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Nach den Wahlen Was nun, Griechenland?

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Wie tickt Samaras?

Antonis Samaras, der Vorsitzende der griechischen Partei

Wie tickt der neue starke Mann in Athen?

Der 61-Jährige Antonis Samaras gilt als Machtmensch. Kritiker sagen, sein eigenes Schicksal ist ihm wichtiger als die Zukunft Griechenlands. 2010 als die „Pasok“-Regierung mit den internationalen Geldgebern die Bedingungen für ein erstes Rettungspaket verhandelte, kritisierte er den Deal lautstark. Eineinhalb Jahre später stützte Samaras die Technokraten-Regierung unter dem parteilosen Finanzexperten Lucas Papademos. Er billigte das harte Sparprogramm für Griechenland – doch der Rückhalt für seine Partei bröckelte.

Samaras suchte den Befreiungsschlag und forderte Neuwahlen.  Er war sich sicher, dass er vorgezogene Wahlen im Mai haushoch gewinnen würde. Was folgte, war am 6. Mai eines der schlechtesten Wahlergebnisse in der Geschichte seiner Partei, obwohl die ND knapp stärkste Kraft im Parlament wurde. Für eine Regierungsbildung reichte es trotzdem nicht.

Samaras wurde am 23. Mai 1951 als Spross einer reichen Familie in Athen geboren. Als junger Mann glänzte er mit sportlichem Elan und wurde griechischer Jugend-Tennismeister. Dann schickte ihn seine Familie in die USA zum Studieren. Dort lebte er im Internat eine Weile mit dem späteren sozialistischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou zusammen. Danach ging es weiter nach Harvard. 1977 kehrte er nach Griechenland zurück und wurde gleich als 26-Jähriger ins Parlament gewählt. Samaras ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Welches sind die dringendsten Aufgaben der neuen Regierung?

Samaras steht eine Herkules-Aufgabe bevor. Er muss die marode griechische Wirtschaft auf die Beine bringen und gleichzeitig den Haushalt sanieren. Samaras darf nicht gegen das Volk regieren, muss aber die zentralen Schritte mit den Geldgebern aus Europa absprechen.

Die Euro-Gruppe kommt Samaras entgegen. Griechenland könne mehr Zeit bekommen, seine  Haushaltsdefizite auszugleichen, hieß es aus Berlin, Brüssel & Co. unisono. Im Gegenzug erwarten die Partner die Durchführung von Reformen.

Schon Ende des Monats steht im neuen Parlament von Athen eine wichtige Abstimmung an. Dann nämlich müssen die Abgeordneten über Einsparungen im griechischen Haushalt in Höhe von knapp 11,5 Milliarden Euro entscheiden. Für die internationalen Geldgeber ist die Zustimmung zum Sparpaket eine zentrale Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche. Die einfache Formel aus Brüssel lautete bisher: Ohne Reformen gibt es kein Geld.

Reformen braucht vor allem die griechische Wirtschaft. Deren Lage ist weiterhin desolat. Die Unternehmen produzieren zu teuer und sind nicht wettbewerbsfähig (siehe Frage auf Seite 3).

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