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Griechenland Schäuble warnt in Athen vor neuem Schuldenschnitt

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Zeitung grüßt Minister mit "Heil Schäuble"

Marode Staatshaushalte und Krisenbanken
frau auf einem Balkon mit portugiesischer Flagge Quelle: dapd
SpanienNotleidende Kredite: 10,7 Prozent der Gesamtkredite (Stand: September 2012) Sparer ziehen Einlagen ab, marode Immobilien bringen die Banken ins Wanken Quelle: dpa
Bank of Ireland Quelle: dpa
Bank Societé Générale Quelle: REUTERS
Gebäude der Dexia-Bank Quelle: dpa
Eine niederländische Flagge und Gebäude der ING Quelle: dapd
Rettungsring und Banken Quelle: AP

Für Schäubles Aufenthalt galten in Erwartung neuer Proteste strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zur Handelskammer fuhr der Minister durch abgesperrte Straßen. Für die Athener Innenstadt war ein Demonstrationsverbot erlassen worden. U-Bahn-Stationen wurden geschlossen. 3500 Polizisten sicherten den Besuch, 3000 weitere standen in Bereitschaft gehalten.

Opposition und Demonstranten werfen den internationalen Geldgebern und besonders Deutschland vor, dem Land die Konsolidierungspolitik zu diktieren und damit die Wirtschaft abzuwürgen. Die linksgerichtete Zeitung "Avgi" grüßte Schäuble auf der Titelseite in Anspielung auf den römischen Gladiatorenspruch mit "Heil Schäuble!" und "Die Todgeweihten grüßen Dich."
Erzürnt sind die Demonstranten vor allem über den Stellenabbau im Sparpaket, nach dem bis Ende des Jahres insgesamt 25.000 Staatsdiener - hauptsächlich Lehrer und Polizisten - in eine Transfergesellschaft überführt werden. Kommen sie nicht innerhalb von acht Monaten in einer anderen Abteilung unter, werden sie entlassen. Die Arbeitslosenquote in Griechenland liegt bei fast 27 Prozent. Am Mittwoch hatten sich etwa 5000 Demonstranten vor dem Parlament versammelt. "Wir werden nicht aufgeben. Die einzige Möglichkeit ist, Widerstand zu leisten", riefen sie. Erst am Dienstag hatte ein Generalstreik weite Teile des öffentlichen Lebens gelähmt.


Dem Euro-Krisenland war die Auszahlung einer weiteren Kredittranche nur unter der Bedingung zugestanden worden, dass die Zahl der Staatsbediensteten gekürzt wird. EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sagte der "Rheinischen Post", wenn die Bedingungen erfüllt seien, würden nächste Woche 2,5 Milliarden Euro freigegeben. Die Europäische Zentralbank (EZB) gehört mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Geldgeber-Troika.

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