Machtwechsel in Dänemark Rechtspopulisten triumphieren

Dänemark bekommt nach der Parlamentswahl eine neue Regierung. Der historische Erfolg der Rechtspopulisten verhilft der Opposition an die Macht. Doch Ministerpräsident wird wohl der Liberale Rasmussen.

Wo die glücklichsten Menschen wohnen
Platz 30 - BulgarienGleich drei Ränge abwärts ging es für Bulgarien. Die Bulgaren erreichen auf der Skala von 0 ("überhaupt nicht zufrieden") bis 10 ("sehr zufrieden") gerade mal 3,7 Punkte. Damit ist das Land am Schwarzen Meer das Schlusslicht im "Deutsche Post Glücksatlas 2014".
Platz 29 - GriechenlandFür Griechenland ging es im Vergleich zum Vorjahr immerhin einen Platz nach oben. Der Glücks-Index liegt ebenfalls bei 3,7. Quelle: dpa
Platz 28 - PortugalMit einem Lebenszufriedenheitsindex von 3,8 bildet Portugal eines der Schlusslichter des Rankings. Portugiesen, Griechen und Bulgaren sind damit die unglücklichsten Europäer. Quelle: dpa
Platz 27 - RusslandVon Rang 28 auf Rang 27 kletterte Russland empor. Mit einem Wert von 4,2 sind die Russen aber trotzdem immer noch ziemliche unzufrieden. Quelle: dpa
Platz 26 - RumänienIm Vergleich zum Vorjahr ging es für Rumänien um einen Platz nach oben. Der Lebenszufriedenheitsindex liegt bei 4,5. An dieser Stelle überspringen wir einige Plätze und gelangen direkt zu den deutlich zufriedeneren Ländern... Quelle: dpa
Platz 15 - PolenDie Polen erreichen einen Lebenszufriedenheitswert von 6,1 von zehn möglichen Punkten. Quelle: dpa
Platz 14 - TschechienZwei Plätze aufwärts ging es mit der Lebenszufriedenheit der Tschechen: 6,3 . Quelle: dpa

Die Regierung von Helle Thorning-Schmidt hat die Wahl in Dänemark verloren. In der Nacht zum Freitag verkündete die Ministerpräsidentin auch ihren Rücktritt als Vorsitzende der Sozialdemokraten. Bei der Parlamentswahl am Donnerstag hatte die bürgerliche Opposition eine knappe Mehrheit errungen - vor allem dank eines Rekord-Erfolgs der Rechtspopulisten. Sie sind künftig nach den Sozialdemokraten zweitstärkste Kraft im „Folketing“. Dennoch rückt wohl der Liberale Lars Løkke Rasmussen an die Spitze des Landes.

„Wir haben keine besonders gute Wahl gehabt“, gestand Løkke Rasmussen in der Wahlnacht ein. Trotz herber Verluste habe seine Partei nun „eine Möglichkeit bekommen, in Dänemark die Führung zu übernehmen“. Wie die aussehen soll, war angesichts des überragenden Ergebnisses der Dänischen Volkspartei aber zunächst noch unklar. Mehr als jede fünfte Stimme (21,1 Prozent) ging an die Rechtspopulisten. „Das ist so unwirklich“, kommentierte deren Chef Kristian Thulesen Dahl.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

Die Wahl hatte seine „Dansk Folkeparti“ unter anderem mit dem Ruf nach einem Asyl-Stopp und der Wiedereinführung von Grenzkontrollen gewonnen. Während die „DF“ im neuen Parlament auf 37 Sitze (+15) kommt, stehen den Liberalen künftig nur 34 Sitze (-13) zu. Mit 19,5 Prozent der Stimmen ist sie nur drittgrößte Partei.

Die Sozialdemokraten legten im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren zwar ordentlich auf 26,3 Prozent der Stimmen (47 Mandate) zu. „Die Sozialdemokraten sind wieder stärkste Partei des Landes“, erklärte Thorning-Schmidt stolz. Die Regierungsmacht musste die Partei trotzdem abgeben. „Heute Abend hat unser gemeinsamer Einsatz nicht so weit gereicht, wie wir gehofft haben“, sagte die Ministerpräsidentin.

Vor Einbeziehung der vier Mandate, die auf den Färöer Inseln und Grönland vergeben werden, lag der bürgerliche Block mit 90 Mandaten vor dem Mitte-Links-Bündnis mit 85 Mandaten.

Zu den großen Wahlverlierern in Kopenhagen gehörten die Koalitionspartner der Sozialdemokraten: Die Sozialliberalen sackten auf 4,6 Prozent der Stimmen (8 Sitze) ab. Auch die Volkssozialisten schnitten mit 4,2 Prozent (7 Sitze) deutlich schlechter ab als 2011. Etwas besser als bei der vergangenen Wahl schlug sich die linke Einheitsliste mit 7,8 Prozent (14 Sitze).

Die wohlhabendsten Länder der Welt
Rang 14: DeutschlandDeutschland liegt, was den Wohlstand weltweit betrifft, auf Platz 14. Das ergibt der Legatum Prosperity Index. Betrachtet wurden dabei neben dem Faktor Wirtschaftswachstum sieben weitere Kernaspekte wie die Möglichkeiten für Unternehmer, die Regierungsarbeit, das Bildungssystem, die Gesundheit, die Sicherheitslage, die persönliche Freiheit und das Sozialkapital. Besonders gut schneidet Deutschland in puncto ökonomischer Wohlstand (Platz acht), Bildung (Platz zehn) und Gesundheit (Platz sieben) ab. Auch wenn die Toleranz gegenüber Immigranten und Minderheiten seit 2010 leicht abgenommen hat, zählt Deutschland hier immer noch zur Spitzengruppe – 2010 sagten noch 80 Prozent der Bevölkerung, Deutschland sei ein guter Ort für Immigranten, 2014 waren es nur noch 78. Die deutsche Regierung wird als sehr effizient gesehen und hat vergleichsweise hohe Rückendeckung aus der Bevölkerung. Für einen Platz in den Top 10 genügt all das aber nicht. Ein Grund dafür: In puncto innerer und äußerer Sicherheit belegt Deutschland nur Platz 22. Quelle: REUTERS
Rang 10: USADie USA sind – wie auch schon vor fünf Jahren – auf Rang zehn. Zwischenzeitlich hatte die immer noch größte Volkswirtschaft der Welt nur den zwölften Platz inne. Die Gründe für den neuerlichen Aufstieg sind laut dem Legatum Institute einfach auszumachen: Gerade aus ökonomischer Sicht konnte die USA stark zulegen und hat ganze sieben Plätze aufgeholt – damit belegt sie Rang 17 weltweit. Das resultiert aus der gesunkenen Arbeitslosigkeit und der besseren wirtschaftlichen Stimmung. Allerdings ist nicht alles rosig: Die USA, die wie kein anderes Land sonst Freiheit symbolisieren, rangieren nur auf Platz 21, was persönliche Freiheit betrifft. Nur 82 Prozent der Bürger glauben, selbstbestimmt in den Vereinigten Staaten leben zu können – 2011 waren es noch vier Prozent mehr. In Neuseeland, dem Spitzenreiter in dieser Kategorie, glauben 94 Prozent, ihr Leben selbstbestimmt führen zu können. Auch die Zahl der Amerikaner, die glauben, die USA sei ein guter Platz für Migranten und Minderheiten ist auf 82 Prozent gefallen. Damit gehören die USA zwar immer noch zur Spitzengruppe, aber gerade die Ausschreitungen in Ferguson sprechen dafür, dass der Wert in den nächsten Jahren weiter fallen könnte. Quelle: dpa
Rang 9: NiederlandeDie Niederlande konnten die neunte Platzierung halten. Aus ökonomischer Sicht belegt sie zwar nur Platz 25 – allerdings glänzt die Wirtschaft mit zahlreichen anderen Faktoren: In puncto sozialer Mobilität liegt sie in der Spitzengruppe. Gemessen wurde hierbei die Chance zwischen den verschiedenen sozialen Klassen im Vergleich zu den Eltern aufzusteigen. Auch die soziale Ungleichheit ist nahezu nirgendwo so niedrig wie in den Niederlanden. Das dürfte vor allem am exzellenten Bildungssystem liegen. Es rangiert weltweit auf Platz vier. Quelle: dpa
Rang 8: FinnlandFinnland hat einiges mit den Niederlanden gemein: Betrachtet man die ökonomische Leistung, ist Finnland ähnlich platziert wie die Niederlande, mit Rang 26 aber insgesamt das schwächste Land in der Spitzengruppe. Dafür glänzt Finnland ebenfalls mit einer hohen Mobilität und einer niedrigen Ungleichheit. Dazu gilt die finnische Regierung als eine der effektivsten weltweit. In puncto Sicherheit rangiert Finnland hinter Hong Kong und Island auf Platz drei. Gemessen wurde hierbei sowohl die innere als auch die äußere Sicherheit. Das Bildungssystem ist das sechstbeste der Welt. Quelle: Creative Commons - Tpienonen
Rang 7: AustralienLaut der Studie verfügt Australien über das beste Bildungssystem der Welt. Auch in anderen Bereichen ist die frühere britische Gefängniskolonie Spitzenreiter: So gilt in keinem Land dieser Welt die Macht als so gleichmäßig verteilt wie in Australien, gleiches gilt für die politischen Rechte. Daraus resultiert, dass der Ausbruch eines Bürgerkriegs nirgendwo unwahrscheinlicher ist. Interessant ist ein Blick auf die Sicherheitslage in Australien: 80 Prozent der Männer geben an, sich bei Nacht alleine sicher zu fühlen; bei den Frauen sind es nur 54 Prozent. Damit erreicht Australien die zweitgrößte Differenz weltweit. Auffällig: Auch die anderen Länder mit einer ausgeprägten Differenz sind Hocheinkommensländer. Im weltweiten Durchschnitt beträgt die Differenz zwischen Mann und Frau 13 Prozent – in Australien ist sie doppelt so hoch. Quelle: REUTERS
Rang 6: SchwedenIn Sachen Bildung wird Schweden europaweit immer wieder als Vorbild genannt. Laut Studie belegt es aber nur Rang 16 und steht damit sechs Plätze hinter Deutschland. Trotzdem: Die hohe soziale Mobilität und die niedrige Ungleichheit bedingen eine Top-Platzierung. Auch aus ökonomischer Sicht steht Schweden gut da. Weltweit rangiert es auf Platz vier. Das dürfte mitunter daraus resultieren, dass kein anderes Land der Welt Unternehmern so viele Möglichkeiten gibt wie Schweden. Unterstützt werden Unternehmer beispielsweise finanziell sehr stark bei Innovationen. Quelle: dpa
Rang 5: KanadaKanada ist bekannt für seine farbenprächtigen Landschaften, für große Seen, Berge und gigantische Wälder. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Bürger keines Landes dieser Welt zufriedener sind mit ihrer Umgebung: 95 Prozent der Kanadier geben an, dass sie die Natur dort schön finden – absoluter Höchstwert. Auch die Lebenszufriedenheit ist nirgendwo höher als in Kanada. In puncto persönlicher Freiheit und Zufriedenheit mit der Regierungsarbeit liegt Kanada weit vorne. Weniger ruhmreich: Ganz vorne rangiert Kanada bei der Differenz zwischen dem Sicherheitsempfinden von Mann und Frau: 91 Prozent der Männer geben an, sich bei Nacht alleine sicher zu fühlen, aber nur 62 Prozent der Frauen. gDas kanadische Bildungssystem ist laut Studie das zweitbeste der Welt. Damit liegt es knapp vor dem nächsten Land. Quelle: AP

Die neue Partei „Die Alternative“ des früheren dänischen Kulturministers Uffe Elbæk, die etwa einen grünen Wandel, einen „Veggie-Day“ und eine 30-Stunden-Woche fordert, konnte mit 4,8 Prozent der Stimmen (9 Mandate) ins „Folketing“ einziehen.

Im bürgerlichen Block feierte die liberale Allianz Zugewinne (7,5 Prozent/13 Mandate), während die Konservativen auf 3,4 Prozent (6 Mandate) zurückfielen. Die Christdemokraten verpassten die Zwei-Prozent-Hürde für den Einzug ins „Folketing“ deutlich (0,8 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag mit 85,8 Prozent unter der der Parlamentswahl 2011 (87,7 Prozent).

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Thorning-Schmidt hatte vor vier Jahren als erste Frau den Sprung an die Regierungsspitze geschafft und den damaligen Staatsminister Løkke Rasmussen abgelöst. „Ich bin Dänemarks erste Ministerpräsidentin. Aber ich werde nicht die letzte sein“, sagte die 48-Jährige nach ihrer Niederlage in der Nacht zum Freitag mit Tränen in den Augen.

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