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Nicolas Sarkozy Wie Frankreich den Euro retten will

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Arbeitsmarkt nach deutschem Vorbild

Deutschland zieht den Euro-Partnern davon
Wirtschaftsstandorte der Zukunft
Europas Bedeutung als Wirtschaftsstandort
China ist größter Europa-Konkurrent
Europa und China als Benchmark
Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit
Schwache Dynamik
Portfolio-Ansicht

Außerdem will der Staatspräsident den Arbeitsmarkt nach deutschem Vorbild flexibilisieren. Angestellte und Arbeitgeber in den Unternehmen sollen künftig unabhängig von Tarifbestimmungen über Arbeitszeiten verhandeln können. Das ermöglicht Unternehmen, besser auf Nachfrageschwankungen zu reagieren. Die Auftragslage in der Wirtschafts soll zudem ein „Buy European Act“ verbessern. Demnach gehen öffentliche Aufträge in Europa nur noch an europäische Firmen. Wird in Brüssel im Laufe eines Jahres keine Lösung für die Umsetzung dieses Plans gefunden, will Sarkozy die Maßnahme in Frankreich im Alleingang implementieren.

Haushaltsloch von 115 Milliarden Euro
Zweifellos sind die Maßnahmen des Staatspräsidenten geeignet, um die Wirtschaft des Landes wieder auf Trab zu bringen. Aber ob sie genügen, um das Wirtschaftswachstum wirklich auf durchschnittlich zwei Prozent in den kommenden Jahren zu steigern ist fraglich. Davon geht Sarkozy bei seiner Haushaltsrechnung aber aus. Fällt das Wachstum geringer aus, würde sich das Budgetloch auf sehr viel mehr als 115 Milliarden Euro vergrößern und ein riesiges Fragezeichen hinter die Kalkulation des Präsidenten setzen. Und das ist nicht einmal unwahrscheinlich: So rechnen die Experten der Beratungsagentur Ernst & Young bis 2016 von einem durchschnittlichen Wachstum von 1,4 Prozent. Laut Internationalem Währungsfond kommt das Land bis Ende 2013 sogar nur auf einen Wert von 0,6 Prozent.

Die Folge: Greifen Frankreichs Sparanstrengungen nicht, könnten die Ratingagenturen weitere Kürzungen bei den Staatsausgaben erwarten, um die Kreditwürdigkeit des Landes hoch zu halten. Um wirklich schmerzhafte Reformen käme Sarkozy dann nicht mehr herum. Frankreichs streiklustige Gewerkschaften nähmen das ohne Zweifel zum Anlass, das Land lahm zu legen. Szenen wie derzeit in Spanien mit Massendemonstrationen und Krawallen könnten folgen. Am Ende würde einmal mehr die Existenz des Euro auf dem Spiel stehen.

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