WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Iberische Banken Déjà-vu in Lissabon

Seite 2/2

Bilanzkosmetik im großem Stil

Europas Baustellen
Arbeitslose stehen vor einem Jobcenter in Madrid Schlange Quelle: dpa
Seit dem 01.01.2014 sind die letzten Jobschranken für Rumänen und Bulgaren gefallen. Quelle: dpa
Die Flagge der Europäischen Union weht im Wind. Quelle: dpa
Verhandlungsführer des Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommens (TTIP) Ignacio Bercero und Dan Mullane. Quelle: REUTERS
Die große Euro-Skulptur steht in Frankfurt am Main vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). Quelle: dpa
Hetze gegen die EUIm Europa-Parlament machen Antieuropäer wie Marie Le Pen, Chefin der rechtsextremen Front National in Frankreich und Rechtspopulist Geert Wilders von der niederländischen Freiheitspartei PVV Stimmung gegen das sogenannte "Monster Brüssel". Als Bündnispartner ziehen sie gemeinsam in die Europawahl, um ihre Rolle zu stärken. Was derzeit noch eine Randerscheinung ist, könnte mit ihrer europafeindlichen Rhetorik bis Mai 2014 aber schon viele Wähler aus der bürgerlichen Mitte auf ihre Seite gebracht haben, so das Ergebnis einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Centre for European Studies. Die Wirtschafts- und Euro-Krise mache es ihnen leicht, den Hass auf die EU zu schüren. Quelle: AP
Mitglieder des Europäischen Parlaments während einer Sitzung in Straßburg (Frankreich).i Quelle: dpa

Bilanzkosmetik im großem Stil auch in Spanien. Offiziell haben die spanischen Banken von der Zentralregierung in Madrid mehr als 100 Milliarden Euro Transfers, Garantien, und Kreditlinien erhalten – etwa zehn Prozent der Wirtschaftsleistung. Während von Regierungsseite oft nur die direkten Transfers in Höhe von 40 Milliarden Euro erwähnt werden, kommen kritischere Schätzungen auf 220 Milliarden Euro an Bankenhilfen. Diese setzten sich zusammen aus 87 Milliarden Euro für Kapitaleinschüsse, 67 Milliarden Euro für den Kauf von Aktiva und etwa 64 Milliarden Euro für Garantien. Davon entfallen allein etwa 30 Milliarden Euro auf die Umwandlung von latenten Steueransprüchen (Deferred Tax Assets, DTA) in staatlich garantierte Steuerkredite.

Unter dem neuen Basel-III-Regime dürfen Banken die üblicherweise aus Verlusten und Rückstellungen stammenden DTA eigentlich nicht mehr auf das Kernkapital anrechnen. Weil den eigenkapitalschwachen spanischen Banken dadurch aber milliardenschwere Kapitalerhöhungen drohten, gibt Madrid seit November 2013 kurzerhand Staatsgarantien für Steuerkredite. Zukünftige Steueransprüche können so als Eigenkapital bilanziert werden. Der Bilanztrick wurde im Dezember von der EU-Kommission in Brüssel gebilligt. Die Eigenkapitalausstattung der spanischen Banken setzt sich inzwischen überwiegend aus DTA-Staatsgarantien zusammen. Nach Berechnungen der pan-europäischen Investmentfirma N+1 machen die staatsgarantierten DTA bei Bankia 80 Prozent des Buchwertes des Anlagevermögens aus. Selbst Santander, die größte und solideste spanische Bank, kommt hier auf einen Wert von etwa 40 Prozent.

Europa



Der weitere Kursverlauf der spanischen Bankaktien wird im Wesentlichen davon abhängen, ob dieser umstrittene Schachzug auch beim bevorstehenden Stresstest von der European Banking Authority (EBA) und der Europäischen Zentralbank (EZB) akzeptiert wird.

So oder so – Bankaktien von der iberischen Halbinsel bleiben ein heißes Eisen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%