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Griechenland-Wahl

Der Euroraum könnte vom Grexit profitieren

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Das Ende einer Liaison

Diese Ansicht teilt inzwischen auch die deutsche Bundeskanzlerin und hält deswegen einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone im Fall der Abkehr von der Sparpolitik nicht nur für verkraftbar, sondern sogar für nahezu unvermeidlich. Es wäre wohl zu kurz gegriffen, solche Äußerungen allein als Wahlkampfhilfe für den amtierenden Ministerpräsidenten abzutun.

Die Tragweite der Aussage geht viel weiter und sagt in Anbetracht der Höhe der Forderungen einiges über die Ansicht der Geldgeber aus, für wie unwahrscheinlich sie es entgegen öffentlicher Äußerungen erachten, dass Griechenland jemals seine Schulden zurückzahlen werde. 

Europa ist nur bedingt wettbewerbsfähig
Ein Mann trägt eine griechische Flagge Quelle: dpa
ItalienAuch Italien büßt zwei Plätze ein und fällt von Rang 44 auf Rang 46. Die Studienleiter kritisieren vor allem das Finanz- und Justizsystem. Die Abgaben seien zu hoch und Verfahren viel zu langwierig und intransparent. Lediglich bei der Produktivität und mit seiner Infrastruktur liegt der Stiefelstaat im Mittelfeld. Ein wenig besser macht es ... Quelle: REUTERS
Ein Mann schwenkt eine portugiesische Flagge Quelle: AP
Stierkampf Quelle: dpa
Eine Frau hält eine Fahne mit einer französischen Flagge in der Hand Quelle: REUTERS
Das Parlamentsgebäude in Wien Quelle: dpa
Finnische Flagge Quelle: dpa

Während die Hoffnung auf ein gutes Ende der Griechenland-Krise nicht mehr unerschütterlich ist, beruht die stringente Haltung gegenüber Hellas auf dem Ziel, die Glaubwürdigkeit der Institutionen des Euroraumes und auch des Maastricht Vertrags deutlich zu stärken und auch ein klares Signal an andere Länder senden, die die notwendige und von der EU-Kommission angemahnte Haushaltskonsolidierung nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit vorantreiben. Insgesamt könnte der langfristige Gesamteffekt eines möglichen Zahlungsausfalles Griechenlandes für den Euroraum sogar positiv sein.

Erleidet Griechenland den zweiten Zahlungsausfall innerhalb von drei Jahren und ist der Refinanzierungszugang des Landes im Euroraum kaum oder gar nicht mehr gegeben, dürfte der Schritt zum Austritt aus dem Währungsraum tatsächlich kein großer mehr sein. Es wäre das Ende einer Liaison, die von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Griechenland selbst würde zwar kaum freiwillig aus dem Euro ausscheiden wollen.

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Andererseits dürfte die Unterstützung aus Teilen der EWU für Griechenland in Opposition zur deutschen Haltung allenfalls halbherzig ausfallen. Jedes andere durch die Krise gebeutelte Land könnte es als Zeichen der Stärke sehen und dürfte davon profitieren, dass der eigene Verbleib in der EWU nicht (mehr) zur Diskussion steht und die Märkte dies voraussichtlich auch nicht mehr testen würden.

Da es keinen rechtlichen Rahmen gibt, Griechenland zum Ausstieg zu zwingen, könnte letztendlich nur die Androhung des Endes der Liquiditätsversorgung griechischer Banken durch die EZB das Land zum Einlenken bewegen.

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