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Großbritannien-Besuch Trump pöbelt sich schon mal warm

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Proteste gegen Donald Trumps Besuch in Großbritannien

Der Vorstoß des Botschafters hinsichtlich des Imports von amerikanischem Fleisch bestätigt die Sorgen von Verbraucherschützern, die befürchten, dass der Brexit dazu genutzt werden könnte, um die hohen Standards abzusenken, die derzeit von der EU garantiert werden. Nicht wenige Brexit-Hardliner machen kein Geheimnis daraus, dass sie sich genau das von einem EU-Austritt versprechen.

Doch auch den Brexit-Fans dürfte kaum der bevormundende Ton entgangen sein, den Trump und sein Botschafter angeschlagen haben. In der Vorstellungswelt vieler Brexit-Unterstützer wird Großbritannien nach dem EU-Austritt denselben internationalen Rang einnehmen wie Großmächte wie die USA und China. Die zukünftigen Handelsbeziehungen mit Staaten wie diesen würden dann, so glauben sie, auf Augenhöhe erfolgen.

Kritiker weisen schon lange darauf hin, dass sehr viel wahrscheinlicher das Gegenteil eintreten wird: Sie gehen davon aus, dass Großbritannien – insbesondere nach einem No-Deal-Brexit – enorm geschwächt in Verhandlungen mit potenziellen wirtschaftlichen Supermächten gehen dürfte. Wirtschaftliche stärkere Staaten wie Japan, China, Indien und die USA hätten dann ein leichtes Spiel damit, London ihre Bedingungen zu diktieren. Und genau das schimmerte in den Äußerungen des amerikanischen Botschafters durch.

Trump, der mit seiner Frau Melania und seinen vier erwachsenen Kindern angereist ist, wird am Montag im Buckingham Palace von Königin Elisabeth II. empfangen werden, die als offizielle Gastgeberin des Staatsbesuchs fungiert. Dabei wird Trump auch Prince Harry treffen. Meghan Markle hat ihre Teilnahme bereits im Vorfeld abgesagt und die Geburt ihres Kindes vor wenigen Wochen als Grund für ihre Abwesenheit genannt. Am Abend wird zu Ehren von Trumps Besuch ein großes Staatsbankett abgehalten werden. Unter anderem Labour-Chef Jeremy Corbyn wird daran aus Protest gegen den Besuch nicht teilnehmen.

Am Dienstag dann soll es ums Geschäftliche und um die zukünftigen Beziehungen gehen: Trump wird sich am Morgen mit Premierministerin Theresa May und Wirtschaftsführern im St. James' Palace zu einem Frühstück treffen. Danach ist ein Besuch von 10 Downing Street vorgesehen, Mays Amtssitz. Eine Ansprache vor dem Parlament, die bei Staatsbesuchen oft Teil des Programms ist, wird Trump nicht halten. Der „Speaker“ der Unterhauses, John Bercow, hat bereits vor über zwei Jahren erklärt, dass er eine solche Ansprache nicht dulden werde. Am Mittwoch dann soll Trump in Portsmouth an den Feierlichkeiten zum Gedenken an den 75. Jahrestag der alliierten Invasion in der Normandie teilnehmen. Protestgruppen haben für den Dienstag eine Großdemonstration in London angekündigt.

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