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+++Nach den Anschlägen in Paris+++ Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge ist tot

Der mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Terroranschläge ist nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft tot. Frankreich will den Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern. Die Ereignisse im Überblick.

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"Frankreich hat zur Expansion des Terrorismus beigetragen"
Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat die Terroranschläge von Paris als „Barbarei“ verurteilt. „Wir vereinigen alle unsere Kräfte und stärken die Solidarität mit dem französischen Volk“, sagte Tsipras am Samstag in einer Fernsehansprache an das griechische Volk. „Es ist unser aller Pflicht, die Werte des Humanismus und der Freiheit zu beschützen.“ Europa werde „ein Land der Freiheit und der Demokratie bleiben“, fügte Tsipras hinzu. Quelle: AP
Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat den Westen für die Ausbreitung des Terrors mitverantwortlich gemacht. Die Terrorangriffe seien untrennbar damit verbunden, was seit fünf Jahren in Syrien passiere, sagte Assad der amtlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge am Samstag bei einem Treffen mit einer Delegation französischer Politiker und Medienvertreter. „Die fehlgeleitete Politik der westlichen Staaten, vor allem Frankreichs (...) haben zur Expansion des Terrorismus beigetragen“, sagte Assad. Quelle: AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: AP
Bundespräsident Joachim Gauck sagte, die Trauer macht am Rhein nicht halt. „Aus unserem Zorn über die Mörder müssen Entschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft werden. Auch dabei stehen wir an der Seite der Franzosen.“ Er betonte: „Die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben.“ Quelle: dpa
Nach den Anschlägen in Paris hat der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy dem Terrorismus den Kampf angesagt. „Sie können uns Schaden zufügen, sie werden uns aber nicht besiegen“, sagte der konservative Regierungschef in einer Rede in Madrid. Mit fester Stimme fügte Rajoy im Regierungspalast Moncloa an: „Heute sind wir alle Frankreich!“  Quelle: dpa
Frankreichs Präsident Francois Hollande Quelle: AP
US-Präsident Barack Obama Quelle: REUTERS
  • Der Belgier Abdelhamid Abaaoud ist bei der Razzia am Mittwoch in St. Denis getötet worden. Er gilt als Drahtzieher der Anschläge.
  • Frankreich will den Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern und verschärft seine Sicherheitsgesetze.
  • In Belgien wurden bei Razzien erneut Verdächtige festgenommen.

+++19.30 Uhr+++

Bei der Fahndung nach Terroristen hat die französische Polizei am Donnerstagabend nahe der belgischen Grenze eine weitere Razzia durchgeführt. Dabei sei die Tür eines Hauses in Charleville-Mézières aufgesprengt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Nähere Einzelheiten wollte sie nicht nennen.

+++18.50 Uhr+++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat muslimische Nationen auf der ganzen Welt zum gemeinsamen Kampf gegen Extremisten aufgerufen. Die islamische Welt habe die Verpflichtung, sich geschlossen gegen Gruppen wie die Terrormiliz Islamischer Staat, Al-Kaida und Boko Haram zu stellen, die das Ansehen der Religion in den Dreck zögen, sagte Erdogan am Donnerstag bei einem Treffen der Gesundheitsministern aus den Mitgliedsländern der Organisation für Islamische Zusammenarbeit in Istanbul.

+++16.45 Uhr+++

Bei Razzien im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris sind in Belgien neun Personen festgenommen worden. Insgesamt habe es Zugriffe an neun verschiedenen Orten gegeben, sagte am Donnerstag ein Vertreter der Staatsanwaltschaft, der nicht genannt werden wollte. Zwei der Festnahmen standen demnach in direktem Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen.

+++16.15 Uhr+++

Kroatien, Mazedonien, Serbien und Slowenien haben die Einreise von Flüchtlingen beschränkt. Sie schlossen am Donnerstag ihre Grenzen für diejenigen Migranten, die nicht aus vom Krieg zerrütteten Ländern wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak kommen. Asylbewerber und politische Beobachter hatten angesichts der Rekordzahlen von Menschen auf dem Weg nach Europa und der Terrorangst nach den Anschlägen von Paris einen solchen Dominoeffekt befürchtet. Die Folge könnten massive Rückstaus sein.

Paris verschärft Sicherheitsgesetze Quelle: dpa

+++16.00 Uhr+++

Frankreich bleibt voraussichtlich bis Anfang kommenden Jahres im Ausnahmezustand. Die Nationalversammlung verabschiedete am Donnerstag ein Gesetz zur dreimonatigen Verlängerung der seit dem 14. November geltenden Maßnahme mit 551 Ja-Stimmen bei lediglich sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung.

Am Freitag folgt noch die Abstimmung im Senat, der zweiten Kammer des Parlaments. Dort wird ebenfalls eine klare Zustimmung erwartet. Der Ausnahmezustand gibt den Sicherheitsbehörden erweiterte Befugnisse. Dazu gehören die mögliche Sperre von Webseiten, die Auflösung radikaler Moscheevereine und Möglichkeiten zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

+++15.10 Uhr+++

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve zufolge spielte Abdelhamid Abaaoud eine zentrale Rolle bei den Anschlägen in Paris. Er könnte zudem in den vereitelten Angriff auf den Thalys-Zug Ende August im belgisch-französischen Grenzgebiet und das geplante Attentat auf zwei Kirchen in Villejuif im Süden von Paris verwickelt gewesen sein.

Mutmaßlicher Drahtzieher war auch in Deutschland unterwegs

+++14.30 Uhr+++

Nach einem Bericht von "Spiegel Online" hat sich der getötete Abdelhamid Abaaoud mehrfach in Deutschland aufgehalten. Die Bundespolizei habe ihn unter anderem am 20. Januar 2014 am FLughafen Köln-Bonn kontrolliert, als er nach Istanbul habe fliegen wollten.

+++14.05 Uhr+++

Bislang sind die Todesumstände von Abdelhamid Abaaoud unklar. Man wisse nicht, ob sich der mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Anschläge selbst in die Luft gesprengt habe, oder nicht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei der Frau, die sich bei der Razzia selbst in die Luft sprengte, handelt es sich laut der Polizei um Abaaouds Cousine.

+++13.30 Uhr+++

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris ist tot. Der Belgier Abdelhamid Abaaoud sei bei der Razzia im Pariser Stadtteil Saint-Denis getötet worden, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Das bedeuten die Anschläge in Paris für Deutschland

+++13.00 Uhr+++

Die französische Nationalversammlung hat am Donnerstag die Verlängerung des Ausnahmezustands nach den Anschlägen von Paris auf drei Monate gebilligt. Die von der Regierung erbetene Maßnahme muss noch vom Senat verabschiedet werden, bevor sie in Kraft treten kann. Eine entsprechende Sitzung wird für Freitag erwartet. Die Vollmachten erlauben es der Polizei unter anderem, Verdächtige leichter festzunehmen und Razzien auszuführen.

+++12.50 Uhr+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr österreichischer Kollege Werner Faymann dringen darauf, dass die Aufnahme- und Verteilzentren für Flüchtlinge in Italien und Griechenland so schnell wie möglich einsatzbereit werden. In den sogenannten Hot-Spots sollten die Flüchtlinge nicht nur registriert werden, sagte Merkel am Donnerstag vor der Beratung mit Faymann in Berlin. Sie sollten von dort auch auf die EU-Staaten verteilt werden, Migranten ohne Bleiberecht müssten abgeschoben werden. "Wir wollen eine dauerhafte faire Verteilung in Europa erreichen", sagte Merkel.

+++12.20 Uhr+++

BKA-Chef Holger Münch lehnt einen verstärkten Einsatz der Bundeswehr in Deutschland im Kampf gegen Terror ab. „Ich glaube, dass uns das aktuell nicht weiterhelfen würde“, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts am Donnerstag bei der BKA-Herbsttagung in Mainz. „Das halte ich nicht für einen klugen Schritt.“ Die Polizei wisse auf Knopfdruck, was zu tun sei. Für die Bundeswehr sei auch mehr Koordinierungsbedarf notwendig.

+++12.05 Uhr+++

Die EU-Innenminister wollen am Freitag beschließen, die Passkontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Gebietes zu verschärfen. Das geht aus dem Entwurf des Abschlussdokuments ihrer Ratstagung hervor.

Merkel: Terrorakt zielt auf uns alle

+++11.30 Uhr+++

Europol sieht die Anschläge von Paris als ernste Eskalation der Bedrohung Europas durch Terroristen. Es handele sich um eine Absichtserklärung des sogenannten Islamischen Staats, „seine brutale Art des Terrorismus nach Europa zu exportieren“, sagte der Chef der europäischen Polizeibehörde, Rob Wainwright, am Donnerstag vor dem Europäischen Parlament.

+++11.00 Uhr+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Frankreich der Solidarität Deutschlands nach den Anschlägen in Paris versichert. "Wir verweilen immer wieder in unseren Gedanken bei den Opfern, bei den Verletzten, bei den Angehörigen, und wir stehen in diesen Tagen eng an der Seite unserer französischen Freunde", sagte Merkel am Donnerstag beim Deutschen Handelskongress in Berlin. "Dieser Akt der Menschenverachtung, der zielt auf uns alle."

+++10.30 Uhr+++

Bei einem Anti-Terror-Einsatz hat die Polizei im Großraum Brüssel am Donnerstag wieder mehrere Häuser durchsucht. Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga handelte es sich dabei um Häuser von Freunden und Familienangehörigen des gesuchten Selbstmordattentäters Bilal Hadfi. Die Aktion steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht direkt mit den jüngsten Anschlägen in Paris in Zusammenhang. Die Untersuchung habe bereits Anfang 2015 begonnen, als Hadfi nach Syrien ausgereist war. Die Fahnder nahmen eine Person fest.

+++10.00 Uhr+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet die Anschläge von Paris als Anschläge "auf uns alle". Die damit verbundenen Herausforderungen könne Deutschland aufgrund seiner Wirtschaftskraft stemmen.

Das schreiben die französischen Zeitungen zu den Anschlägen

+++09.30 Uhr+++

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hält ein weiteres Zusammenrücken von Europa angesichts der Anschläge in Paris für nötig. Die Terroristen dürften die Europäer nicht einschüchtern, sagt Faymann in der ARD. Er betont, Flüchtlingspolitik und Terrorbekämpfung dürften nicht vermischt werden.

+++09.00 Uhr+++

Trotz einer neuen Videobotschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), in der indirekt ein Anschlag auf New York in Aussicht gestellt wird, sehen die Behörden keine akute Bedrohung für die Millionenmetropole. Es gebe keine konkrete Gefahr, betonten Bürgermeister Bill de Blasio und Polizeichef Bill Bratton am späten Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz am Times Square, wie der Sender CBS News berichtete.

+++08.30 Uhr+++

US-Präsident Barack Obama hält eine politische Lösung des Syrien-Konflikts für nötig, um die Extremistenmiliz Islamischer Staat zu zerschlagen. Eine derartige Vereinbarung könne es aber nicht geben, solange Syriens Präsident Baschar al-Assad im Amt sei, sagt Obama.

+++07.50 Uhr+++

Ein Flugzeug auf dem Weg von Warschau ins ägyptische Hurghada macht offiziellen Angaben zufolge wegen einer Bombendrohung eine Notlandung im bulgarischen Burgas.

+++07.20 Uhr+++

Japan will nach den Pariser Anschlägen seine Geheimdienstarbeit stärken. Ein Regierungssprecher kündigt an, eine neue Einheit zu gründen, die sich ausschließlich mit dem Sammeln von Informationen über internationalen Terrorismus befasst.


Grüne wollen Frankreich nicht militärisch unterstützen

+++07.00 Uhr+++

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, erklärt im Deutschlandfunk, es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschläge. Zugleich sagt Jäger, es bestehe eine hohe Anschlagsgefahr in Deutschland.

+++06.30 Uhr+++

Nach den Terroranschlägen von Paris verschärft Frankreich seine Sicherheitsgesetze. Die Nationalversammlung berät am Donnerstag unter anderem darüber, den Ausnahmezustand in Frankreich über den 26. November hinaus um drei Monate zu verlängern. Während des Ausnahmezustands sollen Gruppierungen, die als „schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ eingestuft werden, aufgelöst werden können.


+++06.00+++

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, lehnt trotz der Terrorgefahr eine Ausweitung der Befugnisse der Bundeswehr im Inneren ab. Die Bundeswehr könne bereits jetzt auf Anforderung eines Bundeslandes oder der Bundesregierung Amtshilfe bei drohenden schweren Unglücksfällen leisten, sagte er der „Thüringer Allgemeinen“ (Online-Ausgabe). „Wenn ein unmittelbarer Anschlag mit schweren Folgen droht und anders nicht abgewendet werden kann als durch den Einsatz militärischer Mittel, dann kann in Deutschland die Bundeswehr zum Einsatz kommen.“ Einer allgemeinen Warnung hingegen könne in der Regel mit Polizeikräften begegnet werden.

Europa



+++05.30 Uhr+++

Fußball-Idol Uwe Seeler wünscht sich nach den Anschlägen von Paris eine schnelle Rückkehr zur Normalität. „Wir dürfen uns vom Terror nicht in die Knie zwingen lassen, das macht keinen Sinn. Wir müssen uns dagegen wehren“, sagte der 79-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Ja, logisch gehe ich ins Stadion, wenn auch mit gemischten Gefühlen“, meinte der ehemalige Stürmer des Hamburger SV.

+++05.00 Uhr +++

Die Grünen lehnen eine militärische Hilfe Deutschlands zur Unterstützung Frankreichs ab. „Wir stehen natürlich an der Seite unserer französischen Freunde. Aber Solidarität heißt nicht, dass wir Kriegseinsätze mitmachen“, sagte Grünen-Chefin Simone Peter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). „Wir setzen zuerst auf politische und nicht-militärische Lösungen auf der Ebene der Vereinten Nationen, im Syrien-Krieg und in allen anderen Konflikten“, fügte sie hinzu.

+++02.00 Uhr+++

Ein Lehrer einer jüdischen Schule im südfranzösischen Marseille ist am Mittwochabend Opfer einer Messerattacke geworden. Die Angreifer hätten sich als Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgegeben, berichtete der Sender France24 unter Berufung auf Ermittler.

+++01.00 Uhr+++

Zu den Vorgängen in Hannover gibt es dem Präsidenten des Bundeskriminalamts, Holger Münch, zufolge keine neuen Erkenntnisse. Das ARD-Interview mit Münch wurde am frühen Abend aufgezeichnet.

+++00.00 Uhr+++

Die französische Regierung untersagt Kundgebungen anlässlich des UN-Klimagipfels in Paris. Die für den 29. November und 12. Dezember geplanten Demonstrationen dürften nicht stattfinden. Zu dem Treffen vom 30. November bis 11. Dezember werden Dutzende Staats- und Regierungschefs erwartet.

Die Ereignisse der vergangenen Tage finden Sie hier.

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