Hans-Werner Sinn Krisenländer müssen ihre Preise senken

Exklusiv

Trotz Rettungsschirm und Fiskalpakt erwartet der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, kein baldiges Ende der Eurokrise.

Hans-Werner Sinn Quelle: AP

„Man muss befürchten, dass die Leistungsbilanzdefizite noch längere Zeit erhalten bleiben und sich die Schuldenkrise der Südländer erneut verschärft“, schreibt Sinn in einem Gastbeitrag für die „WirtschaftsWoche“. Die Euro-Krisenländer hätten es verpasst, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Preissenkungen zu verbessern. Stattdessen seien die Produkte einiger Länder sogar noch teurer geworden, kritisiert. „Wenn Griechenland um 37 Prozent billiger würde, wäre es so teuer wie die Türkei. Die Touristen kämen zurück, und die Griechen würden aufhören, holländische Tomaten und italienisches Olivenöl zu kaufen“, schreibt der Ökonom. „Jedes Land, egal, wie produktiv es ist, wird wettbewerbsfähig, wenn es nur billig genug ist.“

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Doch von dieser Möglichkeit machten die Krisenländer keinen Gebrauch. Im Schnitt seien Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien im Vergleich zu ihren europäischen Handelspartnern im Euro-Raum von 1995 bis 2008 im Schnitt um 30 Prozent teurer geworden. „Ein erheblicher Teil dieser Steigerung muss rückgängig gemacht werden“, fordert Sinn.

Während Irland seine Chance genutzt und seine Preise von 2006 bis 2011 um 15 Prozent gesenkt habe, sei Griechenland sogar noch teurer geworden. „Der griechische Preisindex stieg in dieser Zeitspanne um knapp sieben Prozent, doppelt so viel, wie sich durch die von der Regierung durchgesetzte Mehrwertsteuererhöhung erklären lässt.“ Selbst in der aktuellen Euro-Krise habe Griechenland seine Wettbewerbsfähigkeit nicht verbessert und sei von 2008 bis 2011 um 2,5 Prozent teurer geworden.

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