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Negativer Einlagezins Draghis neues Instrument birgt viele Risiken

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Sensible Maßnahme

Was beim Frühstück teurer wird
In jeder Sekunde werden in Deutschland 2315 Tassen Kaffee getrunken, das macht 73 Milliarden Tassen pro Jahr. Die Bundesrepublik liegt damit auf Platz acht im Konsum. Gleichzeitig sind auch die Preise um 70 Prozent gestiegen. Grund dafür ist eine lange Dürre in Brasilien. Quelle: dpa
Bis zur Weizenernte im Herbst ist noch ein bisschen Zeit. Schon heute müssen wir uns auf höhere Preise einstellen: Durch den langen Winter in der USA und die Krise in der Ukraine verteuert sich Weizen, der unter anderem in Brot, Nudeln und Bier verarbeitet wird. Quelle: dpa
Aus dem gleichen Grund werden auch die Preise für Zucker ansteigen. Bereits im vergangenen Jahr waren die Preise rasant angestiegen: Damals hatte in Brasilien ein Zucker-Lager mir 180.000 Tonnen Rohrzucker gebrannt. Quelle: dpa
Käse, Milch und Jogurt werden bei uns teurer, weil die Nachfrage in China und Russland steigt. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Milch in China etwa verzeichnet ein stetiges Wachstum - Milchkonsum wird auch von staatlicher ausdrücklich gefördert. Nach und nach wird auch immer mehr Käse gegessen. Quelle: dpa
Ein Glas Orangensaft zum Frühstück - vielleicht nicht mehr so häufig. Nach einer bakteriellen Krankheit in Florida, die die Orangenhaine befallen hat, war die Ernte eher gering. Deshalb steigen die Preise. Quelle: dpa
Ein deftiger Schweinebraten, vielleicht noch mit Knödel, wird in Zukunft nicht mehr so billig sein. Denn insbesondere das Schweinefleisch wird teurer: Um 40 Prozent sei der Preis für Schweinefleisch gestiegen - das liegt unter anderem an einer Epidemie, die US-Mastschweine betroffen hat. In Deutschland ist die Produktion des Fleisches 2013 geschrumpft, so Zahlen der EU-Kommission. Auch der Bestand ist rückläufig. Quelle: dpa

Praktisch werden Kredite an Unternehmen auch durch einen Strafzins nicht zwingend attraktiver. Gerade in den Peripherieländern, wo die Kreditvergabe weiterhin auf Sparflamme läuft, schrecken die Banken vor möglichen Risiken zurück. Zwar schreiten die Reformen in Ländern wie Portugal oder Griechenland voran, dennoch fürchten die Institute weitere Einschnitte, die Investitionen bremsen könnten.

Mehrere Beispiele

Zwar wären negative Einlagezinsen in der Euro-Zone ein Novum, andere Länder haben den Strafzins aber schon ausprobiert. Nicht nur in der Schweiz gab es schon Negativzinsen, auch Dänemark nutzte den Strafzins, um die dänische Krone ein wenig einzubremsen. 2012 sollten so hohe Kapitalzuflüsse aus der Euro-Zone abgefedert werden. Zeitweise lag der Zins bei minus 0,25 Prozent.

Allerdings reagierten die Banken nicht wie erhofft. Statt die Sparzinsen zu senken, erhöhten sie die Zinsen für Unternehmenskredite. Sie gaben die Strafgebühren also einfach an ihre Kunden weiter. Für die Euro-Zone wäre eine solche Zinserhöhung bei Unternehmenskrediten fatal.

Die EZB rechnet offenbar nicht mit einem solchen Szenario. Praet verweist im "Zeit"-Interview sogar auf das Beispiel Dänemarks. Dort habe der Minuszins dazu beigetragen, die Aufwertung der dänischen Krone abzumildern.

Sollte dieser Mechanismus auch beim Euro wirken, wäre diese Baustelle vorübergehend behoben. Auch in Schweden gab es einen Minuszins - allerdings räumen dortige Notenbanker selbstkritisch ein, das ganze habe eher Symbolcharakter gehabt, da die Banken nur wenig Einlagen bei der Zentralbank hatten.

Auch wenn die Lage der Euro-Zone und Schwedens kaum zu vergleichen sind - zu befürchten ist, dass der Negativzins auch hier kaum Wirkung zeigt. Denn in der Realwirtschaft wird das Geld der Banken vermutlich nicht ankommen, es könnte höchstens den Interbankenmarkt, auf dem sich Geldinstitute untereinander Geld leihen, wieder beleben.

In Arbeit
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Das Dilemma der EZB: Senkt sie den Einlagezins nur leicht ins Negative, dürfte die Wirkung marginal sein. Es könnte höchstens helfen, den Wechselkurs zumindest vorübergehend ein wenig zu drücken, dieses Ziel könnten die Notenbanker also erreichen. Senkt man den Einlagezins allerdings zu weit, droht dagegen das Dänemark-Phänomen - die Kreditnehmer sind die Leidtragenden und müssen höhere Zinsen zahlen.

Dieser kleine Spielraum beim Strafzins macht deutlich, wie marginal auch dessen Wirkung ausfallen kann. Zwar könnte er zumindest kurzfristig das Aufwerten des Euro ein wenig eindämmen. Um Draghis andere Baustelle, die niedrigen Inflationsraten, zu beseitigen, ist das Instrument aber nicht stark genug. Draghi nutzt es trotzdem, um seinen Kritikern zu beweisen, dass er was unternimmt.

Die richtig harten Waffen wie ein Anleihekaufprogramm könnten dadurch bis zum Herbst unter Verschluss gehalten werden.

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