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Griechenland Alexis Tsipras’ perfider Plan: der Schuldenschnitt

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Tsipras' Regierung von Konservativen und Sozialisten gestützt

Tsipras konnte im Vorfeld damit rechnen, dass ihm eine Reihe von Syriza-Abgeordneten nicht folgen würde. Die Frage war nicht, ob seine Regierung auseinanderfällt, sondern wie viele noch zu ihm halten. Hätten ihn weniger als 120 Abgeordnete aus seiner Koalition unterstützt, hätte Tsipras wohl zurücktreten müssen.

"Mit dem jetzigen Ergebnis ist Tsipras zwar geschwächt, aber er dürfte in der bisherigen Koalition weiterregieren können. Allerdings wird er das Kabinett umbilden müssen, da verschiedene Minister ihm abermals die Gefolgschaft verweigert haben“, sagt Bastian. Bei allen künftigen Abstimmungen bleibt Tsipras abhängig von der Opposition. De facto wird seine Regierung nun von den Konservativen und Sozialisten gestützt.

An Griechenland hängt mehr als nur der Euro

Nun beginnt für Tsipras die nächste Phase. Er wird versuchen, die Spaltung zwischen den Gläubigern für sich zu nutzen. „Tsipras will den Konflikt zwischen dem Internationalen Währungsfonds, der einen weitergehenden Schuldenschnitt fordert, und den vielen Eurostaaten, die einen solchen innerhalb der Eurozone kategorisch ablehnen, verstärken“, sagt Bastians, der bis 2013 selbst Mitglied einer EU-Task-Force war, um technische Reformen in Griechenland umzusetzen.

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    Hoffnung auf den Schuldenschnitt

    „Wenn ihm das gelingt, könnte er bei den Hauptverhandlungen zum dritten Hilfspaket womöglich doch noch Zugeständnisse bei einer Umstrukturierung der Schulden erreichen. Zumindest ist das heute seine Hoffnung.“

    Europa



    Womöglich hatte mancher Regierungschef nach dem Gipfel in Brüssel gehofft, dass die Verhandlungen mit Griechenland nun weniger nervenaufreibend werden könnten. Die Eckpunkte zum dritten Hilfspaket stehen schließlich, nun geht es darum, die Details auszuhandeln. Doch so einfach wird es nicht. Tsipras will den Schuldenschnitt mit aller Macht.

    Den Internationalen Währungsfonds, den eigentlich Bundeskanzlerin Angela Merkel als ihren Verbündeten sieht, weiß Tsipras bei dieser Frage auf seiner Seite.

    Und so wird auch in den nächsten Wochen wohl alles in Europa bleiben wie bislang: Kompromisse werden mit Drohungen und Erpressungen erreicht. Friedlichere Verhandlungen können Merkel, Tsipras und Co. vergessen.

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