OECD Frankreich muss größeren Reformeifer aufbringen

Die OECD mahnt Frankreich zu größeren Reformanstrengungen. Nur so könne ein nachhaltiges Wachstum erzielt werden. Als Priorität müsse der Arbeitsmarkt angesehen werden.

OECD-Pressekonferenz Quelle: dpa

Die Industriestaaten-Organisation OECD mahnt Frankreich zu größerem Reformeneifer. "Die konjunkturelle Erholung ist im Gange, aber die Arbeitslosigkeit ist auf hohem Niveau und die öffentlichen Finanzen sind angesichts chronischer Defizite und steigender Staatsverschuldung nach wie vor schwach", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria am Donnerstag in Paris. "Um ein stärkeres, nachhaltiges Wachstum zu erreichen, sind weitere Reformen notwendig."

Priorität müsse dabei der Arbeitsmarkt haben. "Der starke Schutz von Arbeitnehmern mit unbefristeten Verträgen behindert die Mobilität der Arbeitskräfte", erklärte die OECD. So müsse es Unternehmen erleichtert werden, sich von Mitarbeitern zu trennen - etwa durch eine Reform der Arbeitsgerichte.

Auch müssten die Staatsausgaben gesenkt werden. Diese hätten 2014 bei 57 Prozent der Wirtschaftsleistung und damit über dem Durchschnitt der 34 OECD-Staaten gelegen. Gebe der Staat weniger aus, könne er auch Steuern senken. Gespart werden könne etwa bei Gesundheitskosten, Renten und dem System der Arbeitslosenversicherung.

Die OECD sagt Frankreich für 2015 ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent voraus, das 2016 auf 1,7 Prozent steigen soll. Zum Vergleich: Für Deutschland werden 1,9 und 2,3 Prozent erwartet.

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