzeitung „Espresso“.

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