Mario Draghi Der Schattenbanker: Finanzalchemie à la Draghi

Als Chef der Banca d’Italia legte EZB-Präsident Mario Draghi den Grundstein für ein europäisches Schattenbankensystem unter Führung der nationalen Notenbanken. Ein System, das hauptsächlich dazu geschaffen wurde, Geschäftsbanken und ihre Eigentümer auf Kosten der europäischen Steuerzahler vor Pleiten und Verstaatlichungen zu schützen.

Marode Staatshaushalte und Krisenbanken
frau auf einem Balkon mit portugiesischer Flagge Quelle: dapd
SpanienNotleidende Kredite: 10,7 Prozent der Gesamtkredite (Stand: September 2012) Sparer ziehen Einlagen ab, marode Immobilien bringen die Banken ins Wanken Quelle: dpa
Bank of Ireland Quelle: dpa
Bank Societé Générale Quelle: REUTERS
Gebäude der Dexia-Bank Quelle: dpa
Eine niederländische Flagge und Gebäude der ING Quelle: dapd
Rettungsring und Banken Quelle: AP

Die Europäische Zentralbank (EZB) und ihr Präsident Mario Draghi geraten immer tiefer hinein in den Strudel um die italienische Skandalbank Banca Monte dei Paschi die Siena (BMP). Jetzt wurde bekannt, dass die Banca d’Italia im Oktober 2011, also noch unter der Führung Draghis, der strauchelnden BMP einen wertpapierbesicherten Kredit in Höhe von zwei Milliarden Euro verabreichte, aber weder Öffentlichkeit noch das italienische Parlament darüber informierte.

Verständlich, lief der Deal doch hinaus auf eine geheime Rettung der BMP durch die Banca d`Italia. Derivateverluste und die Verluste aus der überteuerten Übernahme der Banca Antoveneta hatten das Bankhaus aus Siena damals in eine Liquiditätskrise gestürzt. Mangels EZB-fähiger Wertpapiere konnte sich die BMP bei der EZB kein Geld mehr beschaffen.

Die Rolle der EZB nach dem Maastricht-Vertrag

Also sprang die italienische Notenbank ein. Sie nahm Anleihen und Hypothekenpapiere von zweifelhafter Bonität in die eigene Bilanz und reichte dafür liquide italienische Staatsanleihen im Volumen von zwei Milliarden Euro aus. Für die Staatsanleihen konnte sich die BMP dann bei der EZB zwei Milliarden Euro Liquidität beschaffen. Damit war das Aus der 1472 gegründeten Bank vertagt.

Auch für den letzten Zweifler dürfte nun klar sein, dass die italienische Notenbank unter ihrem damaligen Präsidenten Draghi sehr wohl wusste von der Schieflage der drittgrößten italienischen Bank und von den Hintergründen. Eingeweiht gewesen sein dürfte aber auch die EZB unter ihrem damaligen Präsidenten Jean-Claude Trichet. Denn ähnliche Transaktionen sollen laut Fabrizio Saccomanni, dem Generaldirektor der Banca d’Italia, überall in Europa von den nationalen Notenbanken durchgeführt worden sein - im Geheimen und zu Lasten des europäischen Steuerzahlers.

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Denn dieser ist es, der haftet für die zweifelhaften Forderungen der Geschäftsbanken, die so in den Bilanzen der Notenbanken landen. De facto Pleitebanken können de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit zweifelhaften Wertpapierschrott bei den nationalen Notenbanken abladen und erhalten dafür im Gegenzug Staatsanleihen, deren Zins- und Schuldendienst vom Steuerzahler getragen wird.

Draghi legte mit der Finanztransaktion zwischen der Banca Monte dei Paschi di Siena und der Banca d'Italia den Grundstein für ein europäisches Schattenbankensystem unter Führung der nationalen Notenbanken. Ein System, das hauptsächlich dafür geschaffen wurde, Geschäftsbanken und ihre Eigentümer auf Kosten der Steuerzahler vor Pleite und Verstaatlichung zu schützen.

Das ist der eigentliche Skandal.

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