Italiens Präsident bleibt im Amt Ergebnis nach acht Wahlgängen: Alles bleibt, wie es war

Italiens Parlamentarier und Regionenvertreter haben Mattarella erneut zum Staatsoberhaupt gewählt. Der 80-Jährige bleibt im Amt, obwohl er sich eigentlich zurückziehen wollte. Quelle: dpa

Nach tagelangen ergebnislosen Wahlgängen gibt es einen Sieger: Sergio Mattarella hat sich erweichen lassen und bleibt nun doch italienischer Präsident.

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Sergio Mattarella bleibt nach tagelangem Ringen um seine Nachfolge italienischer Präsident. Nach erfolglosen Bemühungen der Wahlversammlung zur Kür eines neuen Staatsoberhaupts baten am Samstag mehrere Parteien den 80-Jährigen, auf den von ihm angekündigten Rückzug zum Ende seiner Amtsperiode zu verzichten. „Ich hatte andere Pläne, aber falls nötig, stehe ich Ihnen zur Verfügung“, zitierten Abgeordnete ihn vor der achten Abstimmung am Abend. Mattarella erhielt schließlich 759 Stimmen und damit 94 mehr als bei seiner Wahl 2015.

Das Präsidialamt veröffentlichte anschließend eine kurze Erklärung in der Mattarella auf die Pandemie und die schwierige wirtschaftliche Lage hinwies. Es sei unter diesen Bedingungen seine Pflicht, die Entscheidung zu akzeptieren.

Ministerpräsident Mario Draghi sprach nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses von einer wunderbaren Nachricht für Italien. Diese dürfte auch an den Märkten positiv aufgenommen werden. Der frühere EZB-Chef Draghi hat selbst Interesse an einer Kandidatur um das Präsidentenamt signalisiert. Dies hatte Sorgen ausgelöst, dass bei einem Wechsel ins Präsidentenamt die Regierungskoalition platzen könnte. In dem Wahlgremium mit 1009 Parlamentariern und Regionalvertretern hatte kein Kandidat nach sieben Abstimmungen die erforderliche Mehrheit gefunden. Über Draghi wurde nicht abgestimmt.

Das italienische Staatsoberhaupt wird für eine siebenjährige Amtszeit gewählt. Es spielt eine Schlüsselrolle in einem politischem System, in dem sich Regierungen durchschnittlich nur ein Jahr im Amt halten. So ernennt er den Ministerpräsidenten und ist oft Vermittler in politischen Krisen.

Der bisher einzige Präsident, der eine zweite Amtszeit antrat, war Mattarellas Vorgänger Giorgio Napolitano. Er hatte sich 2013 ebenfalls zu einer erneuten Kandidatur bereiterklärt, nachdem die Parteien sich nicht auf einen Nachfolger hatten einigen können. Napolitano trat zwei Jahre später zugunsten von Mattarella zurück.

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