WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Krise in der Eurozone Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhoch

In den Euro-Ländern ist die Zahl der Erwerbslosen auf ein Rekordhoch gestiegen. Besonders hart trifft es die Jugendlichen in Südeuropa. Deutschland ist hingegen unter den Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosenquote.

Deutschland zieht den Euro-Partnern davon
Wirtschaftsstandorte der Zukunft
Europas Bedeutung als Wirtschaftsstandort
China ist größter Europa-Konkurrent
Europa und China als Benchmark
Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit
Schwache Dynamik
Portfolio-Ansicht

Die anhaltende Schulden- und Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf ein neues Rekordhoch getrieben. Im Oktober stieg die Arbeitslosenquote in der Währungsunion auf 11,7 Prozent nach 11,6 Prozent im Vormonat, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Quote 10,4 Prozent erreicht. Insgesamt waren im Oktober in den 17 Euroländern 18,7 Millionen Menschen ohne Job. Das waren 173.000 Arbeitslose mehr als im September und fast 2,2 Millionen mehr als im Oktober vor einem Jahr.

Womit die Euro-Länder rechnen müssen
Frankreich Quelle: Reuters
Spanien Quelle: dapd
Griechenland Quelle: dpa
Zypern Quelle: dpa
Deutschland Quelle: dpa
Die Euroländer Quelle: REUTERS

Besonders hart traf die Krise die Arbeitsmärkte in Südeuropa, wo zum Teil jeder vierte Bürger keine Stelle hatte. Die höchste Arbeitslosenquote im Oktober hatte laut Eurostat Spanien mit 26,2 Prozent. In Griechenland lag sie nach den jüngsten verfügbaren Zahlen vom August bei 25,4 Prozent. In beiden Ländern hatte weit mehr als die Hälfte der unter 25-Jährigen keine Arbeit.

In Italien hat die Jugendarbeitslosigkeit im Oktober die Rekordhöhe von 36,5 Prozent erreicht, 1,4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Wie das nationale Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte, suchten nach vorläufigen Berechnungen im Oktober 639.000 der 15- bis 24-Jährigen eine Arbeit.

Wissenswertes über Italien

Auch die Arbeitslosigkeit insgesamt in Italien hat den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt erreicht. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 10,8 auf 11,1 Prozent. Knapp 2,9 Millionen Italiener waren arbeitslos. Auf Jahresbasis gesehen legte die Arbeitslosigkeit um 2,3 Prozentpunkte zu. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der monatlichen Datenerhebung im Januar 2004. Eine höhere Zahl hatte es zuletzt Anfang 1999 gegeben, damals gab es allerdings nur Quartalsdaten.

Italien steckt seit Mitte 2011 tief in der Rezession. Die EU-Kommission, die OECD und der Internationale Währungsfonds sagen der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone für 2012 jeweils einen Konjunktureinbruch von mehr als zwei Prozent voraus. Die Schuldenkrise und der harte Sparkurs der Regierung trüben vor allem die Aussichten junger Menschen ein.
Die niedrigsten Arbeitslosenquoten laut Berechnung von Eurostat hatten im Oktober Österreich mit 4,3 Prozent, Luxemburg mit 5,1 Prozent sowie Deutschland mit 5,4 Prozent.

Die Inflation in den 17 Euro-Ländern hat sich dagegen im November deutlich abgeschwächt. Dank günstigerer Energiepreise sank die jährliche Teuerungsrate laut Eurostat auf 2,2 Prozent. Im Oktober hatte die Rate noch 2,5 Prozent betragen, im August und September 2,6 Prozent. Energie blieb zwar einer der stärksten Preistreiber, doch in geringerem Ausmaß als zuvor. Auch die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Zigaretten zogen weniger stark an. Damit bewegt sich die Inflationsrate in der Eurozone wieder auf den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Die Währungshüter sehen die Preisstabilität bei knapp unter 2,0 Prozent gewährleistet.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%