Maßnahmen der EZB Ein Strohhalm im Wert von 800 Milliarden Euro

EZB-Chef Mario Draghi hat vergangene Woche ein neues Hilfspaket angekündigt. Bis zu 800 Milliarden Euro frisches Geld könnte die EZB dafür berappen. Das Paket ist der letzte Strohhalm.

Europa ist nur bedingt wettbewerbsfähig
Ein Mann trägt eine griechische Flagge Quelle: dpa
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Stierkampf Quelle: dpa
Eine Frau hält eine Fahne mit einer französischen Flagge in der Hand Quelle: REUTERS
Das Parlamentsgebäude in Wien Quelle: dpa
Finnische Flagge Quelle: dpa

Langsam nimmt das EZB-Hilfspaket konkretere Formen an. Laut Informationen des "Spiegel" sollen die Maßnahmen ein Volumen von bis zu 800 Milliarden Euro haben. Dazu gehöre das Kaufprogramm für Kreditverbriefungen (ABS), der Kauf von Pfandbriefen sowie weitere Finanzhilfen für Banken.

Allerdings gilt die Zahl weiterhin als unsicher. Deshalb hatte EZB-Präsident Mario Draghi darüber auch nach dem Zinsentscheid Stillschweigen bewahrt. Wie hoch der Anteil des Geldes ist, welches in den Kauf der verbrieften Kredite fließt, ist bisher nicht bekannt.

Die EZB hat die Maßnahmen auf ihrem letzten Zinsentscheid am vergangenen Donnerstag verabschiedet, um einerseits die geringe Teuerungsrate in der Euro-Zone zu bekämpfen und um die Kreditvergabe anzukurbeln. Die Inflationsrate lag im August nur noch bei 0,3 Prozent. Erst bei Raten von knapp unter zwei Prozent spricht die EZB allerdings von Preisstabilität.

Der letzte Strohhalm

Viele Reserven hat die EZB nicht mehr. Wenn das Paket nicht hilft, bleiben kaum noch Instrumente übrig, um die Konjunktur der Euro-Zone endgültig wieder auf Kurs zu bringen. Das zeigt auch der Vergleich dieses Hilfspakets mit den vorherigen. So hatte der erste Langfrist-Tender (LTRO) im Herbst 2011 "nur" ein Volumen von knapp 500 Milliarden Euro. Banken konnten sich für einen Mini-Zins Geld bei der EZB für einen Zeitraum von drei Jahren leihen. Das sollte den Instituten die langfristige Refinanzierung erleichtern. Im Februar 2012 gab es den nächsten Tender, da liehen sich die Banken sogar knapp 530 Milliarden Euro.

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Am Vergleich der Zahlen wird bereits deutlich, welchen Stellenwert das neue Paket für die EZB hat. Im Oktober stellt die EZB den Banken erneut Geld in Form eines Tenders zur Verfügung. Allerdings sind die Refinanzierungsgeschäfte diesmal zweckgebunden. Der Fachausdruck: targeted longer term refinancing operation, kurz TLTROs.

Die EZB will die Kreditpakete an Bedingungen knüpfen, damit das Zentralbankgeld auch tatsächlich in Form von Krediten in der Realwirtschaft landet. Wie umfangreich das Paket sein wird, ist noch nicht klar. Im August hatte Mario Draghi erklärt, eine erste Umfrage unter Banken deute darauf hin, dass Europas Banken zwischen 450 und 850 Milliarden Euro an Krediten in Anspruch nehmen könnten.

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