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Inflation weiter im Minus Eurozone wächst nach Corona-Einbruch stark

In der Europäischen Union (EU) betrug das Wirtschaftswachstum im Sommer laut Eurostat 12,1 Prozent. Sowohl im Euroraum als auch in der EU wurden die stärksten Zuwächse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995 gemessen. Quelle: dpa

Europas Wirtschaft kann sich nach dem Corona-Einbruch des Frühjahrs wieder erholen. Laut Statistikamt Eurostat ist die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal gestiegen. Die Inflation rutschte allerdings ins Minus.

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Die Wirtschaft der Eurozone ist im Sommer nach dem Corona-Einbruch im Frühjahr stark gewachsen. Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag im dritten Quartal 12,7 Prozent höher als im Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten zwar mit einer kräftigen Erholung gerechnet, im Schnitt aber lediglich einen Zuwachs um 9,6 Prozent erwartet.

In der Europäischen Union (EU) betrug das Wirtschaftswachstum im Sommer laut Eurostat 12,1 Prozent. Sowohl im Euroraum als auch in der EU wurden die stärksten Zuwächse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995 gemessen. Allerdings wiegt die Krise schwer, wie der Vorjahresvergleich zeigt: Gegenüber Sommer 2019 lag die Wirtschaftsleistung im Euroraum 4,3 Prozent niedriger, in der EU waren es 3,9 Prozent weniger.

Der Wachstumsschub im vergangenen Sommer folgt auf einen schweren Konjunktureinbruch im Frühjahr. Während der ersten Corona-Welle war das BIP im Euroraum im zweiten Quartal um 11,8 Prozent und in der EU um 11,4 Prozent eingebrochen. Die Konjunkturaussichten sind alles andere als günstig, da viele Staaten in Europa in Reaktion auf eine zweite Corona-Welle starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen haben.

Inflation im Euro-Raum den dritten Monat in Folge negativ

Die Inflation in der Euro-Zone ist im Oktober bereits den dritten Monat in Folge ins Minus gerutscht. Die Verbraucherpreise fielen um 0,3 Prozent binnen Jahresfrist, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Das ist die niedrigste Rate seit vier Jahren. Hinter dem Rückgang standen insbesondere die Energiepreise. Auch im September hatte die Inflation bei minus 0,3 Prozent gelegen nach minus 0,2 Prozent im August.


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Für die Europäische Zentralbank kommen negative Inflationsraten höchst ungelegen. Die Währungshüter steuern eine Rate von knapp unter zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an. Dieses Ziel verfehlen sie aber bereits seit Jahren. Um in der Pandemie-Krise gegenzusteuern, hatte die EZB bereits umfangreiche geldpolitische Maßnahmen eingeleitet. Angesichts wieder stark steigender Infektionszahlen und erneuter herber Einschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Euro-Ländern hatte sie am Donnerstag die Tür für ein mögliches weiteres Corona-Hilfspaket im Dezember geöffnet.

Die Preise für Energie gingen im Oktober binnen Jahresfrist um 8,4 Prozent zurück. Industriegüter ohne Energie verbilligten sich um 0,1 Prozent. Dagegen verteuerten sich unverarbeitete Lebensmittel um 4,3 Prozent. Die Preise für Dienstleistungen nahmen um 0,4 Prozent zu.

Mehr zum Thema: Der aktuelle „Recovery Monitor“ der WiWo zeigt, wo es in der Wirtschaft vergleichsweise gut läuft und wo Gefahr droht.

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