Lob für Stabilitätsanker IWF warnt Deutschland vor überzogenem Sparkurs

Deutschland sei der Stabilitätsanker in der Euro-Zone, lobt der IWF. Die größte Volkswirtschaft sollte es mit dem Sparen aber nicht übertreiben und mehr für die Binnenkonjunktur tun.

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Deutschland zu mehr Anstrengungen beim Abbau wirtschaftlicher Ungleichgewichte aufgefordert und vor überzogenem Sparen gewarnt. In einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Länderbericht lobt der IWF zwar die „bescheidene Lockerung der Fiskalpolitik“ als angemessen, um die Binnennachfrage anzukurbeln. Ein übertriebener Sparkurs sollte wegen der Unsicherheiten aber vermieden werden.

Der IWF plädiert unter anderem für höhere Reallöhne. Dies würde helfen, die Binnennachfrage zu stärken und die Wirtschaft weniger anfällig zu machen für externe Schocks, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden: „Ein stärkeres und ausgewogeneres Wachstum in Deutschland ist entscheidend für eine nachhaltige Erholung in der Eurozone und den globalen Aufschwung.“

Griechenlands Baustellen 2013


Mit Blick auf die „starken inländischen Fundamentaldaten“ und die Haushaltslage lobt der IWF Deutschland als wichtigen Stabilitätsanker in Europa. Der weitere Abbau der Unsicherheiten in der Euro-Zone müsse aber „in naher Zukunft“ Priorität haben. Die Verunsicherung der Marktteilnehmer beeinträchtige deutlich die Investitionsbereitschaft in der deutschen Wirtschaft.

Der IWF erwartet für Deutschland in diesem Jahr weiter ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent. „Die Aussichten für den Rest des Jahres 2013 und das nächste Jahr hängen stark von einer allmählichen Erholung im Rest der Eurozone sowie einem nachhaltigen Abbau der Unsicherheiten ab“, heißt es.

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Angesichts des starken Außenhandels sei Deutschland sehr anfällig für externe Schocks. Sollten sich Wachstumsaussichten und Beschäftigung eintrüben, müsse mit „proaktiver Finanzpolitik“ gegengesteuert werden. Der Schwung bei den Finanzmarktreformen müsse beibehalten werden. Das Bankensystem in Deutschland sei zwar stabiler geworden, es blieben aber Schwachstellen: Kapitalausstattung und Profitabilität müssten verstärkt werden. Begrüßt werden die Maßnahmen für eine höhere Erwerbsquote.

Das Bundesfinanzministerium sprach von einer ausgewogenen Analyse. Der IWF habe darauf verwiesen, dass Deutschland auf gutem Weg sei zum Abbau der Ungleichgewichte. Der Überschuss in der Leistungsbilanz gegenüber der Eurozone sei seit 2007 rückläufig. Deutschland teile die Auffassung, dass Änderungen der Architektur der Euro-Zone eine robuste Währungsunion schaffen.

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