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Holger Schmieding Berenberg-Chefvolkswirt verteidigt Anleihekäufe der EZB

Exklusiv

Die Kritik an den von der Europäischen Zentralbank angekündigten Käufen von Asset-backed securities hält Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank in London, für unberechtigt. Vielmehr verringere die EZB mit diesem Schritt das Risiko einer Rezession im Euro-Raum.

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank Quelle: dpa

"Das eindeutige Mandat der EZB verpflichtet sie zum Gegensteuern. Da sie die Leitzinsen nicht mehr senken kann und den Spielraum für konventionelle Refinanzierungsangebote bereits ausgereizt hat, ist der Ankauf von Anleihen der nächste naheliegende Schritt", schreibt Schmieding in einem Beitrag für die WirtschaftsWoche. Bei ABS handelt es sich um Wertpapiere, in denen verschiedene Kredite gebündelt sind, etwa Darlehen an Mittelständler oder Hauskäufer.

Die Ausfallrate für die Gesamtheit der Papiere, die die EZB kaufen will, habe laut Schmieding von Mitte 2007 bis Herbst 2013 bei 1,5 Prozent gelegen. "Trotz der Weltfinanzkrise und der Euro-Krise, die in diese Zeit fielen, war die Ausfallrate sehr gering. Denn die europäischen Papiere sind von anderer Qualität als amerikanische ABS-Anleihen einschließlich der berüchtigten ‚Subprime-Papiere‘, deren Ausfallrate in jener Zeit bei 18,4 Prozent lag" rechnet der Bankenvolkswirt vor.

Zudem wolle sich die EZB bei ihren Käufen auf die hochwertigen Segmente des Marktes konzentrieren. "Für diese Segmente lagen die Ausfallraten selbst in der Finanz- und Euro-Krise vielfach nur bei 0,1 Prozent oder darunter. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass Einzelverluste der EZB aus solchen Papieren ihre zusätzlichen Zinsgewinne aufzehren", so Schmieding.

Mit ihrem Handeln mindere die Notenbank "die Risiken für alle Beteiligten, auch für die deutschen Steuerzahler", so Schmieding. Diesen kämen zudem über den Notenbankgewinn der EZB die anteiligen Zinserträge aus den ABS zugute, die sich im Besitz der EZB befinden.

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