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Olympische Spiele Wachstumsmotor für die britische Wirtschaft

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Allheilmittel Olympia

Premierminister James Cameron Quelle: Reuters

Bei ihrer Ankunft mit dem Zug oder der U-Bahn fällt der erste Blick der in- und ausländischen Olympia-Gäste unweigerlich auf Westfield Stratford City, Europas größtes innerstädtisches Einkaufszentrum. Die enge Verbindung von Sport und Kommerz ist erwünscht. Großbritannien kämpft derzeit mit einer schwächelnden Wirtschaft, und die Regierung hofft, das sportliche Treiben werde den Tourismus, die Gastronomie und den Einzelhandel beleben. „Die Olympischen Spiele werden eine massive Wirkung auf Großbritannien haben“, schwärmte Premier David Cameron, nachdem er Anfang Januar eine Kabinettssitzung im Handballstadion geleitet hatte.

Versprochene Erneuerung

Wie sein Vorgänger, der Labour-Premier Gordon Brown, erhofft sich Cameron von der 9,3-Milliarden-Pfund-Investition in das Sportspektakel mehr als einen temporären Konjunkturimpuls: Die Spiele sollen als Katalysator für den Aufschwung im benachteiligten Londoner East End wirken. Städtische Erneuerung, Nachhaltigkeit, Sanierung: Das waren 2005 die Stichworte bei der Olympia-Bewerbung – und ein Grund, warum London den Zuschlag bekam.

Der Aufschwung Ost begann in Canary Wharf. Dort wurde Ende der Achtzigerjahre auf dem Gelände der verwaisten Docklands ein Bankenviertel aus dem Boden gestampft, hier arbeiten jetzt rund 100 000 Menschen, zahlreiche Restaurants, Cafés und ein riesiges unterirdisches Shoppingcenter florieren.

Lockstoff für Investoren

In den vergangenen Jahren sind im Osten noch andere wichtige Großprojekte entstanden: In Greenwich die Veranstaltungshalle O2-Arena, die heute unter anderem für große Popkonzerte genutzt wird; an den Royal Victoria Docks wurde das Excel Exhibition Centre eröffnet, mit 65 000 Quadratmetern das wichtigste und größte Messe- und Konferenzzentrum Londons. Im Sommer soll eine 60 Millionen Pfund teure Seilbahn den Betrieb aufnehmen, die bis zu 2500 Besucher pro Stunde zwischen der O2-Arena und den Royal Victoria Docks hin- und herbefördern kann. Und Boris Johnson, der Bürgermeister von London, erklärte kürzlich einen Teil von Ostlondon zur „Grünen Zone“ und hofft, damit Investoren anlocken zu können. Siemens investiert dort bereits rund 30 Millionen Pfund, um ein modernes Institut für Städteforschung und Stadtentwicklung mit dem Namen „The Crystal“ zu eröffnen.

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