Nach den Terroranschlägen in Paris Frankreich ehrt Anschlagsopfer

Der französische Präsident versucht, den Hinterbliebenen der Opfer der Pariser Anschläge Trost zu spenden. Man werde „die Armee von Fanatikern“ zerstören, sagt er mit Blick auf die Verantwortlichen der Angriffe.

Frankreich hat bei einer streng abgeschirmten Trauerfeier am Invalidendom am Freitag der Anschlagsopfer gedacht. Quelle: AP

Bei einer streng abgeschirmten Trauerfeier hat Frankreich der 130 Opfer der Terroranschläge vom 13. November gedacht. Präsident François Hollande versprach den Hinterbliebenen dabei am Freitag, die Verantwortlichen für die Attentate zu vernichten. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte sich zu den Anschlägen bekannt. Deren selbst gewählte Hauptstadt Rakka im Nordosten Syriens will Frankreich zum Hauptziel des Kampfes gegen den IS machen.

Bei Luftangriffen wurden in der Stadt in der Nacht zum Freitag mindestens acht Menschen getötet, darunter fünf Kinder, wie Aktivisten berichteten. Unklar war zunächst, wer die Luftschläge führte. Neben der US-geführten Allianz fliegt auch Russland seit Ende September Luftangriffe in Syrien. Hollande hatte mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erst am Donnerstag vereinbart, die Luftangriffe zu koordinieren.

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Die Bomber hätten die Heten-Schule in Rakka getroffen, meldete eine örtliche Aktivistengruppe, die den IS beobachtet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von zwölf Toten, darunter fünf Kinder.

An der Trauerfeier am Invalidendom in Paris durften nur geladene Gäste teilnehmen, unter ihnen viele Angehörige der Opfer. Das Militär riegelte das Gelände ab. Bei der Zeremonie wurden die Namen und das Alter aller 130 Toten verlesen. Die meisten waren jünger als 35, wie Hollande hinwies. Das jüngste Opfer war 17, das älteste 68 Jahre alt. Am Abend des 13. November hatten Attentäter an sechs Orten fast zeitgleich zugeschlagen und wahllos Menschen ermordet.

In einer uncharakteristischen Zurschaustellung von Patriotismus flatterten in Paris in Fenstern und an Bussen französische Flaggen. Zum Abschluss der Trauerfeier spielte das Militärorchester die Nationalhymne. Neben Hollande und seinem Kabinett waren auch die Spitzen des Parlaments und der Opposition anwesend.

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Hollande versprach bei der Trauerfeier, „dass Frankreich alles tun wird, um die Armee von Fanatikern zu zerstören“, die für die Anschläge verantwortlich seien. Seine Rede war vor allem den getöteten und der Jugend Frankreichs gewidmet. „Die Tortur hat uns alle gezeichnet, aber sie wird uns stärker machen“, sagte der Präsident.

Seit der Anschlagswelle fliegt Frankreich verstärkt Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak und wirbt um ein breites internationales Bündnis gegen die Extremisten. Neben Russland sagten auch Deutschland und Italien Hollande Hilfe zu. Alle beteiligten Länder seien sich einig, dass der IS „neutralisiert und ausradiert“ werden müsse, sagte Außenminister Laurent Fabius dem Sender RTL.

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Derzeit konzentrieren sich die Angriffe nach seinen Worten auf Ölkonvois vom IS-Territorium, die für die Extremisten eine wichtige Finanzquelle sind. Einige der Lastwagen führen in die Türkei, und Frankreich vermute, dass auch die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bei der Terrormiliz Öl kaufe.

Fabius berichtete aus den Gesprächen mit Putin, dieser teile die Ansicht, dass vor allem der IS in Syrien bekämpft werden müsse. Frankreich werde eine Karte moderater Rebellen in Syrien entwerfen, um sie vor Luftangriffen zu schützen, sagte der Außenminister.

Ein Ableger der Terrormiliz hatte sich auch dazu bekannt, Ende Oktober einen russischen Ferienflieger über Ägypten zum Absturz gebracht zu haben, dabei kamen alle 224 Menschen an Bord ums Leben.

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