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Jens Bastian "Putin kann Tsipras gar nicht finanziell unterstützen"

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Ein neuer Frühling zwischen EU und Russland?

Außerdem verhandelt Tsipras über den Gaspreis, den sein Land für russisches Flüssiggas zahlt. Was ist hier das Ziel der griechischen Regierung?

Gazprom kontrolliert mit seinen Gaslieferungen rund 60 Prozent des griechischen Gasmarktes. Aber der Preis liegt mit 300 Dollar pro 1000 Kubikmeter über dem Durchschnitt des Preises, der sonst in Europa gezahlt wird. Tsipras wird sich bemühen, einen Preisnachlass zu bekommen.

Wo Griechen und Russen zusammenarbeiten könnten

Alexis Tsipras hat gesagt, er wolle mit seinem Besuch „einen neuen Frühling“ zwischen der EU und Russland einleiten. Was halten Sie von diesen diplomatischen Ambitionen?

Ein einzelnes Land, noch dazu so klein wie Griechenland, kann das nicht in Eigenregie schaffen. Da sollte Tsipras die eigenen Möglichkeiten nicht überbewerten. Aber Griechenland kann durchaus eine Mittlerrolle zukommen.

Europa



Obwohl Griechenland so klein ist, wurde die Aufregung über den Besuch von Tsipras bei Putin im Westen bis heute immer größer.

Da wird viel zu viel hinein interpretiert, das Treffen wird deutlich überbewertet. Wir sollten mehr Realitätssinn und Gelassenheit bei der Beurteilung der griechischen Besuchsdiplomatie walten lassen. Der Antrittsbesuch des Ministerpräsidenten in einer europäischen Hauptstadt sollte nicht zur Gretchenfrage über die griechische Verlässlichkeit gemacht werden.

In Brüssel und Berlin wird zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger gedroht, das ist unnötig. Als der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades Ende Februar in Moskau war und sogar ein Militärabkommen ausgehandelt hat, störte sich niemand daran.

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