Ifo-Chef Hans-Werner Sinn fordert Freihandelszone der EU mit Russland

Exklusiv

Zur Lösung der Krim-Krise hat ifo-Präsident Hans-Werner Sinn eine Freihandelszone von EU und Russland unter Einschluss der Ukraine vorgeschlagen.

Hans-Werner Sinn Quelle: dapd

„Gerade Deutschland, das durch seinen Angriffskrieg Millionen von Russen den Tod brachte und mit russischer Hilfe das Glück der friedlichen Wiedervereinigung erfuhr, steht in der Verantwortung, den Konflikt mit Russland zu deeskalieren“, schreibt Hans-Werner Sinn in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. „Freihandel können auch Länder betreiben, die sich nicht politisch nahestehen. Und durch die Schaffung gegenseitiger Abhängigkeiten ist Freihandel gleichzeitig friedensstiftend.“

Für eine Freihandelszone und gegen einen Handelskrieg sprechen laut Sinn aber nicht nur politische, sondern auch starke ökonomische Gründe: „Der Einschluss Russlands in ein Freihandelsabkommen könnte sich für alle Beteiligten als wahre Goldgrube erweisen. Der Freihandel mit einem Land, dessen Spezialisierung auf Rohstoffe komplementär zur Industrie-Spezialisierung Westeuropas liegt, verspricht besonders große Handelsgewinne – viel größere jedenfalls als der Freihandel zwischen ähnlichen Volkswirtschaften.“

Die ökonomische Destabilisierung Russlands hingegen „würde das Land radikalisieren und die Welt in die Zeit des Kalten Krieges zurückwerfen“, prognostiziert der ifo-Chef in der WirtschaftsWoche.

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