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Hafenstadt Perama Wie hart die Krise die Griechen wirklich trifft

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Streiks verunsichern Investoren

Peramas Hafeneinfahrt: Wo früher tagein und tagaus tausende Arbeiter zu den Docks fuhren, treffen sich heute die Übriggebliebenen häufig zu Tee und Zigarette Quelle: Katja Köllen

Eine Chance auf baldige Besserung gibt es nicht – wie eigentlich überall in Griechenland: Große Schifffahrtsunternehmen sind gegangen oder bleiben weg – und planen wegen der wirtschaftlichen Instabilität des Landes kein Engagement in Perama.

Anhaltende Streiks sorgten für Unsicherheit bei Unternehmen. Die kommunistische Gewerkschaftsfront PAME wollte trotz Krise deutlich Löhne erzwingen, hat damit aber potenzielle Arbeitgeber vergrault. heißt es bei den Athenern.

Auch für Athanasopoulos finden sich die Schuldigen bei der Arbeitergewerkschaft, die der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) nahesteht. Seinen Angaben zufolge soll diese bis 2007 für ihre Mitglieder bis zu 210 Euro Lohn pro Tag gefordert haben. „Reine Propaganda“, nennt er das. Solche Traumlöhne hätte niemand zahlen können. „Ein üblicher Lohn für vergleichbare Arbeiten in Deutschland beträgt rund 90 Euro pro Tag“, so der Verbandspräsident.

Hohe Standards und Know-How gehen verloren

Mittlerweile gehören die Streiks der Vergangenheit an. Trotzdem kommt kein neuer Investor. Viele potentielle Geldgeber haben sich für andere Standorte entschieden. Korea und die Türkei sind die großen Konkurrenten der griechischen Hafenwirtschaft. Dort können viele Unternehmen zu günstigere Bedingungen arbeiten.

Die Maßnahmen des griechischen Sparpakets

Die noch verbliebenen Hafenarbeiter denken viel über die Krise des Landes Landes nach. Zeit genug haben sie ja jetzt. Auch vier Mitfünfziger geraten bei der Frage "Wer hat Schuld?" in Rage, werden sehr emotional. Lautstark wird auf Griechisch diskutiert. Für den durchsetzungsfähigsten Mann, der die meiste Zeit spricht, und dabei mit der Zigarette in der Hand immer wieder auf den Plastiktisch haut, ist die Antwort klar: „Die griechische Politik!“

Die hohen Steuern für die Menschen und die Unternehmen, falsche Regeln, falsche Subventionen. „Und wir sitzen hier nur noch mit Wenigen“, schimpft der Hafenarbeiter. Angela Merkel sei schon in Ordnung. Ihm und seinen Kollegen kann sie aber auch nicht helfen. Von der Arbeit, die die Männer derzeit noch machen, können sie nicht mehr leben.

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