Griechenlandkrise S&P senkt den Ausblick für die EU

Bislang war der Ausblick für die Europäische Union stabil, jetzt hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's ihn aber ins Negative geschickt. Der Grund: Die Risiken für die Finanzlage der EU seien gestiegen.

Wie stehen Griechenland, Spanien und Co. da?
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Die Lohnstückkosten sind in Griechenland, Irland und Spanien vergleichbar hoch. Für Griechenland senkt das die Wettbewerbsfähigkeit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung deutlich herab.
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Alle vier Länder haben den Abbau der Staatsausgaben verbessert. Besonders Griechenland war hier auf einem guten Weg, bis im Januar Syriza an die Macht kam.
Mit dem Abbau der Staatsverschuldung haben alle vier Länder noch ein Problem und sind noch weit entfernt von einem akzeptablen Stand. Am besten schlagen sich hier Spanien und Irland.
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Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick für die Europäische Union auf negativ gesenkt. Die Bonitätsnote bleibe bei AA+, teilte Standard & Poor's (S&P) am Montagabend mit. Damit erhöht sich für die EU die Gefahr einer Herunterstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Bislang war der Ausblick stabil. Insgesamt seien die Risiken für die Finanzlage der EU gestiegen, hieß es zur Begründung.

Dazu gehörten zunächst die neuen Hilfen für Griechenland, hieß es in der Mitteilung von S&P. Insbesondere im Fall einer Staatspleite bestünden hohe Risiken. Die Ratingagentur verweist darauf, dass die Kredite, welche die EU an Griechenland vergeben hat, hochriskant und somit ausfallgefährdet seien. Hervor geht das vor allem aus dem Nachsatz, Griechenland als Kreditnehmer sei ohne Eigenmittel.

Zudem droht Großbritannien, dem zweitgrößten Beitragszahler, der Entzug der Spitzenbonitätsnote. S&P senkte erst vor kurzem für Großbritannien ebenfalls den Ausblick auf negativ. Zwar sei die Zahl der Länder mit einem positiven Ausblick in der EU weiterhin höher als die derjenigen mit einem negativen, so S&P. Allerdings gehörten zu den Staaten mit negativem Ausblick eben gewichtige Beitragszahler wie Großbritannien oder Frankreich, die jeweils einen beachtenswerten Teil des EU-Budgets schultern würden. Dagegen seien unter den Kandidaten mit positivem Ausblick kleinere Länder wie die Niederlande, deren Beitrag eben nicht so hoch sei.

Neun Klischees über die EU – und die Wahrheit dahinter

Auch die Möglichkeit, dass Großbritannien als einer der größten EU-Beitragszahler die Staatengemeinschaft verlassen könnte, belastet den Ausblick. Die konservative britische Regierung unter Premierminister David Cameron will darüber kommendes Jahr ein Referendum abhalten.

Ein weiterer Faktor ist den Angaben zufolge der milliardenschwere Investitionsplan von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Auf diesen hatten sich die EU-Institutionen Ende Mai nach langen Verhandlungen verständigt. Es soll ein neuer europäischer Fonds für strategische Investitionen (EFSI) aufgesetzt werden, der über drei Jahre insgesamt 315 Milliarden Euro mobilisieren soll. Damit soll das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. S&P geht davon aus, dass die EU im Zusammenhang mit der Finanzierung das Erstrisiko tragen könnte.

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