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Militärtransporter A400m Airbus-Militärtransporter in Spanien abgestürzt

Bei einem Testflug stürzt bei Sevilla ein Militärtransporter des neuen Typs Airbus A400M ab. Das Unglück ereignete sich auf einem Flughafen bei Sevilla. In den Trümmern sterben vier Menschen.

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Ein Militärtransporter des Typs A400m Quelle: dpa

Beim Absturz eines Militärtransporters vom Typ Airbus A400M sind am Samstag in Spanien vier Menschen ums Leben gekommen. Die Rettungsdienste bargen aus den Trümmern der Maschine in der Nähe des Flughafens von Sevilla zwei schwer verletzte Überlebende. Dies gab der Präfekt von Andalusien, Antonio Sanz in Sevilla bekannt. Es war der erste Absturz eines Transporters dieses neuen Typs.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte, anscheinend seien alle Insassen Mitarbeiter von Airbus gewesen. Das Flugzeug ging laut spanischer Regierung gut einen Kilometer nördlich des Flughafens von Sevilla auf einem Feld nieder. Insgesamt seien sieben Personen an Bord gewesen, erklärten die Einsatzkräfte weiter. Bilder in den Medien zeigten einen Feuerwehreinsatz am Flugzeugwrack, von dem Rauch aufstieg.

Der Zeitung "El Pais" zufolge wurde das Flugzeug noch getestet. Die Maschine sei zu einem Testflug gestartet, hieß es. Sie stürzte unmittelbar nach dem Start aus unbekannter Ursache ab und zerschellte auf dem Boden. Ein lokaler Radiosender hat über Twitter bereits erste Bilder zu dem Unglück veröffentlicht. Fotos auf der Webseite der Zeitung „El Pais“ zeigten, wie die Feuerwehr einen Brand an den rauchenden Trümmern des Flugzeugs löschte, die sich in ein Feld gebohrt hatten. Auch Fernsehbilder zeigten Rauchwolken. Der Sender TVE meldete, die Besatzung des Flugzeugs habe dem Tower vor dem Absturz Probleme gemeldet. Auch Airbus sprach davon, dass der Pilot kurz vor dem Unglück noch einen Notruf abgesetzt habe.

Die Problemzonen der Airbus Group

Ein Absturz bei einem Testflug wäre ein neuer Rückschlag für den Airbus-Konzern, der beim A400M-Programm bereits mit Verspätungen und Pannen zu kämpfen hat. Die Transportmaschine wurde für mehrere Nato-Länder - darunter Deutschland - entwickelt.

Der Airbus A400M ist ein großes, propellergetriebenes Transportflugzeug. Es wird in Sevilla gefertigt. Acht Länder haben etwa 194 Exemplare des neuen Militärtransporters geordert, darunter auch Spanien und Deutschland. Das Flugzeug soll hierzulande die veraltete Hercules ersetzen. Das Flugzeug hatte sich noch in der Testphase befunden und war noch nicht an die Streitkräfte eines Landes ausgeliefert worden. Airbus hat A400M bislang an fünf Staaten ausgeliefert: Großbritannien, Malaysia, Deutschland, Frankreich und die Türkei. Die Bundeswehr hat ihre erste und bislang einzige A400M im vergangenen Dezember erhalten. Insgesamt hat Deutschland 53 Maschinen bestellt. Der A400M zählt zu den Pannen-Projekten der Bundeswehr. Die Entwicklung der Militärmaschine hatte sich um Jahre verzögert. Außerdem ist das Flugzeug teurer geworden als zunächst geplant.

Ein Sprecher der Luftwaffe sagte, ein Termin für die geplante Lieferung weiterer Flugzeuge stehe bislang noch nicht fest. Der erste A400M sei momentan noch in der Einsatzprüfung durch die Luftwaffe. „Wir werden uns die Ursache für diesen Absturz ganz genau anschauen und kein Risiko für unser Personal eingehen.“ Für diese Woche waren Flüge mit der Maschine geplant.

Das abgestürzte Transportflugzeug war für das türkische Militär bestimmt, teilte Airbus Defense & Space mit. Angaben zur Absturzursache machte das Unternehmen nicht.

Europa



Rajoy, der zunächst von acht bis zehn Toten gesprochen hatte, erfuhr von dem Unglück bei einer Wahlkampfveranstaltung auf Teneriffa. Er brach die Kundgebung ab und machte sich auf den Weg nach Sevilla. Die Parteien sagten ihre für Samstag geplanten Wahlkampfveranstaltungen ab. In Spanien finden am 24. Mai Regional- und Kommunalwahlen statt.

Der Airport der im Südwesten Spaniens gelegenen Stadt wurde geschlossen, wie die spanische Flughafenbehörde AENA bestätigte. Alle Flüge nach Sevilla wurden nach Málaga und Jerez umgeleitet. Ein Gewerbegebiet in der Nähe des Absturzorts im Vorort Carmona meldete nach dem Unglück einen Stromausfall.

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