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Konjunkturausblick Die Krise ist noch längst nicht vorbei

IWF-Chefin Christine Lagarde und das Weltwirtschaftsforum sind sich einig: Die Krise ist noch nicht überstanden – es lauern zahlreiche Gefahren für die Volkswirtschaften.

Europas Baustellen
Arbeitslose stehen vor einem Jobcenter in Madrid Schlange Quelle: dpa
Seit dem 01.01.2014 sind die letzten Jobschranken für Rumänen und Bulgaren gefallen. Quelle: dpa
Die Flagge der Europäischen Union weht im Wind. Quelle: dpa
Verhandlungsführer des Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommens (TTIP) Ignacio Bercero und Dan Mullane. Quelle: REUTERS
Die große Euro-Skulptur steht in Frankfurt am Main vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). Quelle: dpa
Hetze gegen die EUIm Europa-Parlament machen Antieuropäer wie Marie Le Pen, Chefin der rechtsextremen Front National in Frankreich und Rechtspopulist Geert Wilders von der niederländischen Freiheitspartei PVV Stimmung gegen das sogenannte "Monster Brüssel". Als Bündnispartner ziehen sie gemeinsam in die Europawahl, um ihre Rolle zu stärken. Was derzeit noch eine Randerscheinung ist, könnte mit ihrer europafeindlichen Rhetorik bis Mai 2014 aber schon viele Wähler aus der bürgerlichen Mitte auf ihre Seite gebracht haben, so das Ergebnis einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Centre for European Studies. Die Wirtschafts- und Euro-Krise mache es ihnen leicht, den Hass auf die EU zu schüren. Quelle: AP
Mitglieder des Europäischen Parlaments während einer Sitzung in Straßburg (Frankreich).i Quelle: dpa

Südeuropa atmet auf: Spanien ist nach über zwei Jahren aus der Rezession gekommen, Italien erwartet eine anziehende Konjunktur und auch Griechenland will in diesem Jahr wieder wachsen. Sie alle bauen auf eine Weltwirtschaft, die wieder anzieht. Kommt die Freude zu früh?

Christine Lagarde, geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), warnte am Mittwochabend: „Die Richtung ist insgesamt positiv, aber das globale Wachstum ist zu gering, zu zerbrechlich und zu ungleichmäßig.“ Die Erholung sei „kraftlos“.

Zwar sollte sich der Schwung, der in der zweiten Jahreshälfte 2013 zu beobachten war, in 2014 verstärken. Dahinter stehe nicht zuletzt Wachstum in den Industriestaaten. Dennoch: das globale Wirtschaftswachstum liege unter seinem Potenzial von rund vier Prozent. „Die Welt könnte mehr Arbeitsplätze schaffen, bevor wir uns um die Inflation Sorgen machen müssen“, sagte sie am späten Mittwoch bei einer Rede in Washington. „Während die Inflation unter der Zielmarke vieler Zentralbanken liegt, beobachten wir zunehmende Risiken einer Deflation, die sich für die Erholung als desaströs erweisen könnte.“

Sie riet den Zentralbanken in den Industrienationen, mit der Reduzierung unkonventioneller Geldpolitik zu warten, bis sich das Wachstum verfestigt hat. In den USA ist es Lagarde zufolge von entscheidender Bedeutung, einen verfrühten Rückbau von geldpolitischer Unterstützung zu vermeiden und zu einem geordneten Haushalts- Prozess zurückzukehren – inklusive der schnellen Beseitigung der Schuldenobergrenze-Gefahr.

Auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) können, so die Französin, noch mehr leisten – etwa über mehr gezielte Kreditvergaben.

Die Finanzkrise ist noch nicht überwunden und könne erneut zuschlagen – zu diesem Ergebnis kommen auch führende Wirtschaftsexperten in einer Studie des Weltwirtschaftsforums.

„Entwickelte Volkswirtschaften sind weiterhin von der Finanzkrise bedroht“, heißt es in der Studie. Sie beruht auf der jährlichen Befragung von mehr als 700 Managern und Wirtschaftswissenschaftlern zahlreicher Länder.

  

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