WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

+++Nach den Anschlägen in Paris+++ „Gefährdung für Deutschland und Europa ist hoch"

Das Fußball-Länderspiel in Hannover ist wegen eines drohenden Sprengstoffattentats von Islamisten abgesagt worden. Innenminister Thomas de Maizière bezeichnete die Lage als ernst. Die Ereignisse im Überblick.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Zwei Polizisten stehen in Hannover auf der Tribüne Quelle: dpa
  • Nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover wurde bislang kein Sprengstoff gefunden. Festnahmen gab es laut Polizei ebenfalls nicht
  • Das Fußball-Spiel zwischen Deutschland und den Niederlanden wurde überraschend abgesagt. Offenbar gab es Hinweise auf einen Anschlag. Das Spiel sollte nach den Anschlägen im Stade de France ein Zeichen gegen den Terror setzen
  • Frankreich bittet die EU-Partner jetzt offiziell um Beistand
  • Laut einem Medienbericht fahnden die französischen Behörden nun nach zwei flüchtigen Attentätern
  • In Alsdorf bei Aachen hat die deutsche Polizei am Nachmittag sieben Verdächtige festgenommen, am Abend aber wieder freigelassen. Sie stehen nicht in direkter Verbindung zu den Paris-Anschlägen

+++22.00 Uhr+++

Der Schock und die Überraschung über die kurzfristige Absage des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden sitzen tief. Die Begegnung hätte zugleich ein Zeichen gegen den Terror und die Anschläge in Paris sein sollen. Die Absage ist deshalb umso bitterer.

Für heute schließen wir den Live-Ticker mit den Worten von Bundesinnenminister de Maizière: "Wir sind uns einig, auch nach dem heutigen Abend, dass wir nicht bereit sind, unsere Lebensweise grundsätzlich zu ändern. Wir wollen ins Stadion, auf Weihnachtsmärkte, wollen Volksfeste feiern. Und das wird so bleiben. Dennoch muss im Einzelfall immer eine Abwägung getroffen werden, die mit dem Schutz der Menschen zu tun hat. Aber ich will keinen Zweifel daran lassen, dass wir prinzipiell Veranstaltungen wie diese mit Sorgfalt und vielleicht ein bisschen Mut durchführen werden."

+++ 21.50 Uhr +++

Auch Stunden nach der Räumung des Stadions bleibt die Polizei-Präsenz in Hannover hoch. Das wird auch über Nacht so bleiben. Damit sende man "ein deutliches Signal", so Niedersachsens Innenministers Boris Pistorius. Augenzeugen beschreiben die Situation im Stadtinneren derzeit als entspannt. Von weiteren Zwischenfällen ist derzeit nichts bekannt.

+++21.41 Uhr +++

Der Hinweis auf einen drohenden islamistischen Anschlag beim Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande kam laut der dpa von einem ausländischen Geheimdienst. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf Sicherheitskreise in Berlin. Von offizieller Seite gibt es dafür zunächst keine Bestätigung.

+++ 21.40 Uhr +++

Zur Quelle und dem Ausmaß der Gefährdung will Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit Hinweis auf ein zukünftiges Verhalten der Behörden nichts sagen. Zum einen um die Unruhe in der Bevölkerung nicht zu verstärken, zum anderen um das Vorgehen der Sicherheitskräfte bei zukünftigen Vorfällen nicht offen zu legen. Der Innenminister bittet um Vertrauen in die Sicherheitsbehörden.

+++ 21.35 Uhr +++

Nach der Absage des Fußballspiels in Hannover sind nach Angaben des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius keine Verdächtigen festgenommen worden. Es sei auch kein Sprengstoff gefunden worden, sagt er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

+++ 21.29 Uhr +++

„Die Gefährdung für Deutschland und Europa ist hoch. Die Lage ist ernst“, sagt Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius. Die Hinweise hätten sich am frühen Abend so verdichtet, dass die Behörden sich schließlich zum Schutz der Bevölkerung entschieden hätten, das Länderspiel abzusagen. Die Absage sei so spät gekommen, weil eine Abwägung früher nicht möglich gewesen sei, so der Minister. Es sei eine bittere Entscheidung gewesen, "aber bei einem solchen begründeten Zweifel habe der Schutz der Bevölkerung Vorrang“, sagt de Maizière.

+++ 21.13 Uhr +++

In Hannover ist die Angst vor möglichen Anschlägen groß. Die Polizei kontrolliert Fahrzeuge in der Nähe des Stadions und sucht auch an belebte Plätzen nach Auffälligkeiten. "Im Bereich des Hauptbahnhofes wird aktuell ein verdächtiger Gegenstand untersucht", schreibt die Polizei auf ihrer Facebook-Seite.

+++21.01 Uhr +++

Das Länderspiel England gegen Frankreich im Londoner Wembley-Stadion hat begonnen. Zuvor gab es eine Schweigeminute. Eine Pressekonferenz mit Erklärungen und Informationen zur Absage des Länderspiels in Deutschland wird weiter erwartet.

Im Bereich des Hauptbahnhofes wird aktuell ein verdächtiger Gegenstand untersucht. Auf Grund dessen ist aktuell ein Teil des Hbf. gesperrt.

Posted by Polizei Hannover "aktuell" on Dienstag, 17. November 2015

+++20.55 Uhr +++

Nach Anschlagsdrohungen in Hannover und der Absage des Fußball-Länderspiels ist die Anspannung in Hannover hoch. „Wir nehmen den Hinweis sehr sehr ernst“, so Polizeipräsident Kluwe. Man wisse nicht, was die potentiellen Attentäter ersatzweise noch planen, sagte Kluwe weiter. Größere Menschenmengen sollten gemieden werden. Trotz der Warnung finden andere Großveranstaltungen im Stadtgebiet statt. Für ein Konzert der "Söhne Mannheims" in der Tui-Arena gelten aber erhöhter Sicherheitsvorkehrungen. Entgegen anderslautender Medienberichte ist der Nahverkehr in Hannover nicht eingestellt, fährt aber mit Verzögerungen.

+++20.38 Uhr+++

Das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande ist wegen eines drohenden Sprengstoffattentats von Islamisten abgesagt worden. Es habe entsprechende Hinweise auf einen Anschlag gegeben, der von islamistischen Gefährdern geplant gewesen sei, erfuhr die dpa aus Sicherheitskreisen. Vor dem Fußball-Länderspiel in Hannover erhielten die Sicherheitsbehörden Warnungen vor Attentätern im Stadion. „Es war beabsichtigt, einen Sprengsatz im Stadion zu zünden“, sagt Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe im NDR-Fernsehen. Diese Warnung habe man sehr ernst genommen. „Der entscheidende Hinweis hat uns circa 15 Minuten nach Öffnung der Tore erreicht.“

+++20.15 Uhr+++

In der ARD berichtet Hannovers Polizeipräsident Kluwe, dass ein "Sprengstoffanschlag im Stadion geplant" war. Genaue Details zu den Vorfällen gibt es bislang nicht. Gegen 20.30 Uhr soll es eine Pressekonferenz von Bund und Land geben.

+++20.08 Uhr+++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft war zum Zeitpunkt der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande noch nicht im Stadion.

+++ 20.00 Uhr +++

Die Gefahr, die zur Absage des Fußballspiels in Hannover führte, war offenbar eine konkrete. Polizeipräsident Volker Kluwe erklärte laut NDR in der Sendung Hallo Niedersachsen: "Es gab ernsthafte Planungen, etwas zur Explosion zu bringen". Die Räumung des Stadions geht derweil laut augenzeug ruhig und ohne Zwischenfälle über die Bühne.

Ein Polizist mit Maschinenpistole steht vor dem Stadion in Hannover kurz nachdem das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden abgesagt worden ist. Quelle: dpa

+++19.46 Uhr+++

Die Polizei hat die Absage des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden mit Sicherheitsbedenken begründet. Das sagt eine Polizeisprecherin in Hannover. Laut der Deutschen Presse-Agentur geht die Absage auf einen Hinweis auf ein drohendes Attentat zurück. Es gebe einen Anschlagshinweis, der ernst genommen werden müsse.

+++19.30 Uhr+++

"Bitte begeben Sie sich in Ruhe nach Hause". Mit Lautsprecherdurchsagen bittet die Polizei die Fußball-Fans in Hannover, sich vom Stadion zu entfernen. Das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden findet definitiv nicht statt. Kanzlerin Angela Merkel, die dem Sportereignis beiwohnen wollte, ist nicht im Stadion. Genaue Gründe für die Absage sind nicht bekannt. Unklar ist zurzeit, inwiefern es einen Zusammenhang mit den Vorfällen in Frankreich gibt. Das Spiel stand aber von Beginn an im Schatten der Anschläge - und sollte ein Zeichen für den Frieden setzen.

+++19.21 Uhr+++

Die Polizei Hannover hat das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande soeben abgesagt. Über Facebook fordert sie die Stadionbesucher auf deutsch und niederländisch dazu auf, das Stadion ohne Panik schnellstmöglich zu verlassen und nach Hause zu fahren. Nähere Gründe wurden zunächst nicht genannt. Auch der Verein Hannover 96 hatte nach eigenen Angaben zunächst keine Informationen. Zum Zeitpunkt der Absage des Spiels gegen 19.15 Uhr waren kaum Zuschauer im Stadion. Sie wurden per Lautsprecher aufgefordert, den Stadionbereich zu verlassen. Knapp eine Stunde zuvor war nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands vor dem Stadion zunächst Entwarnung gegeben worden. Um was es sich genau handelte, will eine Sprecherin der Polizei nicht sagen. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien soll ein herrenloser Koffer die Aufregung verursacht haben. Der Bereich rund um das Stadion war kurzfristig abgesperrt worden.

Bitte teilen +++ Bitte teilen +++ Bitte teilen +++Liebe Follower, das Spiel ist soeben abgesagt worden. Bitte begebt euch zügig, aber ohne Panik nach Hause.

Posted by Polizei Hannover "aktuell" on Dienstag, 17. November 2015

Französische Behörden sollen nach zweitem flüchtigen Attentäter fahnden

+++18.21 Uhr+++

Die sieben bei Aachen unter Terrorverdacht Festgenommenen werden freigelassen. „Wir können feststellen, dass wir keine Erkenntnis haben, dass die Personen mit dem Anschlag in Verbindung stehen“, sagt ein Polizeisprecher.

+++18.00 Uhr+++

Hinter den Anschlägen von Paris könnten nach den Worten des Vorsitzenden des Heimatschutz-Ausschusses des US-Repräsentantenhauses bis zu 20 Personen stecken. Es müsse davon ausgegangen werden, dass man es mit einer größeren Verschwörung zu tun habe, sagt Michael McCaul dem Sender CNN.

+++17.53 Uhr+++

Die französischen Behörden fahnden Medienberichten zufolge nach einem zweiten flüchtigen Attentäter, der direkt in den Anschlag verwickelt sei. Die Person sei noch nicht identifiziert worden, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf drei französische Insider. Demnach hat eine Analyse der Anschlagsserie ergeben, dass eine Person noch fehlt.

+++17.36 Uhr+++

Nach wie vor ist es so, dass mindestens ein Täter flüchtig ist", sagt Innenminister Thomas de Maizière auf einer Pressekonferenz. Der Minister betont: „Die Gefährdungslage ist wirklich hoch.“ Es bestehe nach wie vor Sorge, dass einer der Täter in Nachbarländer Frankreichs fliehe. Daher sei richtig, verstärkte Grenzkontrollen aufrechtzuerhalten. Es habe sich gezeigt, dass die Sicherheitsbehörden wachsam seien, um Folgeanschläge und Nachahmungstaten zu verhindern. Alle Hinweise seien nun „wachsam, entschlossen und ruhig“ abzuarbeiten.

Die Festnahmen von sieben Verdächtigen bei Aachen haben nach Angaben von Bundesinnenminister vorerst keinen „engsten Zusammenhang“ mit den Anschlägen in Paris. „Nach dem bisherigen Stand der Dinge scheint es nicht so zu sein, dass es einen engsten Zusammenhang mit den Taten in Paris gibt“, sagt de Maizière. Es habe Hinweise gegeben, dass unter den Festgenommenen ein "dicker Fisch" habe sein können. "Leider ist es nicht der, auf den wir alle gehofft hatten, dass er es sein könnte", fügt er hinzu und betont, es bestehe weiter die Sorge, dass einer der Täter in Nachbarländer Frankreichs fliehe. Daher sei richtig, verstärkte Grenzkontrollen weiter aufrechtzuerhalten.

+++17.09 Uhr+++

Die nicht verifizierte Erklärung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Anschlägen von Paris soll von einem französischen Dschihadisten vorgelesen worden sein. Die Stimme in der im Internet aufgetauchten Botschaft gehöre sehr wahrscheinlich einem 35-jährigen Bekannten des islamistischen Attentäters Mohamed Merah, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Merah starb 2012 bei einem Polizeieinsatz. Er hatte zuvor im Großraum Toulouse insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter an einer jüdischen Schule drei Kinder und einen Lehrer. Der nun verdächtigte Franzose gehöre der radikalen islamistischen Szene an. Er sei im Juli 2009 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, habe sich zuvor aber nach Syrien abgesetzt. In der im Internet kursierenden Botschaft hatte ein Sprecher auch neue Drohungen ausgesprochen. Frankreich werde ganz oben auf der Liste der Terror-Ziele bleiben, hieß es darin.

+++16.23 Uhr+++

Deutschland will sich trotz des Terrors in Paris nicht an Luftangriffen auf den sogenannten Islamischen Staat in Syrien beteiligen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagt bei einem Besuch auf Zypern, es habe keinen Sinn, neben 16 anderen Ländern selbst auch Angriffe zu fliegen. Deutschland liefere Waffen und Militärgerät an die kurdischen Gegner des IS im Nordirak. Das sei die richtige Strategie, denn die Kurden hätten nicht nur die Front gegen den IS behauptet, sondern sogar leichte Geländegewinne verbucht, sagt Steinmeier.

Hollande: Nächste Woche Treffen mit Obama und Putin

+++16.15 Uhr+++

Der französische Präsident François Hollande trifft nächste Woche seine Kollegen Barack Obama in den USA und Wladimir Putin in Russland, um über das gemeinsame Vorgehen gegen die IS-Terrormiliz und ein Ende der Syrien-Krise zu beraten, teilt das Präsidialamt in Paris mit. Das Treffen mit US-Präsident Obama ist für den 24. November in Washington vorgesehen, das mit dem russischen Staatschef Putin für den 26. November in Moskau.

+++16.10 Uhr+++

Nach den Terroranschlägen von Paris sind bisher 117 der getöteten Opfer identifiziert worden, sagt die französische Justizministerin Christiane Taubira vor der Nationalversammlung in Paris. Betroffen seien 17 Nationalitäten. Bei den Anschlägen vom Freitagabend gab es mindestens 129 Tote.

Das bedeuten die Anschläge in Paris für Deutschland

+++15.44 Uhr+++

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Streitkräften einen gemeinsamen Einsatz mit Frankreich in Syrien angeordnet. Die Franzosen sollten wie Verbündete behandelt werden, erklärt er in Moskau. Die russischen Streitkräfte sollen nach Anweisung Putins bei der Bombardierung mutmaßlicher IS-Ziele in Syrien mit Frankreich als Verbündete zusammenarbeiten. Dafür sollte ein gemeinsamer Plan mit der französischen Marine ausgearbeitet werden.

+++15.06 Uhr+++

Spezialkräfte der deutschen Polizei haben im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris zwei weitere Personen festgenommen. Insgesamt sind damit fünf Personen festgenommen worden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Eine Augenzeugin berichtete, dass Spezialkräfte der Polizei mit Sturmmasken und Maschinenpistolen eine Straße im Alsdorfer Stadtteil Schaufenberg vorübergehend abgesperrt hätten. Angeblich befindet sich dort die Wohnung der drei Personen, die am Vormittag nach dem Verlassen des örtlichen Jobcenters festgenommen worden waren.

+++14.58 Uhr+++

Der nach den Terroranschlägen in Paris gefundene syrische Pass könnte zu einem vor Monaten getöteten Mann gehören, der für die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kämpfte. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Ob der in der Nähe des Pariser Stade de France entdeckte Ausweis wirklich dem in Syrien Getöteten gehörte oder eine Fälschung auf Grundlage einer echten Identität war, blieb vorerst unklar. Der Pass sei auf den Namen Ahmed al-Mohammed ausgestellt.

+++14.25 Uhr+++

Die USA beteiligen sich nach den Worten von Außenminister John Kerry an dem Militäreinsatz der Türkei zur Abriegelung der noch offenen 98 Kilometer Grenze des Landes zu Syrien. 75 Prozent der Grenze im Norden Syriens seien bereits abgeriegelt, sagt Kerry.

Deutsche Polizisten nehmen bei Aachen drei Verdächtige fest

+++14.10 Uhr+++

Belgien setzt noch mehr Soldaten zur Unterstützung der Polizei ein. Zu den bislang patrouillierenden 220 Soldaten kämen 300 hinzu, erklärt die Regierung.

+++13.53 Uhr+++

Großbritanniens Ministerpräsident David Cameron kündigt eine umfassende Strategie für das weitere Vorgehen gegen den IS in Syrien an. Darin werde er dem Parlament auch begründen, warum er für die Beteiligung an Luftangriffen in Syrien sei, sagt Cameron im Unterhaus.

+++13.53 Uhr+++

Der wegen der Terroranschläge in Paris gesuchte Verdächtige Salah Abdeslam war vor zwei Monaten offenbar in Deutschland und Österreich. Das österreichische Innenministerium erklärt, Abdeslam sei am 9. September mit zwei Begleitern aus der Bundesrepublik nach Österreich eingereist. Seine Identität sei bei einer Verkehrskontrolle festgestellt worden.

+++13.12 Uhr+++

Die Polizei in Alsdorf bei Aachen hat drei Verdächtige festgenommen. Die Verhaftungen sollen im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris stehen. Dabei handele es sich um zwei Frauen und einen Mann. „Wir haben Hinweise bekommen, dass sich einer der Gesuchten im Zusammenhang mit Paris möglicherweise in unserem Bereich aufhält“, teilt ein Polizeisprecher mit. Der Zugriff eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei erfolgte, nachdem die Verdächtigen am Vormittag aus dem örtlichen Jobcenter gekommen waren. Es handele sich um ausländische Staatsbürger. Am Nachmittag waren in Alsdorf noch „weitere Aufklärungs- und Ermittlungsmaßnahmen der Polizei“ im Gange. Die Vernehmungen des Trios liefen.

+++12.59 Uhr+++

Russland setzt bei seinen Luftangriffen in Syrien nach US-Angaben auch Marschflugkörper und Langstreckenbomber ein. Dies habe die russische Seite vor den Einsätzen vom Dienstag mitgeteilt. Einige der Angriffe richteten sich demnach gegen die IS-Hochburg Rakka.

+++12.45 Uhr+++
Salah Abdeslam, sei über den Grenzübergang Suben an der Autobahn A3 bei Passau eingereist, erklärte der Sprecher weiter. Bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle in Aistersheim, rund 50 Kilometer nach der Grenze, seien er und seine Begleiter überprüft worden. Dabei habe Abdeslam gesagt, er wolle für ein paar Tage in Österreich Urlaub machen. Zum damaligen Zeitpunkt habe es keinerlei Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund Abdeslams gegeben, sagte der Sprecher. Nähere Erkenntnisse über die anderen Autoinsassen lägen nicht vor, hieß es. Die Behörden versuchten nun, den damaligen Aufenthaltsort und den Zeitpunkt der Ausreise zu ermitteln.

Ein Handout der Polizei zeigt den 26-jährigen Salah Abdeslam Quelle: AP

+++12.22 Uhr+++
Der mit Haftbefehl gesuchte Franzose Salah Abdeslam, ein Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris, war vor rund zwei Monaten in Deutschland und Österreich. Der 26-Jährige sei am 9. September aus Deutschland kommend mit zwei Begleitern nach Oberösterreich eingereist, sagte ein Sprecher des Wiener Innenministeriums. Der Bruder des Selbstmordattentäters Brahim Abdeslam, der sich am Freitag in einem Pariser Cafe in die Luft gesprengt hatte, wird unter anderem gesucht, weil er einen Polo gemietet hatte, mit dem die Bataclan-Attentäter zur Konzerthalle gefahren waren.

Belgien nennt Namen der verhafteten Terrorverdächtigen

+++12.09 Uhr+++
Die belgische Polizei hat die Namen der zwei verhafteten Terrorverdächtigen bekanntgegeben. Es handelt sich um zwei Belgier aus dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek, Mohammed Amri (27 Jahre alt) und Hamza Attouh (21 Jahre). Das berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die Polizei hatte die beiden am Samstag festgenommen, am Montag wurde Haftbefehl erlassen.
Der Anwalt von Amri sagte laut der Nachrichtenagentur, sein Mandant habe am Freitagabend einen Anruf des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam bekommen mit der Bitte, ihn in Paris abzuholen. Daraufhin sei Amri gemeinsam mit Hamza Attouh von Brüssel nach Paris gefahren. Der graue VW Golf sei auf der Hin- und Rückfahrt im nordfranzösischen Cambrai kontrolliert worden. Auf dem Heimweg habe das Trio kein einziges Wort über das Attentat von Paris gesprochen. Die beiden Männer hätten Salah Abdeslam in Brüssel abgesetzt. Von ihm fehlt weiter jede Spur.

+++11.43 Uhr+++
Die USA versprechen Frankreich Unterstützung im verstärkten Kampf gegen den IS. Nach den jüngsten IS-Anschlägen nicht nur in Paris, sondern auch im Libanon, in Ägypten und der Türkei sei jedem klar, dass man die Terrorgruppe im Kern treffen müsse, sagte John Kerry heute bei seinem Treffen mit Hollande. „Der Grad der Zusammenarbeit könnte höher nicht sein“, sagte Kerry. „Wir haben uns darauf verständigt, mehr Informationen auszutauschen, und ich bin sicher, dass (der Islamische Staat) im Lauf der nächsten Wochen verstärkten Druck spüren wird.“

+++11.19 Uhr+++
Die Pariser Polizei hat ein Auto sichergestellt, das möglicherweise bei der Vorbereitung der Terroranschläge genutzt wurde. Der schwarze Renault Clio löste am Dienstagmorgen einen Einsatz am Platz Albert Kahn im 18. Arrondissement von Paris aus, wie französische Medien berichteten. Die Polizei selbst äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht. Der Wagen könnte „zur Vorbereitung der Attentate gedient haben“, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Polizeikreisen. Er sei im Vorfeld der Anschläge auf der Autobahn 1 gesichtet worden, die Paris mit Belgien verbindet. Weitere Untersuchungen seien aber nötig.

+++11.10 Uhr+++
Die bayerischen Behörden wissen weiter nicht, ob es bei dem in der vorletzten Woche bei Rosenheim festgenommenen Mann aus Montenegro eine Verbindung zu den Attentätern von Paris gibt. Der 51-Jährige schweige noch immer, sagt ein Sprecher des Landeskriminalamts. Nach seiner Festnahme hatte er lediglich gesagt, dass er den Eiffelturm besichtigen wollte. Von den im Auto verbauten Waffen und Sprengstoffen habe er nichts gewusst.

+++10.56 Uhr+++
Präsident Hollande soll nach Angaben seines Premiers Manuel Valls bereits in der kommenden Woche nach Washington und Moskau reisen. Er wolle mit US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin über die Zusammenarbeit im Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien sprechen, sagte Valls dem Sender France Inter.

+++10.24 Uhr+++
Frankreich bittet die Europäische Union offiziell um Beistand. "Habe eben im Namen Frankreichs um Beistand nach Artikel 42.7 des EU-Vertrags gebeten", twittert Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian vor einer Sitzung der EU-Verteidigungsminister in Brüssel.

Frankreich greift damit als erstes Land auf den Artikel 42.7 des Lissabonner Vertrags zurück, der im Fall eines Angriffs auf einen Mitgliedsstaat Unterstützung der übrigen Partner verspricht. Wie diese genau aussehen soll, ist aber nicht festgelegt. Le Drian sagte, die EU-Partner könnten helfen, „entweder, indem sie sich an Frankreichs Operationen in Syrien oder im Irak beteiligen oder indem sie Frankreich bei anderen Operationen entlasten oder unterstützen“. „Frankreich kann nicht alles machen“, sagte Le Drian unter Berufung auf derzeit ebenfalls laufende Militäreinsätze zum Beispiel in Afrika.

Frankreich wird EU-Ziel für Staatsdefizit verfehlen

+++09.51 Uhr+++
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat Frankreich nach dessen Hilfsappell an die Europäische Union wegen der Anschläge von Paris umfangreiche Unterstützung zugesagt. "Wir werden sehr genau hinhören, was Frankreich uns zu sagen hat, und aufmerksam (...) analysieren, worum Frankreich uns bittet", sagte von der Leyen am Dienstag vor einem Treffen mit ihren EU-Kollegen in Brüssel. "Aber selbstverständlich ist, dass wir alles in unser Macht stehende tun werden, um Hilfe und Unterstützung zu leisten." Dabei gehe es nicht nur um militärische Maßnahmen, sondern ein viel breiter angelegtes Vorgehen. Einzelheiten nannte sie nicht.

+++09.29 Uhr+++
Weitere Details zur Verfehlung des Budgetziels werden bekanntgegeben: Wegen zusätzlicher Ausgaben für die Innere Sicherheit wird Frankreich die Schuldenobergrenze des Euro-Stabilitätspakts laut Valls „zwangsläufig überschreiten“. Er rechtfertigte dies am Dienstagmorgen mit verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus nach den Anschlägen. „Europa muss das verstehen“, sagte Valls dem Sender „France Inter“. „Wir müssen der Polizei, der Gendarmerie und den Geheimdiensten (...) alle Mittel zur Verfügung stellen“, sagte Valls. Dafür solle aber nicht an anderer Stelle gespart werden.

+++09.13 Uhr+++
Großbritannien befürchtet nach Worten von Finanzminister George Osborne in Zukunft auch Cyber-Attacken der radikalen Miliz Islamischer Staat mit Todesopfern. Ziele könnten etwa die Stromversorgung, die Flugverkehrskontrolle oder Krankenhäuser sein, warnt Osborne. Deswegen werde das Land die Ausgaben für die Abwehr potenzieller Cyberangriffe bis 2020 fast verdoppeln. Die Entscheidung für die Verstärkung der Internetsicherheit sei schon vor den Anschlägen in Paris gefallen.

+++08.28 Uhr+++
Frankreich wird nach Worten von Regierungschef Manuel Valls wegen steigender Ausgaben für die nationale Sicherheit das EU-Ziel für das Staatsdefizit verfehlen.

Das schreiben die französischen Zeitungen zu den Anschlägen

+++08.13 Uhr+++
Die französische Polizei hat in der Nacht zum Dienstag 128 Razzien durchgeführt. Die Polizei komme bei ihren Ermittlungen gegen die Hintermänner der Pariser Anschläge rasch voran, sagt Innenminister Bernard Cazeneuve dem Radiosender "France Info". Details nennt er nicht. Bereits in der Nacht zu Montag hatte es 168 Durchsuchungen gegeben. Dabei gab es 23 Festnahmen, auch Waffen wurden gefunden.

+++06.40 Uhr+++
Solidarisch mit Frankreich ist der Eingang zum Pressezentrum des Asien-Pazifik-Gipfels in der philippinischen Hauptstadt Manila in blau-weiß-rot erleuchtet. „Wir stehen Schulter an Schulter“, steht auf einem elektronischen Laufband. Das Thema Terror drängt sich am Mittwoch auch auf die Tagesordnung der 21 Länder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec), die eigentlich immer nur über Handel reden. Auch der anschließende Ostasiengipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) mit US-Präsident Obama und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beschäftigt sich damit.

+++06.20 Uhr+++
Die französische Luftwaffe hat erneut die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen. Die Bombardements richteten sich gegen die IS-Hochburg Al-Rakka, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die französischen Streitkräfte. Ziele seien ein Kommandozentrum und ein Ausbildungszentrum gewesen. Auch am Sonntagabend hatten französische Flugzeuge Al-Rakka bombardiert.

+++05.58 Uhr+++
Frankreich strebt im Kampf gegen Dschihadisten im In- und Ausland nach einem breiten Schulterschluss. Präsident Hollande kündigte in einer Rede vor dem Parlament dazu Treffen mit seinen Kollegen Barack Obama und Wladimir Putin an. „Syrien ist zur größten Fabrik des Terrorismus geworden, die die Welt jemals gesehen hat und die internationale Gemeinschaft ist noch immer viel zu gespalten und inkohärent“, klagte er. Das Nachbarland Belgien entschied sich nach Anhebung der Terrorwarnstufe für die Absage eines für Dienstag geplanten Fußballfreundschaftsspiels gegen Spanien.

+++05.00 Uhr+++
US-Verteidigungsminister Ash Carter fordert die europäischen Verbündeten der Vereinigten Staaten zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die radikal-islamische IS-Miliz auf. "Wir wollen mehr tun", sagt Carter auf einer Veranstaltung des "Wall Street Journal". "Aber es ist für uns wichtig, dass auch andere mitmachen."

+++04.28 Uhr+++
US-Außenminister John Kerry hat Frankreich die volle Unterstützung seines Landes im Kampf gegen die radikal-islamische IS-Miliz zugesichert. Die Vereinigten Staaten würden "Schulter an Schulter" neben Frankreich stehen, sagte Kerry am Montag nach seiner Ankunft in der französischen Hauptstadt.

+++04.04 Uhr+++
Großbritannien investiert verstärkt in die Abwehr potenzieller Cyberangriffe der radikalen Miliz Islamischer Staat (IS). "Es könnte kaum mehr auf dem Spiel stehen", warnt Finanzminister George Osborne.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%