Griechenland Schuldenrückkauf ist unter Dach und Fach

Mit dem Rückkauf der Staatsanleihen wollte Athen die Staatsschulden um 20 Milliarden Euro senken. Jetzt wurde die Frist verlängert. Trotzdem sind sich die Behörden sicher, ihr Ziel zu erreichen. Zu Recht.

Lightning strikes over the Parthenon Temple on the Acropolis Hill during a thunderstorm in Athens Quelle: dpa

Noch am Sonntag freute sich der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras darüber, wie gut der Rückkauf von griechischen Staatsanleihen laufe. "Ich bin zuversichtlich, bis Montag oder Dienstag mit großer Sicherheit sagen zu können, dass die Sache sehr gut gelaufen ist", sagte er nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Das Ziel Griechenlands ist es, mit zehn Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds EFSF etwa 30 Milliarden Euro an alten, im Wert stark gesunkenen Schulden aufzukaufen und sie damit vom Markt zu nehmen.

Das Rückkaufprogramm richtete sich ausschließlich an private Gläubiger des griechischen Staats. Die erste Frist zur Annahme des Angebots lief am Freitag ab. Auf dem Sekundärmarkt wurden die griechischen Anleihen zu noch niedrigeren Preisen als beim Schuldenrückkaufprogramm angeboten. 30 bis 40 Cent gab es für jeden Euro Nennwert. Dann kam die Nachricht, dass Athen die Frist für den Rückkauf bis zum 11. Dezember verlängern werde. Die Verlängerung spricht - trotz Samaras Optimismus - gegen einen reibungslosen Ablauf des Rückkaufsprogramms, mit dem die griechische Regierung ihren Schuldenberg um 20 Milliarden Euro verringern wollte. Haben nicht genug der Griechenlandaktionäre zugeschlagen?

Zukunftsszenarien für Griechenland

Die griechischen Banken waren die ersten, die letzte Woche ihre Teilnahme am Schuldenrückkauf zugesagt hatten, zunächst im Umfang von zehn Milliarden Euro. Staatsanleihen im Wert von fünf Milliarden Euro sollen sie noch zurückbehalten haben. Sie wollten abwarten, wie sich Hedgefonds und andere ausländische Privatanleger verhalten. Erst dann wollen die griechischen Geldhäuser überlegen, ob sie die fünf-Milliardenlücke schließen und weitere Papiere verkaufen.

"Aktion so gut wie unter Dach und Fach"

Aus der Gruppe der Hedgefonds und Versicherungen sollen sich Halter von Anleihen in Höhe von 15 bis 16 Milliarden Euro gemeldet haben. Demnach erreichte der Gesamtbetrag bis zum Ablauf der ersten Frist am vergangenen Freitagabend zunächst 25 bis 26 Milliarden Euro, weshalb die Verlängerung nach Ansicht von Experten "kein schlechtes Omen" sei. So bestätigte ein Mitarbeiter des Athener Finanzministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die Aktion "praktisch unter Dach und Fach" sei.

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