WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Handelsstreit Trump droht EU mit „sehr hohem Preis“

Auf einer Pressekonferenz mit der britischen Premierministerin Theresa May, hat US-Präsident Donald Trump die EU erneut scharf kritisiert. Quelle: AP

Die feine englische Art legt US-Präsident Trump bei seinem Besuch in London nicht an den Tag. Großbritannien wirft er vor, sein Land in Handelsfragen miserabel zu behandeln. Und auch die EU wird nicht geschont.

US-Präsident Donald Trump hat der EU im transatlantischen Handelsstreit erneut mit Konsequenzen gedroht. Er warf Europa auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der britischen Premierministerin Theresa May vor, sein Land in Handelsfragen miserabel zu behandeln. Die Europäische Union werde einen „sehr hohen Preis“ bezahlen, wenn sich daran nichts ändere.

Mit Blick auf die Ende des Monats angesetzten Washingtoner Verhandlungen mit der EU sagte er: „Hoffentlich können wir die Sache regeln.“ Das Thema Handel sei „nicht ganz ohne“. Die EU errichte „unglaubliche Handelsbarrieren“. Dabei erwähnte Trump erneut ausdrücklich die Zölle auf Autos. Zudem hätten die USA im vorigen Jahr im beiderseitigen Handel mit der EU insgesamt „150 Milliarden Dollar verloren“: „Das werden wir nicht mehr mitmachen“, fügte er hinzu.

Ende des Monats will EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Washington über Auswege aus dem Handelsstreit beraten. Trump hat Länder wie Deutschland und China wegen ihrer großen Handelsüberschüsse mit den USA kritisiert. Er sieht sein Land als Verlierer der Globalisierung. Ein Staat mit einem Handelsbilanzdefizit von insgesamt 800 Milliarden Dollar könne bei einem Handelskrieg nur gewinnen, hatte er jüngst gesagt.

Der US-Präsident hat in dem Handelsstreit mehrfach ausdrücklich deutsche Autobauer ins Visier genommen. In der Auseinandersetzung mit der EU brachte er jüngst allerdings über seinen Botschafter in Berlin eine Streichung aller Auto-Zölle auf beiden Seiten des Atlantiks ins Spiel. Auch wenn damit noch viele Fragen ungeklärt blieben, galt der Vorschlag als kleines Entspannungssignal. Denn Trump hatte erst unlängst angedroht, dass die USA auf europäische Autos einen 20-prozentigen Einfuhrzoll erheben würden, sollte die EU ihre Handelsbarrieren nicht abbauen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%