Lockere EZB-Geldpolitik Deutsche EZB-Direktorin lehnt weitere Geldflut ab

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kritisiert schon lange die ultra-lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Jetzt springt ihm EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger zur Seite und bezieht klar Position.

Sabine Lautenschläger ist Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) und Vize-Chefin der EZB-Bankenaufsicht. Quelle: dpa

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat sich klar gegen eine weitere Öffnung der Geldschleusen in der Währungsunion ausgesprochen. "Für mich ist es eindeutig: Ich sehe derzeit keinen Grund für weitere geldpolitische Maßnahmen, vor allem nicht für eine Ausweitung des Ankaufprogrammes", sagte Lautenschläger am Montag auf einer Veranstaltung in München laut Redetext. Die wirtschaftliche Lage im Euro-Raum habe sich im Vergleich zum Januar nicht wesentlich verschlechtert. Die Euro-Zone befinde sich daher nicht in einer Lage, in der eine weitere geldpolitische Lockerung alternativlos wäre.

Mit ihren Äußerungen springt die EZB-Direktorin Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zur Seite, der der ultra-lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) schon seit langem kritisch gegenüber steht. Eine Ausweitung des geldpolitischen Stimulus würde über das Ziel hinausschießen, warnte Lautenschläger. Solch ein Schritt wäre nur zur Bannung einer herausragenden Gefahr, wie einer Deflation, zu rechtfertigen. "Von solchen Gefahren sind wir aber weit entfernt", sagte die deutsche Vertreterin im sechsköpfigen Führungsteam der EZB.

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