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Möglicher Anschlag Polizei identifiziert Angreifer von Paris

Ein mit einem Beil bewaffneter Mann hat versucht, in eine Polizeiwache in Paris einzudringen. Er wurde von Sicherheitskräften getötet. Der Angreifer stammt aus Marokko, ob er zur islamistischen Szene gehört, ist unklar.

Französische Polizisten sichern die Gegend Quelle: REUTERS

Am Jahrestag des islamistischen Mordanschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ haben Pariser Polizisten einen sie angreifenden Mann erschossen. Der Täter hatte eine Bombenattrappe bei sich. Er lief vor einem Kommissariat mit einem Schlachterbeil bewaffnet auf die Polizisten zu und rief dabei auf Arabisch „Allah ist groß!“, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte.

Ob er zur islamistischen Szene gehört, war zunächst unklar. Ermittler fanden bei dem Mann aber eine Abbildung der Flagge der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Neben einem Mobiltelefon entdeckten sie zudem ein „eindeutiges“ handschriftliches Bekenntnis in arabischer Sprache. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Untersuchungsverfahren wegen Terrorismus.

Am Abend berichteten französische Medien, dass der Angreifer identifiziert wurde. Der 20-Jährige soll im Zusammenhang mit einem gemeinschaftlichen Raub 2013 in Südfrankreich polizeibekannt sein. Als Geburtsort wird Casablanca in Marokko genannt, wie der französische Nachrichtenagentur AFP berichtete.

So soll der Kampf gegen den Terror verschärft werden
Innenminister Quelle: dpa
Eifelturm Quelle: dpa
Italien Quelle: dpa
G20-Vertreter Quelle: dpa
Schweden Quelle: dpa
Belgien reagierte auf den Terror in Paris mit Pass- und Fahrzeugkontrollen an der Grenze zu Frankreich Quelle: dpa
SpanienIn Spanien wurde erwartet, dass an der 656 Kilometer langen Grenze zu Frankreich deutlich mehr Sicherheitskräfte eingesetzt werden. Schon nach Anschlägen in Tunesien und Kuwait hatte Madrid im Juni den Alarm auf die zweithöchste Stufe 4 angehoben. Seitdem gelten für Flughäfen und Bahnhöfe, Atomanlagen und Botschaften verschärfte Schutzmaßnahmen. Quelle: AP

Zunächst war von einem möglichen Sprengstoffgürtel die Rede gewesen. Die Leiche wurde deshalb nach dem Angriff auf dem Bürgersteig vor dem Kommissariat im Norden der französischen Hauptstadt von einem Roboter untersucht. Der Gegenstand stellte sich als eine Attrappe heraus; er bestand aus einer Tasche mit Klebeband, aus der ein Kabel herausragte, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete. Sprengstoff wurde nicht gefunden.

Ein Bericht des Nachrichtensenders BFMTV, wonach auf dem Handy des Mannes Nachrichten auf Arabisch und Deutsch gespeichert waren, wurden zunächst offiziell nicht bestätigt. Der Tatort nahe dem bei Touristen beliebten Viertel Montmartre wurde weiträumig abgesperrt. Viele Geschäfte und Restaurants mussten zwischenzeitlich schließen, auch Metro-Linien wurden unterbrochen.

„In einem Land, in dem das Bedrohungsniveau extrem hoch ist, stehen Polizisten, Gendarmen und Sicherheitskräfte in vorderster Linie“, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Tatort. Auch der für Terrordelikte zuständige Staatsanwalt François Molins machte sich ein Bild von der Lage.

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Bei den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“, eine Polizistin und einen koscheren Supermarkt hatten Islamisten im Januar 2015 in Paris insgesamt 17 Menschen getötet. In den folgenden Monaten war Frankreich immer wieder das Ziel islamistischer Terroristen. Gewalttätiger Höhepunkt war die Mordserie in Paris und Saint-Denis im November, bei der 130 Menschen getötet wurden. Seitdem gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

In dieser Woche wird mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Januar-Anschläge erinnert. Am Donnerstag warb Präsident François Hollande vor Vertretern von Polizei, Gendarmerie und Militär erneut für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze. Auch die Leitlinien der Sicherheitskräfte müssten an die terroristische Bedrohung angepasst werden. Informationen sollten besser zwischen den verschiedenen Behörden ausgetauscht werden.

Die Regierung bereitet derzeit ein Gesetz vor, das den Behörden neue Kompetenzen gibt. Zudem sollen die Regelungen für den Ausnahmezustand in die Verfassung aufgenommen werden.

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